Kennzahlen des Lagers
Die Lagerumschlagshäufigkeit sagt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr verkauft und neu aufgefüllt wird. Sie ist eine Schlüsselkennzahl für Handel, Gastronomie und Produktion. Eine hohe Zahl bedeutet, dass die Ware schnell verkauft wird und wenig Kapital im Lager steckt, eine niedrige spricht für Ladenhüter und gebundenes Geld.
Die durchschnittliche Lagerdauer rechnet die Umschlagshäufigkeit in Tage um: 360 Tage geteilt durch die Zahl der Umschläge. Sie zeigt, wie lange eine Ware im Mittel zwischen Einkauf und Verkauf liegt. Bei verderblicher Ware ist das besonders wichtig, bei Mode die Saison.
Die Lagerzinsen bewerten das gebundene Kapital. Selbst wenn Sie keinen Kredit haben, kostet das Lager Zinsen, weil Sie das Geld anders einsetzen könnten. Sinkt die Lagerdauer, sinken die Zinsen, außerdem Lagermiete, Schwund und Wertverlust.
Wie Sie die Zahlen nutzen
Vergleichen Sie die Kennzahl mit Ihrer Branche und mit den Vorjahren. Lebensmittelhändler erreichen zweistellige Umschläge, Möbelhäuser nur wenige. Wichtig ist der Trend: Eine fallende Umschlagshäufigkeit weist auf zu hohe Bestellmengen, Fehlprognosen oder Sortimentsprobleme hin.
Zur Verbesserung helfen kleinere Bestellmengen mit häufigerer Lieferung, eine Aussortierung von Ladenhütern mit Rabattaktionen und eine ABC-Analyse, die Ihre wichtigsten Artikel zeigt. Achten Sie darauf, dass zu niedrige Bestände zu Fehlmengen und entgangenen Verkäufen führen.
Als Näherung dient der Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand. Bei saisonalem Geschäft mit starken Schwankungen im Jahr rechnen Sie genauer mit den Monatsbeständen. Das Jahr wird im kaufmännischen Sinn mit 360 Tagen angesetzt.
Die Kennzahl lässt sich auch nach Warengruppen berechnen. Dann sehen Sie, welche Produkte das Kapital binden und welche schnell drehen. Verknüpfen Sie die Ergebnisse mit der Marge: Ein Artikel mit niedriger Marge, aber hohem Umschlag kann mehr Gewinn bringen als ein Ladenhüter mit hoher Marge. Eine einfache Steuerungsgröße ist das Zielverhältnis aus Umschlag und Rohertrag je Euro Lagerbestand. Überprüfen Sie die Zahlen regelmäßig und passen Sie das Sortiment daran an.
Tipps und typische Fehler
Lager im Griff.
- Ladenhüter: Rechtzeitig abverkaufen.
- Bestellmengen: Kleiner und häufiger bestellen.
- ABC-Analyse: Wichtige Artikel priorisieren.
- Saison: Monatsbestände statt Jahresmittel nutzen.
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Häufige Fragen
Was ist die Lagerumschlagshäufigkeit?
Sie zeigt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr verkauft wird. Formel: Wareneinsatz geteilt durch Durchschnittsbestand.
Wie berechne ich die Lagerdauer?
360 Tage geteilt durch die Umschlagshäufigkeit.
Warum kosten Lagerbestände Zinsen?
Das im Lager gebundene Geld fehlt für andere Verwendungen. Der kalkulatorische Zins bewertet das.
Was ist eine gute Lagerumschlagshäufigkeit?
Je höher, desto weniger Kapital ist gebunden. Vergleichen Sie mit Ihrer Branche.
Wie senke ich die Lagerdauer?
Mit kleineren Bestellmengen, Abverkauf von Ladenhütern und besserer Absatzplanung.
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