Finanzen & Sparen

Thesaurierender oder ausschüttender ETF?

Geben Sie Anlagebetrag, erwartete Rendite, Ausschüttungsquote, Laufzeit und die steuerlichen Werte ein. Der Rechner vergleicht beide ETF-Varianten nach Steuern.

Anlage und Steuern
Dividendenrendite des ausschüttenden ETF.
Abgeltungsteuer plus Soli, gegebenenfalls Kirchensteuer. Stand prüfen.
Aktienfonds für Privatanleger. Stand prüfen.
Stand prüfen.
Wird jährlich vom Bundesfinanzministerium veröffentlicht, für 2026 sind es 3,20 %. Stand prüfen.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Vereinfachte Berechnung. Im Einzelfall sind Abweichungen möglich, zum Beispiel durch Freibeträge, Kirchensteuer, Sonderausgaben oder besondere Lebenslagen. Verbindlich beantworten das Finanzamt, ein Steuerberater oder die Rentenversicherung.

Zwei Varianten, unterschiedliche Besteuerung

Viele ETFs gibt es in zwei Varianten. Der ausschüttende ETF zahlt Dividenden regelmäßig an Sie aus. Der thesaurierende ETF legt sie im Fonds automatisch wieder an. Vor Steuern ist das Ergebnis gleich, wenn Sie die Ausschüttungen vollständig wieder investieren. Unterschiede entstehen durch die Besteuerung.

Ausschüttungen werden im Jahr des Zuflusses versteuert. Beim thesaurierenden ETF wird jedes Jahr eine Vorabpauschale angesetzt, die sich aus dem Fondswert, dem Basiszins und dem Faktor 0,7 ergibt, höchstens aber aus dem tatsächlichen Wertzuwachs. Bei Aktienfonds bleibt ein Teil der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei. Der restliche Gewinn wird erst beim Verkauf versteuert.

Der Rechner bildet beide Wege Jahr für Jahr nach. Beim ausschüttenden ETF wird die Ausschüttung nach Steuer wieder angelegt. Beim thesaurierenden ETF wird die Steuer auf die Vorabpauschale vom Konto bezahlt und am Ende vom Ergebnis abgezogen. Am Laufzeitende werden beide Depots verkauft und der verbleibende Gewinn versteuert.

Vorabpauschale=min (Fondswert×Basiszins×0,7; Wertzuwachs)−Ausschu¨ttung; steuerpflichtig=Ertrag×(1−Teilfreistellung)−freier Pauschbetrag; Steuer=steuerpflichtig×Steuersatz\text{Vorabpauschale} = \text{min}\,\left(\text{Fondswert} \times \text{Basiszins} \times 0{,}7;\ \text{Wertzuwachs}\right) - \text{Ausschüttung};\ \text{steuerpflichtig} = \text{Ertrag} \times \left(1 - \text{Teilfreistellung}\right) - \text{freier Pauschbetrag};\ \text{Steuer} = \text{steuerpflichtig} \times \text{Steuersatz}

Beispiel: 10.000 Euro, 7 Prozent Rendite, davon 2 Prozent Ausschüttung, 20 Jahre, 26,375 Prozent Steuer, 30 Prozent Teilfreistellung, 1.000 Euro freier Pauschbetrag, Basiszins 3,20 Prozent. Weil der Basisertrag von 2,24 Prozent über der Ausschüttung liegt, wird bei beiden Varianten jedes Jahr derselbe Ertrag angesetzt, und er bleibt im Freibetrag. Beide Depots sind vor der Verkaufssteuer 38.696,84 Euro wert, nach dem Verkauf bleiben jeweils 35.208,28 Euro. Ohne freien Pauschbetrag liegt der thesaurierende ETF mit 33.398,69 Euro um 1.029,98 Euro vor dem ausschüttenden mit 32.368,71 Euro.

Was den Ausschlag gibt

Der jährliche Sparerpauschbetrag ist ein wichtiger Faktor. Ist er durch andere Erträge verbraucht, werden Ausschüttungen sofort versteuert, während der thesaurierende ETF nur die Vorabpauschale versteuert und den Rest der Steuer in die Zukunft verschiebt. Dieser Steuerstundungseffekt wirkt zu seinen Gunsten. Ist der Freibetrag frei und liegt die Ausschüttung über dem Basisertrag, kann der ausschüttende ETF vorne liegen, weil mehr Ertrag jedes Jahr steuerfrei bleibt. Setzen Sie den freien Pauschbetrag im Rechner auf 0, um den Unterschied zu sehen.

Auch die Höhe des Basiszinses spielt eine Rolle. Ist er hoch, fällt die Vorabpauschale größer aus und der thesaurierende ETF wird früher besteuert. Lag der Basiszins wie in einigen früheren Jahren unter null, gab es keine Vorabpauschale. Basiszins, Teilfreistellung, Steuersatz und Freibetrag können sich ändern; bitte den aktuellen Stand prüfen.

Im Alltag zählen noch andere Punkte. Ausschüttungen eignen sich, wenn Sie regelmäßige Einnahmen wollen, etwa im Ruhestand. Thesaurierende ETFs sind bequemer beim Vermögensaufbau, weil Sie sich nicht um die Wiederanlage kümmern müssen. Bei sehr kleinen Ausschüttungen fallen bei manchen Brokern Gebühren für die Wiederanlage an.

Das Modell ist bewusst vereinfacht: gleichmäßige Rendite, Verkauf am Ende, Steuerzahlung ohne zeitliche Verschiebung und keine Verlustverrechnung. Es zeigt die Richtung und Größenordnung des Unterschieds und ersetzt keine Steuer- oder Anlageberatung.

Tipps und typische Fehler

ETF-Variante wählen.

  • Freibetrag: Nutzen.
  • Stundung: Bei Thesaurierern.
  • Ruhestand: Ausschütter praktisch.
  • Konto: Für Vorabpauschale decken.

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Häufige Fragen

Ist ein thesaurierender ETF steuerlich besser?

Meist dann, wenn der Sparerpauschbetrag sonst verbraucht ist. Dann wirkt die Steuerstundung.

Was ist die Vorabpauschale?

Ein jährlich versteuerter Mindestertrag bei Fonds, berechnet aus Fondswert, Basiszins und dem Faktor 0,7.

Warum sind beide Endwerte vor Steuer manchmal gleich?

Wenn die laufenden Erträge im Freibetrag bleiben, wird die Ausschüttung vollständig wieder angelegt.

Wann wird die Vorabpauschale abgebucht?

Anfang des Folgejahres, meist im Januar vom Verrechnungskonto.

Kann ich die Ausschüttung automatisch anlegen?

Bei vielen Brokern ja, teils gegen Gebühr.

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