Wie das Dividendendiskontmodell funktioniert
Aus Sicht eines langfristigen Aktionärs ist eine Aktie so viel wert wie alle künftigen Dividenden, abgezinst auf heute. Myron Gordon hat diese Überlegung für den Fall vereinfacht, dass die Dividende dauerhaft mit einer konstanten Rate wächst. Dann lässt sich die unendliche Reihe in eine kurze Formel fassen.
Man teilt die Dividende des nächsten Jahres durch die Differenz aus geforderter Rendite und Wachstumsrate. Die Dividende des nächsten Jahres ergibt sich aus der zuletzt gezahlten Dividende, erhöht um ein Jahr Wachstum. Je näher Wachstum und Renditeforderung beieinanderliegen, desto höher wird der rechnerische Wert.
Der Rechner zeigt außerdem, welche Rendite der aktuelle Börsenkurs nach dem Modell verspricht: die Dividendenrendite zum Kurs plus die Wachstumsrate. Liegt diese implizite Rendite über Ihrer Forderung, erscheint die Aktie nach dem Modell günstig.
Grenzen und sinnvolle Anwendung
Das Modell passt am besten zu reifen Unternehmen mit stabiler Ausschüttungspolitik, etwa Versorgern, Versicherern oder großen Konsumgüterherstellern. Für Wachstumsunternehmen ohne Dividende oder mit stark schwankenden Ausschüttungen liefert es keine brauchbaren Werte. Dort ist eine Bewertung über den freien Cashflow aussagekräftiger.
Die Wachstumsrate muss dauerhaft erreichbar sein. Auf lange Sicht kann ein Unternehmen nicht schneller wachsen als die Gesamtwirtschaft, deshalb setzen Bewerter meist Werte in der Nähe des nominalen Wirtschaftswachstums an. Wer kurzfristig hohe Zuwachsraten erwartet, sollte ein mehrstufiges Modell verwenden.
Das Ergebnis reagiert sehr empfindlich. Steigt im Beispiel das Wachstum nur von 4 auf 5 Prozent, erhöht sich der faire Wert von 52 auf 70 Euro. Prüfen Sie daher immer mehrere Kombinationen. Die geforderte Rendite können Sie mit dem CAPM-Rechner aus Beta und Marktrisikoprämie ableiten.
Achten Sie auch darauf, ob die Dividende aus dem laufenden Gewinn gedeckt ist. Eine hohe Ausschüttungsquote lässt wenig Raum für Wachstum. Der Rechner liefert eine Modellrechnung und ersetzt keine Anlageberatung.
Tipps und typische Fehler
Bewertung mit Vorsicht.
- Wachstum: Konservativ.
- Abstand: r deutlich über g.
- Szenarien: Mehrere rechnen.
- Deckung: Gewinn prüfen.
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Häufige Fragen
Warum muss die Rendite über dem Wachstum liegen?
Sonst wird der Nenner null oder negativ und die Reihe der Dividenden hat keinen endlichen Wert.
Welche Dividende trage ich ein?
Die zuletzt gezahlte Jahresdividende je Aktie, der Rechner ergänzt ein Jahr Wachstum.
Gilt das Modell für Aktien ohne Dividende?
Nein, dafür eignet sich eher eine Bewertung über Cashflows.
Welche Wachstumsrate ist realistisch?
Dauerhaft meist nicht mehr als das nominale Wirtschaftswachstum.
Für welche Aktien passt das Modell?
Für reife Unternehmen mit stabiler, wachsender Dividende.
- Gordon Growth Model
- Dividendendiskontmodell
- fairer Wert Aktie Dividende
- innerer Wert Aktie berechnen
- Gordon Wachstumsmodell
- Dividend Discount Model
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Modellrechnungen mit angenommenen Werten und keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Kapitalanlagen und der Handel mit Hebelprodukten sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden; frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Vor Entscheidungen sollten Sie eine unabhängige Beratung einholen.
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