Kann das Unternehmen seine Zinsen tragen?
Der Zinsdeckungsgrad, englisch Interest Coverage Ratio, zeigt, wie oft das operative Ergebnis die Zinsen deckt. Er wird berechnet als EBIT geteilt durch den Zinsaufwand. Ein Unternehmen mit 300.000 Euro EBIT und 60.000 Euro Zinsen hat einen Zinsdeckungsgrad von 5: Das Ergebnis reicht fünfmal für die Zinsen.
Banken, Ratingagenturen und Investoren nutzen die Kennzahl, um die Schuldentragfähigkeit einzuschätzen. Werte über 3 gelten als solide, zwischen 1,5 und 3 als knapp und darunter als kritisch. Unter 1 kann das Unternehmen seine Zinsen nicht aus dem laufenden Geschäft bezahlen und muss auf Reserven oder neue Kredite zurückgreifen.
Der Rechner zeigt zusätzlich das EBIT nach Zinsen und die höchste Zinslast, die bei einem Deckungsgrad von 3 noch tragbar wäre. Das hilft bei der Planung neuer Kredite.
Kennzahl richtig einordnen
Steigende Zinsen wirken direkt auf den Zinsdeckungsgrad. Wer variable Kredite hat oder bald anschlussfinanzieren muss, sollte mit höheren Zinssätzen rechnen. Spielen Sie Szenarien durch: Was passiert, wenn sich der Zins verdoppelt oder das Ergebnis um ein Drittel sinkt? Die Rate eines Kredits zeigt der Kreditrechner.
Manche Analysten nutzen statt EBIT das EBITDA, also vor Abschreibungen. Das ergibt höhere Werte, da Abschreibungen nicht abgezogen werden. Für kapitalintensive Unternehmen mit hohen Abschreibungen ist das EBIT aussagekräftiger. Das EBITDA berechnet der EBITDA-Rechner.
Ergänzend betrachten Banken den Verschuldungsgrad und die Kapitaldienstfähigkeit, also ob neben den Zinsen auch die Tilgung bezahlt werden kann. Beides zeigen der Verschuldungsgrad-Rechner und der Kapitaldienst-Rechner. Ein einzelnes Jahr kann täuschen; vergleichen Sie mehrere Jahre.
Die Kennzahl ist eine Orientierung für die Analyse und keine Kreditentscheidung. Branchenüblichkeiten unterscheiden sich, und einmalige Effekte im Ergebnis sollten bereinigt werden.
Ein Beispiel zeigt die Wirkung steigender Zinsen: Ein Unternehmen mit 300.000 Euro EBIT und 2 Millionen Euro Kredit zu 3 Prozent zahlt 60.000 Euro Zinsen und hat einen Zinsdeckungsgrad von 5. Steigt der Zins bei der Anschlussfinanzierung auf 6 Prozent, verdoppeln sich die Zinsen auf 120.000 Euro, und der Zinsdeckungsgrad fällt auf 2,5. Sinkt gleichzeitig das Ergebnis, wird es schnell kritisch. Deshalb lohnt es, die Kennzahl vor jeder größeren Finanzierung mit vorsichtigen Annahmen zu berechnen und Reserven einzuplanen.
Tipps und typische Fehler
Schulden tragen.
- Szenarien: Zins steigt.
- Mehrere Jahre: Vergleichen.
- Bereinigen: Einmaleffekte.
- Tilgung: Mitdenken.
Weitere Rechner: Finanzen & Sparen
Häufige Fragen
Was ist ein guter Zinsdeckungsgrad?
Über 3 gilt als solide.
Was bedeutet ein Wert unter 1?
Das Betriebsergebnis reicht nicht für die Zinsen.
EBIT oder EBITDA?
EBIT ist strenger und meist aussagekräftiger.
Wo finde ich den Zinsaufwand?
In der Gewinn- und Verlustrechnung.
Wie wirken steigende Zinsen?
Der Zinsdeckungsgrad sinkt direkt.
- Zinsdeckungsgrad berechnen
- Interest Coverage Ratio
- Zinsdeckung Kennzahl
- EBIT Zinsaufwand
- Zinsdeckungsgrad Formel
- Schuldentragfähigkeit
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Modellrechnungen mit angenommenen Werten und keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Kapitalanlagen und der Handel mit Hebelprodukten sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden; frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Vor Entscheidungen sollten Sie eine unabhängige Beratung einholen.
Alle Berechnungen erfolgen direkt in Ihrem Browser, Ihre Eingaben werden nicht übertragen oder gespeichert. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte ohne Gewähr und ersetzen keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung. Die Erklärtexte auf dieser Seite wurden mit KI erstellt. Letzte inhaltliche Änderung dieser Seite: . Mehr dazu: So entstehen und prüfen wir die Rechner.