Finanzen & Sparen

Value at Risk eines Depots berechnen

Geben Sie Depotwert, Jahresvolatilität, Konfidenzniveau und Haltedauer ein. Der Rechner schätzt, welchen Verlust Ihr Depot in diesem Zeitraum mit der gewählten Wahrscheinlichkeit nicht überschreitet.

Depot und Zeitraum
Breite Aktienindizes liegen langfristig oft zwischen 15 und 20 Prozent.
Bei kurzen Zeiträumen meist 0 angesetzt.
Ergebnis

Was der Value at Risk misst

Der Value at Risk, kurz VaR, fasst das Verlustrisiko eines Depots in einer einzigen Zahl zusammen. Er gibt an, welcher Verlust in einem festgelegten Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Ein VaR von 6.553 Euro bei 95 Prozent und zehn Tagen heißt: In 95 von 100 solchen Zeiträumen fällt der Verlust geringer aus, in fünf von 100 höher.

Der Rechner nutzt die parametrische Methode, auch Varianz-Kovarianz-Ansatz genannt. Sie unterstellt normalverteilte Renditen. Die Jahresvolatilität wird mit der Wurzel aus der Zeit auf die Haltedauer umgerechnet und mit dem Quantil der Normalverteilung multipliziert. Bei 95 Prozent beträgt dieses Quantil rund 1,645, bei 99 Prozent rund 2,326.

Banken nutzen den VaR seit den 1990er-Jahren zur Risikosteuerung. Für Privatanleger ist er ein greifbares Maß, um einzuschätzen, ob die Schwankungen eines Depots zur eigenen Risikobereitschaft passen.

VaR=Depotwert×(z×σ×TageHandelstage−μ⋅TageHandelstage)\text{VaR} = \text{Depotwert} \times \left(z \times \sigma \times \sqrt{\frac{\text{Tage}}{\text{Handelstage}}} - \frac{\mu \cdot \text{Tage}}{\text{Handelstage}}\right)

Beispiel: Depotwert 100.000 Euro, Volatilität 20 Prozent, 95 Prozent Konfidenz, zehn Handelstage, keine erwartete Rendite: Die Volatilität im Zeitraum beträgt 20 × √(10 ÷ 252) = 3,98 Prozent. Der VaR liegt bei 1,645 × 3,98 = 6,55 Prozent, also 6.553 Euro. Der Expected Shortfall beträgt 8.218 Euro.

Grenzen der Kennzahl

Der VaR sagt nichts darüber, wie hoch der Verlust in den seltenen schlechten Fällen ausfällt. Dafür zeigt der Rechner zusätzlich den Expected Shortfall, auch Conditional VaR genannt. Er ist der durchschnittliche Verlust in genau den Fällen, in denen der VaR überschritten wird, und liegt immer darüber.

Reale Kursverläufe haben dickere Ränder als die Normalverteilung. Starke Einbrüche wie 2008 oder im März 2020 treten häufiger auf, als das Modell erwartet. Zudem steigt die Volatilität gerade in Krisen sprunghaft an. Der parametrische VaR unterschätzt das Risiko deshalb in Stressphasen.

Die Volatilität eines gemischten Depots ist meist kleiner als der Durchschnitt der Einzelwerte, weil sich Schwankungen teilweise ausgleichen. Tragen Sie daher die Volatilität des Gesamtdepots ein. Sie lässt sich aus historischen Depotwerten mit dem Volatilitäts-Rechner ermitteln.

Nutzen Sie den VaR als Orientierung und nicht als Obergrenze. Ein Blick auf den größten historischen Rückgang mit dem Drawdown-Rechner ergänzt das Bild. Die Berechnung ist eine Modellrechnung und keine Anlageberatung.

Tipps und typische Fehler

Risiko greifbar machen.

  • Volatilität: Des Gesamtdepots.
  • Shortfall: Mit ansehen.
  • Krisen: Höher ansetzen.
  • Kein Limit: Nur Orientierung.

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Häufige Fragen

Was bedeutet ein VaR von 95 Prozent?

In 95 von 100 Zeiträumen ist der Verlust kleiner als der VaR, in 5 von 100 größer.

Was ist der Expected Shortfall?

Der durchschnittliche Verlust in den Fällen, in denen der VaR überschritten wird.

Warum wird mit der Wurzel der Zeit gerechnet?

Bei unabhängigen Renditen wächst die Varianz linear mit der Zeit, die Volatilität daher mit der Wurzel.

Wie wähle ich die Haltedauer?

Nach dem Zeitraum, in dem Sie realistisch reagieren oder verkaufen könnten.

Was unterscheidet historischen und parametrischen VaR?

Der historische nutzt echte vergangene Renditen, der parametrische eine Normalverteilung.

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