Stand: Gesetzeslage 2026. Vereinfachte Berechnung. Im Einzelfall sind Abweichungen möglich, zum Beispiel durch Freibeträge, Kirchensteuer, Sonderausgaben oder besondere Lebenslagen. Verbindlich beantworten das Finanzamt, ein Steuerberater oder die Rentenversicherung.
Was die Mindestbesteuerung bedeutet
Verluste, die in einem Jahr nicht mit anderen Einkünften ausgeglichen werden können, lassen sich in spätere Jahre vortragen. Der Abzug ist aber nicht unbegrenzt möglich. Nach § 10d Abs. 2 EStG dürfen Verluste nur bis zu einem Sockelbetrag von 1 Million Euro, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2 Millionen Euro, uneingeschränkt verrechnet werden. Von dem darüber hinausgehenden Gesamtbetrag der Einkünfte ist nur ein bestimmter Prozentsatz abziehbar.
Der Rest der Einkünfte wird besteuert, obwohl noch Verlustvorträge vorhanden sind. Daher der Name Mindestbesteuerung: Ein Unternehmen mit hohen Altverlusten zahlt in Gewinnjahren dennoch Steuern. Die Verluste gehen dabei nicht verloren, ihr Abzug wird nur zeitlich gestreckt.
Mit dem Wachstumschancengesetz wurde der Prozentsatz für die Veranlagungszeiträume 2024 bis 2027 bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer von 60 auf 70 Prozent angehoben, ab 2028 sollen wieder 60 Prozent gelten. Für die Gewerbesteuer gilt nach § 10a GewStG weiterhin ein Sockel von 1 Million Euro und 60 Prozent. Beide Werte sind im Rechner änderbar, damit Sie jede Steuerart und jedes Jahr abbilden können.
Ergebnis einordnen
Die Mehrsteuer ist vor allem ein Liquiditätseffekt: Was heute wegen der Begrenzung versteuert wird, kann in späteren Jahren über den verbleibenden Verlustvortrag wieder abgezogen werden, sofern dann Gewinne entstehen. Endgültig wird die Belastung erst, wenn der Vortrag nie mehr genutzt werden kann, etwa bei Liquidation oder beim Wegfall des Vortrags nach einem schädlichen Anteilseignerwechsel.
Die Angabe der Jahre bis zum Verbrauch des Vortrags unterstellt, dass die Einkünfte jedes Jahr gleich hoch bleiben. Schwanken die Gewinne, ändert sich auch der jährlich mögliche Abzug. Bei Einkünften unterhalb des Sockelbetrags greift die Begrenzung nicht, dann wird der Vortrag bis zur Höhe der Einkünfte vollständig verrechnet.
Bei der Einkommensteuer wird vor dem Verlustvortrag zunächst ein Verlustrücktrag in die zwei Vorjahre geprüft, soweit er nicht abgewählt wurde. Auf die Gewerbesteuer ist der Rücktrag nicht anwendbar. Zudem gelten für einzelne Einkunftsarten eigene Verrechnungsbeschränkungen, etwa für Verluste aus Termingeschäften oder privaten Veräußerungsgeschäften.
Der Rechner liefert eine überschlägige Berechnung nach den eingegebenen Werten und ersetzt keine Steuerberatung. Prüfen Sie den für Ihr Veranlagungsjahr gültigen Prozentsatz und Sockelbetrag.
Tipps und typische Fehler
Verluste nutzen.
- Sockel: Voll nutzen.
- Rücktrag: Zuerst prüfen.
- Liquidität: Mehrsteuer einplanen.
- Stand: Prozentsatz prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist die Mindestbesteuerung?
Die Begrenzung des Verlustvortrags, nach der Gewinne über dem Sockelbetrag nur teilweise mit Altverlusten verrechnet werden dürfen.
Wie hoch ist der Sockelbetrag beim Verlustvortrag?
1 Million Euro, bei Zusammenveranlagung 2 Millionen Euro.
Gilt die 70-Prozent-Grenze auch bei der Gewerbesteuer?
Nein, bei der Gewerbesteuer bleibt es bei 60 Prozent über dem Sockel von 1 Million Euro.
Wie lange kann ein Verlust vorgetragen werden?
Zeitlich unbegrenzt, solange keine Sonderregel den Vortrag entfallen lässt.
Wie hoch ist der Verlustrücktrag?
Bei der Einkommensteuer derzeit bis 10 Millionen Euro, bei Zusammenveranlagung 20 Millionen Euro; Stand prüfen.
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- § 10d Abs. 2 EStG
- Sockelbetrag Verlustvortrag
- Verlustvortrag 70 Prozent
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