Finanzen & Sparen

Enterprise Value und EV/EBITDA berechnen

Tragen Sie Kurs, Aktienzahl, Finanzschulden, liquide Mittel, Minderheitsanteile und das EBITDA ein. Der Rechner berechnet Enterprise Value und Multiple.

Börsenwert und Bilanz
Ausstehende Aktien in Millionen, ohne eigene Aktien.
Anleihen und Bankkredite; je nach Quelle mit Leasing- und Pensionsverpflichtungen.
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eines Jahres.
Ergebnis

Was ist der Enterprise Value?

Der Enterprise Value, auf Deutsch Unternehmenswert, ist der Preis, den ein Käufer für das gesamte Unternehmen einschließlich seiner Schulden zahlen müsste. Er besteht aus dem Börsenwert des Eigenkapitals plus den Finanzschulden, abzüglich der liquiden Mittel, die der Käufer mit übernimmt. Hinzu kommen Anteile von Minderheitsgesellschaftern an Tochterfirmen.

Teilt man den Enterprise Value durch das EBITDA, erhält man das EV/EBITDA-Multiple. Es zeigt, das Wievielfache des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen für das Unternehmen bezahlt wird. Weil Zinsen, Steuern und Abschreibungen herausgerechnet sind, lassen sich Unternehmen mit unterschiedlicher Finanzierung und Steuerlast besser vergleichen als mit dem KGV.

Der Rechner zeigt außerdem die Nettofinanzverschuldung und ihr Verhältnis zum EBITDA. Diese Kennzahl gibt an, wie viele Jahre das Unternehmen mit seinem EBITDA rechnerisch bräuchte, um die Nettoschulden zu tilgen. Werte über drei gelten in vielen Branchen als hoch.

Enterprise Value=Marktkapitalisierung+Finanzschulden−liquide Mittel+Minderheitsanteile; EV / EBITDA=Enterprise ValueEBITDA\text{Enterprise Value} = \text{Marktkapitalisierung} + \text{Finanzschulden} - \text{liquide Mittel} + \text{Minderheitsanteile};\ \text{EV}\,/\,\text{EBITDA} = \frac{\text{Enterprise Value}}{\text{EBITDA}}

Beispiel: Ein Unternehmen ist an der Börse 200 Millionen Aktien × 45 Euro = 9.000 Millionen Euro wert. Es hat 3.000 Millionen Euro Finanzschulden und 1.000 Millionen Euro liquide Mittel, die Nettofinanzverschuldung beträgt also 2.000 Millionen Euro. Der Enterprise Value liegt bei 11.000 Millionen Euro. Bei einem EBITDA von 1.500 Millionen Euro ergibt sich ein EV/EBITDA von 7,33. Die Nettoverschuldung entspricht dem 1,33-Fachen des EBITDA.

EV/EBITDA richtig deuten

Typische Werte unterscheiden sich stark nach Branche. Kapitalintensive Branchen mit geringem Wachstum, etwa Versorger oder Grundstoffe, werden oft mit niedrigen einstelligen Multiples bewertet, wachstumsstarke Technologie- oder Gesundheitsunternehmen deutlich höher. Vergleichen Sie deshalb nur Unternehmen derselben Branche und möglichst denselben Zeitraum.

Das EBITDA blendet Abschreibungen aus. Für Unternehmen, die laufend viel in Anlagen investieren müssen, kann es das Ergebnis deshalb zu günstig darstellen. Ergänzend lohnt der Blick auf EV/EBIT oder auf den Free Cashflow, der Investitionen berücksichtigt. Die Free-Cashflow-Rendite berechnet der Free-Cashflow-Rendite-Rechner.

Achten Sie auf eine einheitliche Abgrenzung. Manche Datenanbieter rechnen Pensionsverpflichtungen und Leasingverbindlichkeiten zu den Schulden, andere nicht. Seit Leasingverträge in der Bilanz erscheinen, ist auch das EBITDA vieler Unternehmen höher. Für einen fairen Vergleich müssen Zähler und Nenner zueinander passen.

Bei Übernahmen dient EV/EBITDA häufig als Orientierung für den Kaufpreis. Für eine ausführlichere Bewertung eignet sich ein Discounted-Cashflow-Modell, wie es der DCF-Rechner vereinfacht abbildet. Das EBITDA selbst ermittelt der EBITDA-Rechner. Der Rechner ist keine Anlageberatung.

Tipps und typische Fehler

Multiples vergleichen.

  • Abgrenzung: Einheitlich.
  • Branche: Gleiche wählen.
  • Capex: Mitbeachten.
  • Schulden: Vollständig.

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Häufige Fragen

Was ist ein guter EV/EBITDA-Wert?

Das hängt von der Branche ab; einstellige Werte gelten oft als günstig, zweistellige als hoch.

Warum zieht man Cash vom Enterprise Value ab?

Weil ein Käufer die liquiden Mittel mit übernimmt und damit Schulden tilgen könnte.

Was ist der Unterschied zwischen EV und Marktkapitalisierung?

Die Marktkapitalisierung ist nur das Eigenkapital, der EV umfasst zusätzlich die Nettoschulden.

Was ist EV/EBIT?

Das Verhältnis von Enterprise Value zum operativen Ergebnis nach Abschreibungen.

Was ist Nettoverschuldung zu EBITDA?

Eine Kennzahl für die Verschuldung: Nettofinanzschulden geteilt durch EBITDA.

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