Beruf & Arbeitszeit

Versicherungspflichtgrenze prüfen

Tragen Sie Monatsgehalt, feste Zulagen und regelmäßige Sonderzahlungen ein. Der Rechner ermittelt das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt und vergleicht es mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Ihr Entgelt
Regelmäßig gezahlt, zum Beispiel Funktionszulage.
Vertraglich zugesagtes Weihnachts- oder Urlaubsgeld.
2026 allgemein 77.400 Euro, besondere Grenze 69.750 Euro. Stand prüfen.
2027 laut Referentenentwurf 84.150 Euro, noch nicht beschlossen. Stand prüfen.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Vereinfachte Berechnung. Im Einzelfall sind Abweichungen möglich, zum Beispiel durch Freibeträge, Kirchensteuer, Sonderausgaben oder besondere Lebenslagen. Verbindlich beantworten das Finanzamt, ein Steuerberater oder die Rentenversicherung.

Wann Angestellte in die PKV wechseln dürfen

Angestellte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, solange ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt. Diese Versicherungspflichtgrenze steht in § 6 Abs. 6 SGB V und wird jedes Jahr angepasst. 2026 liegt sie bei 77.400 Euro. Für Personen, die schon am 31.12.2002 wegen hohen Einkommens privat versichert waren, gilt die besondere Grenze von 69.750 Euro.

Zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt gehören das Grundgehalt mal zwölf, feste Zulagen und Sonderzahlungen, die mit hinreichender Sicherheit jedes Jahr gezahlt werden, etwa ein vertraglich zugesagtes Weihnachtsgeld. Nicht mitgerechnet werden Überstundenvergütungen, ungewisse Boni, Familienzuschläge und einmalige Prämien. Maßgeblich ist eine vorausschauende Betrachtung für die nächsten zwölf Monate.

Bei einer neuen Beschäftigung entscheidet das Entgelt zu Beginn: Liegt es über der Grenze, ist die Beschäftigung sofort versicherungsfrei. In einer laufenden Beschäftigung endet die Versicherungspflicht dagegen erst mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Grenze überschritten wird, und nur, wenn das Entgelt auch die Grenze des Folgejahres übersteigt.

Regelma¨ßiges JAE=(Grundgehalt+feste Zulagen)×12+regelma¨ßige Sonderzahlungen; versicherungsfrei , wenn JAE>JAEG (laufend: auch JAE im Folgejahr>JAEG des Folgejahres)\text{Regelmäßiges JAE} = \left(\text{Grundgehalt} + \text{feste Zulagen}\right) \times 12 + \text{regelmäßige Sonderzahlungen};\ \text{versicherungsfrei}\,{,}\ \quad \text{wenn}\ \text{JAE} > \text{JAEG}\,\left(\text{laufend}:\ \text{auch JAE im Folgejahr} > \text{JAEG des Folgejahres}\right)

Beispiel: 6.800 Euro Gehalt, 6.800 Euro Weihnachtsgeld, laufende Beschäftigung, 3 Prozent Erhöhung erwartet: Jahresarbeitsentgelt 88.400 Euro, 11.000 Euro über der Grenze 2026. Im Folgejahr voraussichtlich 91.052 Euro, damit über 84.150 Euro. Versicherungsfrei ab 1. Januar des Folgejahres.

Den Wechsel gut überlegen

Wer die Grenze überschreitet, wird nicht automatisch privat versichert. Die Krankenkasse informiert über das Ende der Versicherungspflicht, und Sie können als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Wer nichts unternimmt, bleibt in der Regel freiwillig versichert. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist eine Entscheidung für viele Jahre, denn eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung ist später nur eingeschränkt möglich, ab 55 Jahren meist gar nicht mehr.

Achten Sie auf die Anpassung der Grenze. Steigt sie zum Jahreswechsel stärker als Ihr Gehalt, kann die Versicherungspflicht wieder eintreten. Für 2027 sieht der Referentenentwurf eine deutliche Erhöhung vor. Deshalb fragt der Rechner die Grenze des Folgejahres getrennt ab. Tragen Sie die endgültigen Werte ein, sobald sie im Bundesgesetzblatt veröffentlicht sind.

Bei Gehaltsänderungen im laufenden Jahr wird das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt ab dem Monat der Änderung neu vorausschauend berechnet. Eine Reduzierung der Arbeitszeit kann dazu führen, dass die Grenze unterschritten wird und die Versicherungspflicht wieder beginnt. Unter Umständen ist dann eine Befreiung möglich.

Die Prüfung übernimmt der Arbeitgeber, verbindlich entscheidet die Krankenkasse. Der Rechner ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung. Vergleichen Sie vor einem Wechsel die Beiträge über die gesamte Lebenszeit, auch im Alter und mit Familie.

Tipps und typische Fehler

Wechsel prüfen.

  • Regelmäßig: Nur sichere Zahlungen.
  • Folgejahr: Grenze beachten.
  • Freiwillig: Bleiben möglich.
  • Langfristig: Beiträge im Alter.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Versicherungspflichtgrenze 2026?

Allgemein 77.400 Euro im Jahr, die besondere Grenze liegt bei 69.750 Euro.

Zählen Überstunden zum Jahresarbeitsentgelt?

Nein, nur regelmäßige und sicher zu erwartende Zahlungen werden berücksichtigt.

Ab wann bin ich bei laufender Beschäftigung versicherungsfrei?

Ab dem 1. Januar nach dem Jahr der Überschreitung, wenn auch die neue Grenze überschritten wird.

Zählt das Weihnachtsgeld zur JAEG?

Ja, wenn es vertraglich zugesagt oder regelmäßig gezahlt wird.

Gilt die besondere JAEG auch für mich?

Nur, wenn Sie am 31.12.2002 wegen hohen Einkommens privat versichert waren.

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