Was das CAPM aussagt
Das Capital Asset Pricing Model, kurz CAPM, beantwortet eine einfache Frage: Welche Rendite sollte ein Anleger für ein bestimmtes Risiko mindestens verlangen? Ausgangspunkt ist der risikolose Zins, den man ohne Schwankungsrisiko erhält. Dazu kommt ein Aufschlag für das Marktrisiko, der mit dem Beta der Aktie gewichtet wird.
Das Beta misst, wie stark eine Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt schwankt. Ein Beta von 1,2 bedeutet, dass der Kurs bei einem Marktanstieg von 10 Prozent im Mittel um 12 Prozent steigt und bei einem Rückgang ebenso stärker fällt. Nach dem Modell wird nur dieses marktbezogene Risiko vergütet, weil sich das unternehmensspezifische Risiko durch Streuung beseitigen lässt.
In der Unternehmensbewertung dient das Ergebnis als Eigenkapitalkosten. Sie fließen in den Diskontierungszins einer DCF-Bewertung oder in die Kapitalkosten WACC ein. Privatanleger nutzen das CAPM, um zu prüfen, ob die eigene Renditeerwartung für eine Aktie im Verhältnis zu ihrem Risiko plausibel ist.
Annahmen richtig wählen
Der risikolose Zins wird meist aus der Rendite zehn- oder dreißigjähriger Staatsanleihen bester Bonität abgeleitet. Er schwankt mit dem Zinsniveau, deshalb ist er im Rechner frei einstellbar. Prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie mit dem Ergebnis weiterrechnen.
Die Marktrisikoprämie ist die umstrittenste Größe. Historische Auswertungen für breite Aktienmärkte liegen je nach Zeitraum und Methode grob zwischen 4 und 7 Prozentpunkten. Bewerter in Deutschland orientieren sich häufig an Empfehlungen von Fachgremien. Rechnen Sie am besten mehrere Szenarien, statt sich auf einen Wert festzulegen.
Das Beta stammt aus einer Regression vergangener Kursdaten gegen einen Index. Es hängt vom gewählten Index, vom Zeitraum und von der Datenfrequenz ab. Junge Unternehmen oder stark veränderte Geschäftsmodelle haben oft wenig aussagekräftige Werte. Den Beta-Faktor aus eigenen Kursdaten berechnet der Beta-Faktor-Rechner.
Das Modell beruht auf vereinfachenden Annahmen wie effizienten Märkten und einheitlichen Erwartungen. Empirisch erklärt es Renditeunterschiede nur teilweise. Das Ergebnis ist daher eine Orientierungsgröße und keine Prognose. Die Berechnung ersetzt keine Anlageberatung.
Tipps und typische Fehler
Rendite plausibel einschätzen.
- Zins: Aktuell halten.
- Beta: Index passend wählen.
- Prämie: Szenarien rechnen.
- Alpha: Kritisch prüfen.
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Häufige Fragen
Was bedeutet ein negatives Beta?
Die Aktie bewegt sich im Mittel gegen den Markt. Das CAPM verlangt dann eine Rendite unter dem risikolosen Zins.
Was ist Jensens Alpha?
Die Differenz zwischen tatsächlicher oder erwarteter Rendite und der CAPM-Rendite.
Wofür braucht man das CAPM in der Bewertung?
Zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten als Abzinsungssatz.
Welche Marktrisikoprämie ist üblich?
Historisch grob 4 bis 7 Prozentpunkte, je nach Zeitraum und Methode.
Woher bekomme ich das Beta einer Aktie?
Aus Finanzportalen oder per Regression eigener Kursdaten gegen einen Index.
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Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Modellrechnungen mit angenommenen Werten und keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Kapitalanlagen und der Handel mit Hebelprodukten sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden; frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Vor Entscheidungen sollten Sie eine unabhängige Beratung einholen.
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