Warum Zinseszins so stark wirkt
Beim Zinseszins werden die Erträge nicht ausgezahlt, sondern dem Kapital zugeschlagen und im nächsten Jahr mitverzinst. Dadurch wächst nicht nur das Startkapital, sondern auch jeder bereits erzielte Zins. Der Effekt ist anfangs klein und wird mit der Zeit gewaltig, weil das Wachstum immer größere Beträge erfasst. Albert Einstein wird das Wort vom achten Weltwunder zugeschrieben, belegt ist es nicht.
Entscheidend sind drei Größen: die Laufzeit, der Zinssatz und die laufenden Einzahlungen. Die Laufzeit wirkt am stärksten, weil sie im Exponenten steht. Wer zehn Jahre früher beginnt, erreicht oft ein deutlich höheres Endkapital als jemand, der später mehr einzahlt. Deshalb lohnt es sich, früh mit kleinen Beträgen zu starten und die Sparrate regelmäßig zu erhöhen.
Der Rechner zeigt neben dem Endkapital die Summe der Einzahlungen und die Zinserträge. Der Anteil der Zinsen am Endkapital verdeutlicht, wie viel Ihr Geld selbst arbeitet. Bei positiver Verzinsung kommt die Verdopplungszeit hinzu, also die Jahre, die das Startkapital zum Verdoppeln braucht.
Grenzen der Rechnung
Der Zinssatz ist eine Annahme. Sichere Anlagen wie Tagesgeld oder Festgeld bringen meist weniger als breit gestreute Aktienfonds, die dafür stärker schwanken. Rechnen Sie mit mehreren Zinssätzen, etwa 3, 5 und 7 Prozent, um die Bandbreite zu sehen. Ein Wert von 7 Prozent ist langfristig im Schnitt möglich, aber nicht garantiert.
Steuern, Gebühren und Inflation sind nicht enthalten. Auf Zinsen und Kursgewinne fällt in Deutschland Abgeltungsteuer an, soweit der Sparerpauschbetrag überschritten ist. Die Inflation mindert die Kaufkraft des Endkapitals. Wer das berücksichtigen will, rechnet mit dem Zinssatz nach Steuern abzüglich der erwarteten Inflation, dem Realzins.
Die Sparrate wird am Monatsende eingezahlt und mit dem gleichwertigen Monatszins verzinst, sodass der effektive Jahreszins genau dem eingegebenen Satz entspricht. Banken rechnen teils anders, etwa mit monatlicher Zinsgutschrift oder anteiligen Zinsen im ersten Jahr. Kleine Abweichungen sind daher normal.
Tipps und typische Fehler
Zeit ist der wichtigste Faktor.
- Früh starten: Jedes Jahr früher wirkt stark.
- Regelmäßig sparen: Die Sparrate laufend erhöhen.
- Kosten senken: Gebühren schmälern den Zinseszins.
- Reinvestieren: Erträge im Depot lassen.
Weitere Rechner: Finanzen & Sparen
- CAGR-Rechner
- Aktienrendite-Rechner
- KGV-Rechner
- Positionsgröße-Rechner
- Kreditlaufzeit-Rechner
- Kaufpreisfaktor-Rechner
- Kapitalbedarf-Rechner
- Ordergebühren-Rechner
Alle Rechner dieser Kategorie oder alle Rechner A–Z.
Auch gesucht als
Dieser Rechner hilft bei diesen und ähnlichen Fragen:
- Zinseszins berechnen
- Zinseszinsrechner Sparplan
- Zinseszins Formel
- Endkapital berechnen
- Zinseszins Rechner mit Sparrate
- Verdopplungszeit berechnen
Häufige Fragen
Was ist der Zinseszins?
Zinsen auf bereits gutgeschriebene Zinsen. Dadurch wächst das Kapital exponentiell statt linear.
Wie schnell verdoppelt sich mein Geld?
Bei 5 Prozent Zins in rund 14 Jahren. Faustregel: 72 geteilt durch den Zinssatz.
Wirkt der Zinseszins auch bei Aktien?
Ja, bei Thesaurierung oder Wiederanlage der Dividenden. Die Rendite schwankt aber von Jahr zu Jahr.
Wie lautet die Zinseszinsformel?
Endkapital gleich Startkapital mal (1 plus Zinssatz) hoch Jahre.
Was ist die 72er-Regel?
Teilen Sie 72 durch den Zinssatz, um die Verdopplungszeit in Jahren zu schätzen.
Alle Berechnungen erfolgen direkt in Ihrem Browser, Ihre Eingaben werden nicht übertragen oder gespeichert. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte ohne Gewähr und ersetzen keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung. Letzte inhaltliche Änderung dieser Seite: . Mehr dazu: So entstehen und prüfen wir die Rechner.