Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.
Warum Kaffee beim Rösten leichter wird
Rohkaffee enthält etwa zehn bis zwölf Prozent Wasser. Beim Rösten verdampft der größte Teil davon, außerdem lösen sich Silberhäutchen und organische Stoffe entweichen als Rauch und Kohlendioxid. Das Röstgut wird dadurch deutlich leichter, obwohl die Bohnen sichtbar aufquellen. Diesen Gewichtsverlust nennt man Röstverlust oder Einbrand.
Der Röstverlust hängt vor allem vom Röstgrad ab. Helle Röstungen für Filterkaffee verlieren oft 12 bis 14 Prozent, mittlere Röstungen 14 bis 16 Prozent, Espressoröstungen 16 bis 18 Prozent und sehr dunkle Röstungen 20 Prozent und mehr. Auch Feuchte und Dichte des Rohkaffees, die Röstdauer und die Maschine spielen eine Rolle.
Der Rechner ermittelt den Röstverlust aus zwei Wägungen und ordnet ihn grob einem Röstgrad zu. Mit dem Verlust rechnet er zurück, wie viel Rohkaffee Sie für eine bestimmte Menge Röstkaffee brauchen und was ein Kilogramm Röstkaffee an Rohware, Steuer und weiteren Kosten verursacht.
Röstverlust in der Praxis
Für Röstereien ist der Röstverlust eine zentrale Kalkulationsgröße. Bei gleichem Rohkaffeepreis wird dunkel gerösteter Kaffee je Kilo teurer, weil mehr Gewicht verloren geht. Zwei Prozentpunkte mehr Verlust bedeuten bei einem Rohpreis von 9 Euro bereits rund 25 Cent Mehrkosten je Kilo Röstkaffee. Verkaufspreise sollten deshalb je Röstprofil kalkuliert werden.
Der Röstverlust dient auch der Qualitätskontrolle. Schwankt er zwischen zwei Chargen desselben Kaffees stark, weichen Röstprofil, Chargengröße oder Feuchte des Rohkaffees ab. Viele Röstereien protokollieren jede Charge mit Roh- und Röstgewicht, Röstzeit und Endtemperatur. Für eine genaue Beurteilung des Röstgrads ergänzen Farbmessgeräte und die Verkostung die Wägung.
In Deutschland fällt auf Röstkaffee Kaffeesteuer nach dem Kaffeesteuergesetz an, derzeit 2,19 Euro je Kilogramm Röstkaffee. Gewerbliche Röster melden die Mengen beim Hauptzollamt an. Für privates Rösten in kleinen Mengen gelten besondere Regeln; tragen Sie bei Hobbyröstung ohne Steuerpflicht 0 ein und prüfen Sie den aktuellen Stand beim Zoll.
Die Einordnung des Röstgrads ist nur ein grober Anhalt. Ein Kaffee mit hohem Wassergehalt verliert bei gleicher Röstung mehr Gewicht als ein trockener. Vergleichen Sie Röstverluste daher am besten innerhalb derselben Sorte. Was der fertige Kaffee pro Tasse kostet, rechnet der Kaffee-Kosten-pro-Tasse-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Röstung kalkulieren.
- Wiegen: Jede Charge.
- Protokoll: Profil notieren.
- Preis: Je Röstgrad.
- Steuer: Stand prüfen.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist der Röstverlust bei Kaffee?
Meist zwischen 12 und 20 Prozent, je nach Röstgrad und Rohkaffee.
Wie viel Rohkaffee braucht man für 1 kg Röstkaffee?
Bei 15 Prozent Röstverlust rund 1,18 kg, bei 18 Prozent rund 1,22 kg.
Muss man auf selbst gerösteten Kaffee Steuer zahlen?
Gewerbliche Röster zahlen Kaffeesteuer; für private Kleinmengen gelten Sonderregeln des Zolls.
Wie lange muss Röstkaffee ruhen?
Meist einige Tage, damit Kohlendioxid entweichen kann; Espresso oft länger als Filterkaffee.
Wie lagert man Rohkaffee?
Kühl, trocken, dunkel und luftig, etwa in Jutesäcken mit Inlay, fern von Gerüchen.
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