Wie funktioniert ein DCF-Modell?
Das Discounted-Cashflow-Verfahren bewertet ein Unternehmen nach dem Geld, das es in Zukunft erwirtschaftet. Künftige freie Cashflows werden geschätzt und mit einem Diskontsatz auf heute abgezinst, weil ein Euro in zehn Jahren weniger wert ist als ein Euro heute und weil Anleger für das Risiko eine Rendite verlangen. Die Summe dieser Barwerte ist der Unternehmenswert.
Der Rechner verwendet ein einfaches Zwei-Phasen-Modell. In der Planphase wächst der Free Cashflow mit einer festen Rate. Danach wird ein Endwert berechnet, der alle späteren Jahre mit einem dauerhaften, niedrigeren Wachstum zusammenfasst. Er folgt dem Gordon-Wachstumsmodell und wird ebenfalls auf heute abgezinst.
Vom Unternehmenswert wird die Nettofinanzverschuldung abgezogen, denn sie steht den Fremdkapitalgebern zu. Der verbleibende Eigenkapitalwert geteilt durch die Zahl der Aktien ergibt den fairen Wert je Aktie. Mit dem aktuellen Kurs zeigt der Rechner, wie weit der Markt davon entfernt ist.
Unternehmenswert = Σ FCF_t ÷ (1 + WACC)^t + Endwert ÷ (1 + WACC)^n; Endwert = FCF_n × (1 + g) ÷ (WACC − g); Wert je Aktie = (Unternehmenswert − Nettoschulden) ÷ Aktien
Annahmen prüfen und Szenarien rechnen
Das Ergebnis eines DCF-Modells ist nur so gut wie seine Annahmen. Schon kleine Änderungen beim Diskontsatz oder beim ewigen Wachstum verschieben den Wert erheblich, weil der Endwert meist den größten Teil ausmacht. Rechnen Sie deshalb mehrere Szenarien, etwa mit einem Prozentpunkt mehr und weniger beim Diskontsatz, und betrachten Sie eine Spanne statt eines einzelnen Werts.
Der Diskontsatz entspricht in der Praxis meist den gewichteten Kapitalkosten (WACC) aus Eigen- und Fremdkapital. Die Eigenkapitalkosten werden oft mit dem CAPM aus risikolosem Zins, Beta und Marktrisikoprämie geschätzt. Für etablierte Unternehmen in Europa liegen übliche Werte grob zwischen 6 und 10 Prozent, für riskantere höher.
Das ewige Wachstum sollte das langfristige nominale Wirtschaftswachstum nicht übersteigen, sonst würde das Unternehmen irgendwann größer als die Volkswirtschaft. Viele Analysten setzen 1 bis 2,5 Prozent an. Die Planphase sollte so lang sein, bis das Unternehmen einen stabilen Zustand erreicht hat.
Ein DCF-Modell eignet sich vor allem für Unternehmen mit planbaren, positiven Cashflows. Für Banken und Versicherungen sind andere Verfahren üblich. Ergänzend lohnen Multiplikatoren wie EV/EBITDA aus dem EV/EBITDA-Rechner oder die Free-Cashflow-Rendite. Den Barwert einzelner Zahlungen berechnet der Kapitalwert-Rechner. Der Rechner ist keine Anlageberatung.
Tipps und typische Fehler
DCF sinnvoll nutzen.
- Szenarien: Mehrere rechnen.
- Wachstum: Ewig moderat.
- WACC: Begründen.
- Endwert: Anteil prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist ein DCF-Modell?
Ein Bewertungsverfahren, das künftige freie Cashflows mit einem Diskontsatz auf heute abzinst.
Warum ist der Endwert so wichtig?
Er fasst alle Jahre nach der Planphase zusammen und macht oft 60 bis 80 Prozent des Werts aus.
Welchen Diskontsatz sollte ich verwenden?
Meist die gewichteten Kapitalkosten (WACC), bei etablierten Unternehmen grob 6 bis 10 Prozent.
Was ist der WACC?
Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten aus Eigen- und Fremdkapital.
Was ist das Gordon-Wachstumsmodell?
Eine Formel für den Wert einer ewig mit konstanter Rate wachsenden Zahlungsreihe.
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