Wozu ein Sicherheitsbestand dient
Der Sicherheitsbestand ist der Vorrat, den Sie zusätzlich zum erwarteten Bedarf halten, um Schwankungen im Verbrauch aufzufangen. Ohne ihn führt ein ungewöhnlich starker Verkaufstag oder eine verspätete Lieferung zum Engpass. Ein zu großer Puffer bindet dagegen Kapital im Lager. Die Kunst besteht darin, den Puffer genau so groß zu wählen, wie es der gewünschte Servicegrad verlangt.
Der Servicegrad gibt an, in wie vielen Nachbestellzyklen Sie ohne Fehlmenge auskommen. Bei 95 Prozent bleibt in 19 von 20 Zyklen die Ware verfügbar. Aus dem Servicegrad ergibt sich über die Normalverteilung ein z-Faktor: 1,28 bei 90 Prozent, 1,64 bei 95, 2,05 bei 98 und 2,33 bei 99 Prozent. Der Faktor wächst überproportional, die letzten Prozentpunkte werden also teuer.
Der Meldebestand ist der Bestand, bei dem Sie nachbestellen sollten. Er setzt sich aus dem erwarteten Bedarf während der Lieferzeit und dem Sicherheitsbestand zusammen. Sinkt der Lagerbestand auf den Meldebestand, reicht der Rest im Normalfall genau bis zum Eintreffen der neuen Ware.
Voraussetzungen und Grenzen
Die Formel unterstellt, dass der Verbrauch normalverteilt ist und die Lieferzeit konstant bleibt. Bei saisonalen oder stark schwankenden Artikeln sollten Sie die Standardabweichung aus aktuellen Daten ableiten, etwa aus den letzten acht Wochen. Für unzuverlässige Lieferanten kommt ein Aufschlag für die Lieferzeitschwankung hinzu.
Ein höherer Servicegrad ist nicht automatisch besser. Er lohnt sich bei Artikeln mit hohem Deckungsbeitrag oder hohem Kundenärger bei Fehlmengen. Für C-Artikel mit niedrigem Wert genügt oft ein geringerer Servicegrad. Setzen Sie die Kosten des Puffers den entgangenen Gewinnen bei Engpässen gegenüber.
Kombinieren Sie den Rechner mit der optimalen Bestellmenge und der Lagerumschlagshäufigkeit. Gemeinsam ergeben sie ein stimmiges Bild von Bestellrhythmus, Lagerhöhe und Kapitalbindung. Prüfen Sie die Zahlen regelmäßig, denn Nachfrage und Lieferzeiten ändern sich.
Prüfen Sie nach einigen Wochen, ob der Puffer in der Praxis ausreicht. Notieren Sie, wie oft der Bestand tatsächlich unter den Sicherheitsbestand fiel und ob es Fehlmengen gab. Gab es zu viele, erhöhen Sie den Servicegrad oder verkürzen Sie die Lieferzeit. Sind die Lager dauerhaft voll, ist der Puffer zu großzügig. So bleibt das Verfahren lebendig und passt sich dem Geschäft an.
Tipps und typische Fehler
Engpässe vermeiden.
- Daten: Schwankung aus aktuellen Verkäufen ableiten.
- Lieferant: Zuverlässigkeit einbeziehen.
- Wert: Hohen Servicegrad nur bei wichtigen Artikeln.
- Prüfen: Werte regelmäßig neu berechnen.
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- Sicherheitsbestand berechnen
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Häufige Fragen
Wie hoch sollte der Servicegrad sein?
Üblich sind 95 bis 98 Prozent. Bei kritischen Artikeln auch 99 Prozent, bei Nebensortiment weniger.
Was ist der Meldebestand?
Der Lagerbestand, bei dem nachbestellt wird: Bedarf während der Lieferzeit plus Sicherheitsbestand.
Warum geht die Lieferzeit als Wurzel ein?
Weil Schwankungen über mehrere Tage nicht einfach addiert werden, sondern sich teilweise ausgleichen.
Wie berechne ich den Meldebestand?
Bedarf während der Lieferzeit plus Sicherheitsbestand.
Wann reicht der Sicherheitsbestand nicht?
Bei Verbrauchsspitzen oder Lieferverzögerungen über dem angenommenen Maß.
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