Zeit nach den Sternen
Die Erde dreht sich in Bezug auf die Sterne in etwa 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden einmal um sich selbst. Das ist ein Sterntag. Der Sonnentag ist knapp vier Minuten länger, weil die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne weiterwandert und sich ein Stück mehr drehen muss, bis die Sonne wieder im Süden steht. Die Sternzeit läuft deshalb jeden Tag etwa vier Minuten vor.
Die Ortssternzeit gibt an, welche Rektaszension gerade den Meridian kreuzt, also genau im Süden am höchsten steht. Ein Stern mit der Rektaszension 22 Stunden kulminiert, wenn die Ortssternzeit 22 Uhr zeigt. Für Beobachter ist das praktisch: Ein Blick auf die Sternzeit verrät, welche Objekte gerade günstig hoch stehen.
Der Rechner wandelt Ihre Uhrzeit zuerst in Weltzeit um und berechnet daraus das julianische Datum. Mit der Formel des US Naval Observatory ergibt sich die mittlere Sternzeit von Greenwich. Durch Addition der östlichen Länge, geteilt durch 15, entsteht die Ortssternzeit für Ihren Standort. Ein Grad Länge entspricht dabei vier Minuten Sternzeit.
Sternzeit in der Praxis
Für parallaktische Montierungen mit Teilkreisen ist die Sternzeit der Schlüssel. Der Stundenwinkel eines Objekts ergibt sich als Ortssternzeit minus Rektaszension. Ist er null, steht das Objekt im Meridian. Positive Werte bedeuten, dass es den Meridian bereits überschritten hat und im Westen absinkt. Mit dem Stundenwinkel lässt sich ein Teleskop ohne Goto-Steuerung einstellen.
Unterschieden werden mittlere und scheinbare Sternzeit. Die mittlere Sternzeit bezieht sich auf einen gleichmäßig bewegten Frühlingspunkt. Die scheinbare berücksichtigt zusätzlich die Nutation, ein leichtes Taumeln der Erdachse, und weicht um höchstens gut eine Sekunde ab. Für Beobachtungen mit Amateurteleskopen ist dieser Unterschied ohne Bedeutung.
Achten Sie auf die richtige Zeitzone. In Deutschland gilt im Winter die MEZ, im Sommer die MESZ. Eine falsch gewählte Zone verschiebt die Sternzeit um eine Stunde, was am Himmel 15 Grad entspricht. Auch das Vorzeichen der Länge ist wichtig: Östlich von Greenwich ist sie positiv, westlich negativ. Für Deutschland liegen die Werte zwischen etwa 6 und 15 Grad Ost.
Die verwendete Formel ist für Jahre zwischen etwa 1800 und 2200 auf Bruchteile einer Sekunde genau. Für astrometrische Präzisionsmessungen werden die Erdrotationsparameter des IERS benötigt, weil sich die Erde nicht völlig gleichmäßig dreht. Das julianische Datum allein berechnet der Rechner für das julianische Datum, die Umrechnung zwischen Zeitzonen der Zeitzonen-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Am Himmel orientieren.
- Zeitzone: MEZ oder MESZ.
- Länge: Ost positiv.
- Meridian: RA gleich Sternzeit.
- Montierung: Teilkreis einstellen.
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Häufige Fragen
Was ist die Sternzeit?
Die Zeit, gemessen an der Erddrehung gegenüber den Sternen. Ein Sterntag dauert 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden.
Wofür braucht man die Ortssternzeit?
Sie zeigt, welche Rektaszension gerade im Süden steht, und ergibt mit der Rektaszension den Stundenwinkel eines Objekts.
Warum geht die Sternzeit jeden Tag vor?
Weil sich die Erde für einen Sonnentag wegen ihres Umlaufs um die Sonne knapp vier Minuten länger drehen muss.
Wie lang ist ein Sterntag?
23 Stunden, 56 Minuten und 4,1 Sekunden mittlere Sonnenzeit.
Wie berechne ich den Stundenwinkel?
Ortssternzeit minus Rektaszension des Objekts.
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