Was die Remontierungsrate ausdrückt
Die Remontierungsrate gibt an, welcher Anteil der Kühe einer Herde pro Jahr durch junge Tiere ersetzt wird. Sie entspricht im eingeschwungenen Bestand dem Anteil der Abgänge. Eine Rate von 30 Prozent bedeutet, dass jedes Jahr fast jede dritte Kuh die Herde verlässt und eine Färse an ihre Stelle tritt.
Aus der Rate lässt sich die durchschnittliche Nutzungsdauer ableiten. Sie ist der Kehrwert der Remontierungsrate: 30 Prozent entsprechen rund 3,3 Jahren in der Herde. Kurze Nutzungsdauern verursachen hohe Aufzuchtkosten, weil eine Färse erst nach mehreren Laktationen ihre Aufzuchtkosten wieder eingespielt hat.
Für die Planung zählt nicht nur die Zahl der Färsen, sondern auch die Zahl der Kälber, die dafür aufgezogen werden müssen. Weil zwischen Geburt und Erstkalbung Tiere verenden oder wegen Krankheit und Unfruchtbarkeit ausscheiden, muss der Betrieb mehr weibliche Kälber aufstellen, als er Färsen braucht.
Färsenbedarf planen
Die Zahl der Jungrinder in der Aufzucht bestimmt den Platzbedarf in Kälberiglu, Jungviehstall und auf der Weide, dazu Futter und Arbeit. Ein niedrigeres Erstkalbealter senkt die Zahl gleichzeitig aufgezogener Tiere deutlich. Es setzt aber eine gute Entwicklung der Färsen voraus, damit sie bei der ersten Kalbung ausreichend groß und schwer sind.
Prüfen Sie, ob Ihr Betrieb den Bedarf aus eigenen Kälbern decken kann. Etwa die Hälfte der Kälber ist weiblich, beim Einsatz von gesextem Sperma mehr. Kälber aus Fleischrinderanpaarung zählen für die Remontierung nicht mit. Die Zahl der Kalbungen je Kuh und Jahr hängt außerdem an der Zwischenkalbezeit.
Eine hohe Remontierungsrate ist nicht automatisch schlecht. Wer gezielt aufstockt oder genetisch schnell vorankommen will, ersetzt Kühe bewusst früher. Problematisch sind hohe Raten durch unfreiwillige Abgänge wegen Euter-, Klauen- oder Fruchtbarkeitsproblemen. Werten Sie die Abgangsursachen getrennt aus.
Die Ergebnisse sind rechnerische Mittelwerte für einen stabilen Bestand. Schwankungen bei Kalbungen, Zukauf von Tieren oder ein Wechsel der Haltungsform können den Bedarf in einzelnen Jahren deutlich verändern. Für die Tiergesundheit und Zuchtplanung sind Tierärztin, Tierarzt und Zuchtberatung die richtigen Ansprechpartner.
Tipps und typische Fehler
Nachzucht planen.
- Erstkalbealter: Senken.
- Abgänge: Ursachen trennen.
- Sperma: Gezielt einsetzen.
- Platz: Jungvieh einplanen.
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Häufige Fragen
Was ist eine übliche Remontierungsrate in Milchviehbetrieben?
Sie unterscheidet sich stark zwischen Betrieben. Vergleichen Sie Ihren Wert mit Auswertungen der Milchleistungsprüfung oder Ihres Beratungsrings.
Wie hängen Remontierungsrate und Nutzungsdauer zusammen?
Im stabilen Bestand ist die Nutzungsdauer der Kehrwert der Rate: 25 Prozent entsprechen 4 Jahren, 33 Prozent rund 3 Jahren.
Warum braucht man mehr Kälber als Färsen?
Weil ein Teil der Kälber und Jungrinder vor der ersten Kalbung verendet oder aussortiert wird.
Was kostet die Aufzucht einer Färse?
Das hängt von Futter, Arbeit, Platz und Erstkalbealter ab; nutzen Sie Ihre Betriebszweigauswertung.
Zählen verkaufte Zuchttiere als Abgang?
Ja, jede Kuh, die den Bestand verlässt, zählt als Abgang und muss ersetzt werden.
- Remontierungsrate berechnen
- Färsenbedarf berechnen
- Nutzungsdauer Milchkuh
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- Jungviehaufzucht Bedarf
- Ersatzrate Kühe berechnen
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Richtwerte für die Planung. Düngeverordnung, Förder- und Tierhaltungsrecht, Wasserrecht und regionale Vorgaben haben Vorrang; verbindliche Berechnungen und Anträge erstellen Sie mit den amtlichen Verfahren und Ihrer Beratung.
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