Was ist der Zinseszins?
Bei einfacher Verzinsung werden nur die Zinsen auf das Anfangskapital gezahlt. Beim Zinseszins werden die Zinsen dem Kapital zugeschlagen und im nächsten Jahr mitverzinst. Dadurch wächst das Kapital nicht linear, sondern exponentiell. Je länger der Zeitraum, desto größer der Unterschied.
Ein Beispiel: 10.000 Euro bei 5 Prozent Zinsen ergeben nach 20 Jahren mit Zinseszins rund 26.533 Euro. Ohne Zinseszins wären es nur 20.000 Euro. Der Zinseszinseffekt macht also mehr als 6.500 Euro aus.
Die Formel
Das Endkapital ergibt sich aus Anfangskapital mal (1 plus Zinssatz) hoch Jahre. Im Beispiel: 10.000 mal 1,05 hoch 20. Bei regelmäßigen Sparraten kommt eine zweite Formel hinzu, die die Raten mit ihrer jeweiligen Laufzeit verzinst. Der Zinseszins-Rechner und der Sparplan-Rechner übernehmen beides.
Wichtig: Die Rendite schwankt in der Praxis. Aktien und ETFs bringen im Durchschnitt mehr als Tagesgeld, aber nicht jedes Jahr gleichmäßig und ohne Garantie. Rechnen Sie deshalb mit mehreren Szenarien, etwa 3, 5 und 7 Prozent.
Die Regel der 72
Mit der Faustformel lässt sich grob abschätzen, wann sich Geld verdoppelt: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt die Jahre. Bei 6 Prozent sind das etwa 12 Jahre, bei 3 Prozent 24 Jahre. Die Regel funktioniert für Zinssätze zwischen etwa 2 und 12 Prozent gut.
Sie gilt auch umgekehrt für Inflation: Bei 3 Prozent Preissteigerung halbiert sich die Kaufkraft in etwa 24 Jahren. Wer nicht anlegt, verliert real.
Früh anfangen lohnt sich
Weil der Effekt mit der Zeit zunimmt, ist ein früher Start wichtiger als eine hohe Sparrate. Wer mit 25 Jahren 200 Euro im Monat zu 5 Prozent spart, hat mit 65 deutlich mehr als jemand, der mit 40 doppelt so viel spart. Auch kleine Beträge über viele Jahre wachsen spürbar.
Beachten Sie Kosten und Steuern: Gebühren mindern die Rendite jedes Jahr, Steuern auf Erträge ebenfalls. Der ETF-Kosten-Rechner zeigt, wie stark kleine Prozentunterschiede über Jahrzehnte wirken. Hinweis: Dies ist keine Anlageberatung.