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Eigenfertigung oder Fremdbezug berechnen

Tragen Sie den Einkaufspreis, die variablen Kosten und die zusätzlichen Fixkosten der Eigenfertigung sowie Ihre Bedarfsmenge ein. Der Rechner zeigt, welche Variante günstiger ist und ab welcher Menge sich das ändert.

Kosten beider Varianten
Einstandspreis einschließlich Fracht und Bezugskosten.
Material, Fertigungslöhne und andere Kosten, die je Stück anfallen.
Nur Kosten, die durch die Eigenfertigung zusätzlich entstehen, etwa Abschreibung einer neuen Maschine.
Ergebnis

Selber machen oder einkaufen?

Die Make-or-Buy-Entscheidung gehört zu den klassischen Fragen der Kostenrechnung. Ein Unternehmen kann ein Bauteil, eine Dienstleistung oder ein Zwischenprodukt selbst herstellen oder bei einem Lieferanten einkaufen. Beide Wege verursachen unterschiedliche Kostenstrukturen: Der Einkauf ist meist rein variabel, die eigene Fertigung bringt dagegen Fixkosten für Maschinen, Werkzeuge oder Personal mit sich.

Weil die Fixkosten der Eigenfertigung unabhängig von der Menge anfallen, verteilen sie sich bei großen Stückzahlen auf viele Einheiten. Ab einer bestimmten Menge, der kritischen Menge, sind beide Varianten gleich teuer. Darunter lohnt sich der Fremdbezug, darüber die Eigenfertigung, vorausgesetzt die variablen Kosten der Eigenfertigung liegen unter dem Einkaufspreis.

Der Rechner vergleicht die Gesamtkosten beider Varianten für Ihre Bedarfsmenge, nennt den Kostenvorteil und die kritische Menge. Liegen die variablen Kosten bereits über dem Einkaufspreis, gibt es keine kritische Menge, und der Fremdbezug ist bei jeder Stückzahl günstiger.

Kosten Eigenfertigung=Fixkosten+variable Kosten×Menge; Kosten Fremdbezug=Preis×Menge; kritische Menge=FixkostenPreis−variable Kosten\text{Kosten Eigenfertigung} = \text{Fixkosten} + \text{variable Kosten} \times \text{Menge};\ \text{Kosten Fremdbezug} = \text{Preis} \times \text{Menge};\ \text{kritische Menge} = \frac{\text{Fixkosten}}{\text{Preis} - \text{variable Kosten}}

Beispiel: Ein Bauteil kostet im Einkauf 12 Euro. In eigener Fertigung fallen 8 Euro variable Kosten je Stück an, dazu 30.000 Euro zusätzliche Fixkosten im Jahr. Die kritische Menge beträgt 30.000 ÷ (12 − 8) = 7.500 Stück. Bei einem Bedarf von 10.000 Stück kostet die Eigenfertigung 110.000 Euro, der Fremdbezug 120.000 Euro. Die Eigenfertigung ist um 10.000 Euro günstiger, die Stückkosten liegen bei 11 Euro.

Mehr als nur Kosten

Für die Rechnung zählen nur entscheidungsrelevante Kosten. Fixkosten, die ohnehin anfallen, etwa die Miete einer vorhandenen, nicht ausgelasteten Halle, verändern sich durch die Entscheidung nicht und gehören nicht in den Vergleich. Wer sie dennoch anteilig umlegt, rechnet die Eigenfertigung künstlich teurer. Umgekehrt dürfen neue Kosten, etwa für zusätzliches Personal oder Qualitätsprüfungen, nicht vergessen werden.

Bei freien Kapazitäten kann die Eigenfertigung kurzfristig schon dann sinnvoll sein, wenn die variablen Kosten unter dem Einkaufspreis liegen. Sind die Kapazitäten dagegen ausgelastet, verdrängt die Eigenfertigung andere Aufträge. Dann müssen die entgangenen Deckungsbeiträge als Opportunitätskosten in die Rechnung einfließen, und das Ergebnis kann sich umkehren.

Neben den Kosten spielen qualitative Gründe eine wichtige Rolle. Eigenfertigung sichert Know-how, Qualität und Unabhängigkeit, bindet aber Kapital und Personal. Der Fremdbezug ist flexibler und nutzt die Spezialisierung des Lieferanten, birgt aber Risiken bei Lieferengpässen, Preissteigerungen oder Abhängigkeit von wenigen Anbietern. Viele Unternehmen bewerten diese Punkte zusätzlich in einer Nutzwertanalyse.

Prüfen Sie außerdem, wie stabil die Bedarfsmenge ist. Liegt sie nur knapp über der kritischen Menge, kann schon ein kleiner Nachfragerückgang den Vorteil aufzehren. Bei mehrjährigen Investitionen lohnt sich ergänzend eine Kostenvergleichs- oder Kapitalwertrechnung, die Abschreibung, Zinsen und den zeitlichen Verlauf berücksichtigt.

Tipps und typische Fehler

Richtig vergleichen.

  • Relevante Kosten: Nur veränderliche.
  • Kapazität: Engpässe prüfen.
  • Qualität: Mitbewerten.
  • Menge: Puffer zur Grenze.

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Häufige Fragen

Was ist die kritische Menge beim Make-or-Buy?

Die Stückzahl, bei der Eigenfertigung und Fremdbezug gleich viel kosten; darüber lohnt sich die Eigenfertigung.

Welche Fixkosten gehören in den Vergleich?

Nur die Kosten, die durch die Eigenfertigung zusätzlich entstehen oder bei Fremdbezug wegfallen würden.

Spielen Qualität und Lieferzeit eine Rolle?

Ja, diese Punkte fließen nicht in die Rechnung ein und sollten zusätzlich bewertet werden.

Was sind Opportunitätskosten beim Make-or-Buy?

Entgangene Deckungsbeiträge anderer Aufträge, wenn die Eigenfertigung knappe Kapazitäten belegt.

Was ist Outsourcing?

Die Verlagerung bisher selbst erbrachter Leistungen an externe Anbieter, also eine Buy-Entscheidung.

Auch gesucht als:
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  • Eigenfertigung oder Fremdbezug
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