Warum die Sortino Ratio nur Verluste zählt
Die Sharpe Ratio teilt die Überrendite durch die gesamte Schwankung einer Anlage. Dabei werden Kurssprünge nach oben genauso bestraft wie Einbrüche nach unten. Für Anleger ist aber vor allem das Risiko unangenehm, das Ziel zu verfehlen. Frank Sortino hat deshalb eine Kennzahl vorgeschlagen, die nur die Abweichungen unter einer Zielrendite berücksichtigt.
Diese Abweichungen nach unten fasst die Downside-Volatilität zusammen. Für jede Periode wird geprüft, ob die Rendite unter dem Ziel lag. Nur diese Fehlbeträge werden quadriert, gemittelt und daraus die Wurzel gezogen. Perioden über dem Ziel zählen mit null. Der Rechner übernimmt diese Schritte, wenn Sie eine Renditereihe eingeben, und rechnet das Ergebnis auf ein Jahr hoch.
Die Sortino Ratio eignet sich besonders für Anlagen mit schiefer Verteilung, etwa Strategien mit Optionen, Anleihen mit Ausfallrisiko oder Fonds, die nach oben stark ausschlagen. Dort kann die Sharpe Ratio ein verzerrtes Bild liefern.
Kennzahl einordnen und vergleichen
Ein Wert unter null zeigt, dass die Anlage das Ziel im Mittel verfehlt hat. Werte zwischen null und eins gelten als mäßig, zwischen eins und zwei als gut und darüber als sehr gut. Diese Grenzen sind Faustregeln. Sinnvoll ist vor allem der Vergleich ähnlicher Anlagen über denselben Zeitraum und mit derselben Zielrendite.
Die Wahl der Zielrendite verändert das Ergebnis deutlich. Wer null ansetzt, zählt nur echte Verluste. Wer den risikolosen Zins oder eine persönliche Mindestrendite nimmt, bewertet strenger. Geben Sie bei Vergleichen stets an, welcher Wert verwendet wurde.
Für eine belastbare Aussage braucht die Reihe genügend Werte. Zwölf Monatsrenditen sind das Minimum, drei bis fünf Jahre sind besser. Kurze Reihen aus ruhigen Marktphasen enthalten oft kaum Verluste und liefern dann sehr hohe, aber wenig aussagekräftige Werte.
Ergänzend lohnt der Blick auf den maximalen Rückgang, den der Drawdown-Rechner zeigt, sowie auf die Sharpe Ratio. Kennzahlen der Vergangenheit sagen nichts Sicheres über die Zukunft aus und ersetzen keine Anlageberatung.
Tipps und typische Fehler
Verlustrisiko bewerten.
- Ziel: Einheitlich wählen.
- Reihe: Lang genug.
- Vergleich: Gleicher Zeitraum.
- Drawdown: Mit ansehen.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zur Sharpe Ratio?
Die Sharpe Ratio nutzt die gesamte Volatilität, die Sortino Ratio nur Schwankungen unter der Zielrendite.
Welche Zielrendite soll ich wählen?
Üblich sind null, der risikolose Zins oder eine persönliche Mindestrendite.
Wie viele Werte braucht die Renditereihe?
Mindestens drei für die Rechnung, für eine belastbare Aussage besser 36 Monatswerte oder mehr.
Was ist eine gute Sortino Ratio?
Als Faustregel gelten Werte über eins als gut und über zwei als sehr gut.
Wie rechne ich Monatswerte auf ein Jahr hoch?
Rendite mal 12, Downside-Volatilität mal Wurzel aus 12.
- Sortino Ratio berechnen
- Sortino Ratio Formel
- Downside Volatilität
- Downside Deviation berechnen
- Sortino vs Sharpe
- risikoadjustierte Rendite
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Modellrechnungen mit angenommenen Werten und keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Kapitalanlagen und der Handel mit Hebelprodukten sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden; frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Vor Entscheidungen sollten Sie eine unabhängige Beratung einholen.
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