DB I, DB II und DB III erklärt
Die einfache Deckungsbeitragsrechnung zieht vom Umsatz nur die variablen Kosten ab. Alle Fixkosten bleiben als ein großer Block übrig. Das reicht für schnelle Preisentscheidungen, verrät aber nicht, welches Produkt oder welche Sparte die Fixkosten tatsächlich trägt. Hier setzt die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung an, die in der Literatur auch Fixkostendeckungsrechnung heißt.
Sie teilt die Fixkosten in Schichten auf. Zuerst werden die Kosten abgezogen, die nur wegen eines bestimmten Erzeugnisses anfallen, etwa eine Spezialmaschine oder eine Werbekampagne für dieses Produkt. Das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag II. Danach folgen die Fixkosten einer Produktgruppe oder Sparte, und es entsteht der Deckungsbeitrag III. Was dann übrig bleibt, muss die Fixkosten des gesamten Unternehmens decken.
Der Rechner bildet diese Stufen für ein Produkt oder eine Produktgruppe ab. Er zeigt jede Stufe in Euro und als Quote vom Umsatz sowie das Betriebsergebnis nach den unternehmensfixen Kosten. Bei Angabe der Absatzmenge berechnet er zusätzlich den Deckungsbeitrag I je Stück, der für die kurzfristige Preisuntergrenze wichtig ist.
Entscheidungen mit der stufenweisen Rechnung
Ein negativer DB I bedeutet, dass das Produkt nicht einmal seine variablen Kosten einspielt. Jede verkaufte Einheit vergrößert dann den Verlust. Ist der DB I positiv, der DB II aber negativ, deckt das Produkt seine eigenen Fixkosten nicht. Hier stellt sich die Frage, ob sich die produktspezifischen Fixkosten abbauen lassen, etwa durch Verkauf der Spezialmaschine oder geringere Werbung.
Wichtig ist der Blick auf die Abbaubarkeit. Fixkosten verschwinden nicht sofort, wenn ein Produkt eingestellt wird. Mietverträge, Leasingraten oder Personalkosten laufen oft noch Monate weiter. Eine Entscheidung zur Sortimentsbereinigung sollte daher berücksichtigen, welche Kosten in welchem Zeitraum tatsächlich entfallen. Kurzfristig kann es sinnvoll sein, ein Produkt mit negativem DB II weiterzuführen.
Die Zuordnung der Fixkosten zu den Stufen ist nicht immer eindeutig. Entscheidend ist die Frage, für welche Bezugsgröße die Kosten entstehen und mit welcher Entscheidung sie wegfallen würden. Kosten, die keiner Ebene sicher zugeordnet werden können, gehören auf die unterste Stufe des Unternehmens. Eine künstliche Schlüsselung würde die Aussagekraft der Stufen verwässern.
Für ein Sortiment mit mehreren Produkten rechnen Sie den Rechner für jedes Produkt einzeln durch und summieren die DB II einer Gruppe, bevor Sie die gruppenfixen Kosten abziehen. Den einfachen Deckungsbeitrag je Stück und den Break-even-Punkt ermitteln der Deckungsbeitrag-Rechner und der Break-even-Rechner. Die Ergebnisse sind betriebswirtschaftliche Orientierungswerte und ersetzen keine individuelle Beratung.
Tipps und typische Fehler
Stufen sauber trennen.
- Zuordnung: Nach Abbaubarkeit.
- Keine Schlüssel: Fixkosten nicht verteilen.
- Je Produkt: Erst einzeln rechnen.
- Zeit: Vertragslaufzeiten beachten.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen DB I und DB II?
DB I ist Umsatz minus variable Kosten; beim DB II werden zusätzlich die Fixkosten abgezogen, die nur für dieses Produkt anfallen.
Wann sollte ein Produkt mit negativem DB II eingestellt werden?
Erst wenn die erzeugnisfixen Kosten mit der Einstellung tatsächlich wegfallen; laufende Verträge sind zu berücksichtigen.
Wie viele Stufen hat eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung?
Das legt jedes Unternehmen selbst fest; üblich sind drei bis fünf Stufen, etwa Produkt, Gruppe, Sparte und Unternehmen.
Was sind erzeugnisfixe Kosten?
Fixkosten, die nur wegen eines bestimmten Produkts anfallen und mit ihm wegfallen würden.
Wer hat die stufenweise Fixkostendeckung entwickelt?
Das Verfahren geht vor allem auf Klaus Agthe und Erich Mellerowicz zurück.
- mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
- Deckungsbeitrag II berechnen
- Deckungsbeitrag III berechnen
- Fixkostendeckungsrechnung
- DB I DB II DB III
- stufenweise Fixkostendeckung
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