Landwirtschaft

Getreide einlagern oder zur Ernte verkaufen

Lohnt es sich, Weizen, Gerste oder Raps einzulagern und später zu verkaufen? Tragen Sie Menge, Preise, Lagerdauer und Kosten ein. Der Rechner zeigt den Vorteil oder Nachteil und den Preis, der nach der Lagerung mindestens erzielt werden muss.

Menge, Preise und Kosten
Aktuelles Gebot des Handels, Stand prüfen.
Annahme oder Vorkontrakt.
Lagermiete oder eigene Kosten für Halle, Belüftung, Kontrolle.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.

Was die Einlagerung kostet

Zur Ernte ist das Angebot an Getreide groß, die Preise sind oft niedriger als einige Monate später. Wer einlagert, hofft auf einen höheren Preis. Ob sich das lohnt, hängt aber nicht nur vom Preisunterschied ab, sondern von allen Kosten, die während der Lagerung entstehen.

Der Rechner berücksichtigt drei Kostenarten. Erstens laufende Lagerkosten je Tonne und Monat, etwa die Miete beim Landhandel oder bei eigenem Lager Strom für Belüftung, Kontrolle und Abschreibung. Zweitens einmalige Kosten für Ein- und Auslagern, Reinigen oder Trocknen. Drittens die Zinskosten: Das Geld, das Sie zur Ernte bekommen hätten, ist im Lager gebunden.

Hinzu kommt der Schwund. Getreide verliert bei der Lagerung Gewicht durch Atmung und Wasserabgabe, außerdem können Schädlinge oder Qualitätseinbußen den Erlös schmälern. Der Rechner verringert die verkaufsfähige Menge um diesen Prozentsatz. Einen gesonderten Trocknungsschwund durch Feuchte bei der Ernte berechnen Sie vorher getrennt.

Vorteil=Menge×(1−Schwund100)×spa¨terer Preis−Menge×Erntepreis−Lagerkosten−Einmalkosten−Zinskosten; Zinskosten=Menge⋅Erntepreis⋅Zins⋅Monate100⋅12; Mindestpreis=Erlo¨s zur Ernte+alle Kostenverkaufsfa¨hige Menge\text{Vorteil} = \text{Menge} \times \left(1 - \frac{\text{Schwund}}{100}\right) \times \text{späterer Preis} - \text{Menge} \times \text{Erntepreis} - \text{Lagerkosten} - \text{Einmalkosten} - \text{Zinskosten};\ \text{Zinskosten} = \frac{\text{Menge} \cdot \text{Erntepreis} \cdot \text{Zins} \cdot \text{Monate}}{100 \cdot 12};\ \text{Mindestpreis} = \frac{\text{Erlös zur Ernte} + \text{alle Kosten}}{\text{verkaufsfähige Menge}}

Beispiel: 100 t Weizen, 200 €/t zur Ernte, erwartet 225 €/t nach 6 Monaten. Lagerkosten 100 × 1,50 € × 6 = 900 €, Einmalkosten 300 €, Zinskosten 20.000 € × 4 % × 6/12 = 400 €. Nach 1 Prozent Schwund bringen 99 t 22.275 €. Der Vorteil beträgt 22.275 € − 20.000 € − 1.600 € = 675 €. Der Mindestpreis liegt bei 218,18 €/t, nötig ist ein Aufschlag von 18,18 €/t.

Preisrisiko und Entscheidung

Der spätere Preis ist immer eine Annahme. Getreidepreise hängen von Weltmarkt, Wechselkursen, Ernteprognosen und Nachfrage ab und können auch fallen. Rechnen Sie deshalb mehrere Szenarien durch. Der Mindestpreis zeigt Ihnen, ab welchem Preis die Einlagerung keine Verluste bringt. Diese Zahl ist für die Entscheidung oft hilfreicher als der Vorteil bei einem einzigen erwarteten Preis.

Eine Möglichkeit, das Preisrisiko zu begrenzen, sind Vorkontrakte mit späterem Liefertermin oder Absicherungen an der Warenterminbörse. Dabei steht der Preis zu einem frühen Zeitpunkt fest. Für solche Geschäfte gelten eigene Kosten und Risiken. Dieser Rechner ist keine Anlage-, Vermarktungs- oder Steuerberatung.

Bei eigener Lagerung fallen Kosten auch dann an, wenn die Halle bereits steht. Abschreibung, Versicherung und Arbeitszeit für die Kontrolle gehören mit in die laufenden Lagerkosten. Wer stattdessen den Preis ansetzt, den ein Landhändler für die Lagerung verlangt, erhält einen fairen Vergleich zwischen eigener und fremder Lagerung.

Achten Sie auf Liquidität. Wer einlagert, erhält das Geld später. Laufen in dieser Zeit Pachtzahlungen, Saatgut- oder Düngerrechnungen an, muss der Betrieb sie aus anderen Mitteln oder über einen Kredit bezahlen. Den dafür nötigen Zins tragen Sie als Zinssatz für gebundenes Kapital ein.

Tipps und typische Fehler

Vermarktung planen.

  • Szenarien: Mehrere Preise.
  • Mindestpreis: Kennen.
  • Liquidität: Prüfen.
  • Lager: Regelmäßig kontrollieren.

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Häufige Fragen

Lohnt sich die Einlagerung von Getreide?

Nur wenn der spätere Preis nach Abzug von Schwund die Lager-, Einmal- und Zinskosten übersteigt. Der Rechner zeigt den nötigen Mindestpreis.

Welche Lagerkosten sind realistisch?

Das hängt von Lager, Region und Anbieter ab. Fragen Sie beim Landhandel nach den aktuellen Sätzen oder rechnen Sie Ihre eigenen Kosten aus.

Warum werden Zinskosten berücksichtigt?

Weil das Geld aus dem Verkauf zur Ernte sonst Schulden tilgen oder Zinsen bringen könnte. Diese entgangene Verzinsung gehört zu den Kosten der Lagerung.

Wie lange kann Getreide gelagert werden?

Bei richtiger Feuchte, Kühlung und Kontrolle oft viele Monate; entscheidend sind Kornfeuchte und Temperatur.

Welche Kornfeuchte ist für die Lagerung nötig?

Für längere Lagerung gelten meist etwa 14 bis 15 Prozent, abhängig von Kultur und Lagertechnik.

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