So funktioniert die Kostenvergleichsrechnung
Die Kostenvergleichsrechnung ist das einfachste Verfahren der Investitionsrechnung. Sie vergleicht zwei oder mehr Anlagen, die dieselbe Leistung erbringen, anhand ihrer durchschnittlichen jährlichen Kosten. Weil der zeitliche Verlauf von Zahlungen keine Rolle spielt, zählt sie zu den statischen Verfahren. Sie eignet sich vor allem für Ersatzinvestitionen und für die Wahl zwischen technischen Alternativen.
Zu den Kosten einer Anlage gehören zunächst die Kapitalkosten. Die kalkulatorische Abschreibung verteilt den Wertverlust, also Anschaffungskosten minus Restwert, gleichmäßig auf die Nutzungsdauer. Die kalkulatorischen Zinsen berücksichtigen, dass im Mittel die Hälfte von Anschaffungskosten plus Restwert im Unternehmen gebunden ist und anderweitig Ertrag bringen könnte. Hinzu kommen sonstige Fixkosten wie Wartung oder Versicherung.
Die variablen Kosten, etwa Energie, Material und Löhne je Stück, hängen von der Produktionsmenge ab. Hat eine Anlage höhere Fixkosten, aber niedrigere variable Kosten, gibt es eine kritische Menge, bei der beide gleich teuer sind. Der Rechner ermittelt die Gesamtkosten, die Stückkosten und diese Grenze.
Grenzen des Verfahrens
Die Kostenvergleichsrechnung beantwortet nur die Frage, welche Anlage billiger produziert. Ob sich eine Investition überhaupt lohnt, zeigt sie nicht, denn Erlöse fließen nicht ein. Erzeugen die Anlagen unterschiedliche Mengen oder Qualitäten und damit unterschiedliche Umsätze, ist die Gewinnvergleichsrechnung oder ein dynamisches Verfahren wie die Kapitalwertmethode besser geeignet.
Unterscheiden sich die Nutzungsdauern deutlich, ist der Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig. Es bleibt offen, was nach dem Ende der kürzeren Nutzungsdauer passiert. Üblich ist die Annahme, dass die Anlage dann durch eine gleichwertige ersetzt wird. Der Rechner vergleicht die Kosten eines durchschnittlichen Jahres und folgt damit dieser Annahme.
Bei Ersatzinvestitionen wird die alte Anlage oft mit einer neuen verglichen. Für die alte Anlage zählen dann nicht die ursprünglichen Anschaffungskosten, sondern der heute noch erzielbare Restwert als gebundenes Kapital. Ihre weitere Abschreibung ergibt sich aus dem aktuellen Wert minus Restwert am Ende der Restnutzungsdauer, geteilt durch diese Restnutzungsdauer.
Der kalkulatorische Zinssatz sollte die Rendite widerspiegeln, die das Unternehmen mit dem Kapital anderweitig erzielen könnte, oder die Finanzierungskosten. Je höher er ist, desto stärker werden kapitalintensive Anlagen benachteiligt. Testen Sie verschiedene Zinssätze und Mengen, um zu sehen, wie robust die Entscheidung ist. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Investitions- oder Steuerberatung.
Tipps und typische Fehler
Investitionen vergleichen.
- Gleiche Leistung: Voraussetzung.
- Zinssatz: Variieren.
- Menge: Mit kritischer Menge prüfen.
- Dynamisch: Bei großen Beträgen ergänzen.
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Häufige Fragen
Was sind kalkulatorische Zinsen?
Die Verzinsung des durchschnittlich gebundenen Kapitals, berechnet als (Anschaffungskosten + Restwert) ÷ 2 × Zinssatz.
Wann ist die Kostenvergleichsrechnung geeignet?
Wenn Anlagen gleiche Leistungen und Erlöse bringen und nur die Kosten den Unterschied machen, etwa bei Ersatzinvestitionen.
Was zeigt die kritische Menge?
Die Produktionsmenge, bei der beide Anlagen gleich viel kosten; darüber lohnt die Anlage mit den niedrigeren variablen Kosten.
Was ist der Unterschied zur Gewinnvergleichsrechnung?
Die Gewinnvergleichsrechnung bezieht zusätzlich die Erlöse ein und eignet sich bei unterschiedlichen Leistungen.
Ist die Kostenvergleichsrechnung statisch oder dynamisch?
Statisch, sie betrachtet ein Durchschnittsjahr ohne Abzinsung.
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