Gewinn ist nicht gleich Geld
Der Jahresüberschuss zeigt, was ein Unternehmen laut Buchhaltung verdient hat. Er sagt aber nicht, wie viel Geld tatsächlich übrig blieb. Abschreibungen mindern den Gewinn, ohne Geld zu kosten. Verkauft das Unternehmen auf Rechnung, steht der Umsatz im Gewinn, das Geld kommt aber erst später. Der Cashflow korrigiert diese Unterschiede und zeigt den tatsächlichen Geldzufluss aus dem laufenden Geschäft.
Der Rechner nutzt die indirekte Methode. Er beginnt beim Jahresüberschuss, addiert die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen wie Abschreibungen und Rückstellungen und rechnet die Veränderung des Working Capital ein. Steigen Forderungen oder Vorräte, bindet das Geld und senkt den Cashflow. Steigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen, finanzieren Lieferanten das Geschäft mit und erhöhen ihn.
Zieht man davon die Investitionen ab, erhält man den freien Cashflow. Er steht für Schuldentilgung, Ausschüttungen und Rücklagen zur Verfügung. Die Cashflow-Marge setzt den operativen Cashflow in Bezug zum Umsatz. Die Cash-Qualität vergleicht ihn mit dem Gewinn: Werte über 1 sprechen für Gewinne, die tatsächlich in Geld ankommen.
Wie Sie die Zahlen lesen
Ein dauerhaft negativer operativer Cashflow ist ein Warnsignal, auch wenn ein Gewinn ausgewiesen wird. Das Unternehmen verbraucht dann Liquidität, etwa durch zu schnelles Wachstum mit Vorfinanzierung von Forderungen und Lagern. Ein positiver freier Cashflow zeigt dagegen, dass das Geschäft sich aus eigener Kraft finanziert.
Beachten Sie die Zusammensetzung. Einmalige Effekte wie ein Abbau von Vorräten können den Cashflow in einem Jahr verbessern, ohne dass das Geschäft besser läuft. Betrachten Sie deshalb mehrere Jahre. Für Bewertungen wird häufig der freie Cashflow herangezogen, weil er die Mittel für Eigentümer und Gläubiger darstellt.
Der Rechner ist vereinfacht. Eine vollständige Kapitalflussrechnung enthält zusätzlich Zahlungen aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit, Zinsen und Steuern. Er ersetzt keine Bilanzanalyse. Für die Liquiditätsplanung der nächsten Monate ist ein Plan aus erwarteten Einnahmen und Ausgaben besser geeignet.
Sehen Sie sich neben dem Jahreswert auch den Verlauf über die Quartale an. Saisonale Unternehmen haben im Jahr einen positiven Cashflow, aber in einzelnen Monaten Engpässe. Ergänzen Sie den Rechner durch einen Liquiditätsplan mit Einnahmen und Ausgaben je Monat, um Spitzenbedarfe zu erkennen und rechtzeitig Kredite oder Rücklagen vorzusehen.
Tipps und typische Fehler
Geldflüsse verstehen.
- Working Capital: Forderungen und Lager binden Geld.
- Mehrjahresblick: Einmaleffekte erkennen.
- Investitionen: Freien Cashflow beobachten.
- Planung: Liquiditätsplan ergänzen.
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Häufige Fragen
Was ist der operative Cashflow?
Der Geldzufluss aus dem laufenden Geschäft, vor Investitionen und Finanzierung.
Wie berechnet man den freien Cashflow?
Operativer Cashflow minus Investitionen.
Warum weicht der Cashflow vom Gewinn ab?
Wegen Abschreibungen, Rückstellungen und Veränderungen bei Forderungen, Vorräten und Verbindlichkeiten.
Was ist der freie Cashflow?
Operativer Cashflow abzüglich Investitionen.
Warum ist der Cashflow wichtiger als der Gewinn?
Weil er zeigt, wie viel Geld tatsächlich zufließt.
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