Was Omega misst
Optionsscheine bewegen sich prozentual stärker als ihr Basiswert. Wie stark, zeigt der Hebel. Der einfache Hebel, auch Kursverhältnis genannt, setzt nur den Kurs des Basiswerts ins Verhältnis zum Preis des Scheins. Er unterstellt, dass jeder Euro Kursbewegung voll beim Schein ankommt, was nur bei Delta 1 zutrifft.
Omega, auch effektiver Hebel oder Elastizität genannt, berücksichtigt zusätzlich das Delta. Das Delta gibt an, um wie viel sich der Optionspreis ändert, wenn der Basiswert um eine Einheit steigt. Bei einem Delta von 0,55 kommen also 55 Prozent der Kursbewegung beim Schein an, umgerechnet über das Bezugsverhältnis.
Ein Omega von 2,2 bedeutet: Steigt die Aktie um 1 Prozent, steigt der Optionsschein um etwa 2,2 Prozent. Bei Puts ist das Omega negativ, weil der Schein bei fallenden Kursen gewinnt.
Grenzen und Risiken
Omega ist eine Momentaufnahme. Das Delta selbst verändert sich mit dem Kurs des Basiswerts, der Restlaufzeit und der Volatilität; diese Veränderung beschreibt das Gamma. Für größere Kursbewegungen ist die lineare Schätzung deshalb nur eine Näherung. Bei Scheinen weit aus dem Geld unterschätzt sie Gewinne nach oben und überschätzt Verluste nach unten.
Nicht berücksichtigt ist der Zeitwertverlust, das Theta. Selbst bei unverändertem Basiswert verliert ein Optionsschein Tag für Tag an Wert, gegen Laufzeitende immer schneller. Auch eine sinkende implizite Volatilität drückt den Preis. Den Wert eines Scheins aus Volatilität und Laufzeit berechnet der Black-Scholes-Rechner.
Ein hohes Omega bedeutet Chance und Risiko zugleich. Optionsscheine können wertlos verfallen, und der Spread zwischen Geld- und Briefkurs mindert die Rendite bei häufigem Handel. Wenn die Schätzung einen negativen Preis ergäbe, zeigt der Rechner null, denn mehr als der Einsatz kann nicht verloren gehen.
Der Rechner dient dem Verständnis der Kennzahl und ist keine Anlageberatung. Hebelprodukte eignen sich nur für Anleger, die die Funktionsweise kennen und einen Totalverlust tragen können.
Tipps und typische Fehler
Hebel verstehen.
- Delta: Aktuell halten.
- Theta: Zeitwert sinkt.
- Spread: Mitrechnen.
- Risiko: Totalverlust möglich.
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Häufige Fragen
Wo finde ich das Delta eines Optionsscheins?
Auf der Produktseite des Emittenten und bei vielen Brokern, meist täglich aktualisiert.
Ist ein höheres Omega besser?
Es bedeutet mehr Chance und mehr Risiko; Scheine weit aus dem Geld haben ein hohes Omega, verfallen aber oft wertlos.
Warum ist das Omega bei Puts negativ?
Weil der Put bei steigendem Basiswert an Wert verliert und bei fallendem gewinnt.
Was ist der Unterschied zwischen Hebel und Omega?
Der Hebel ignoriert das Delta, Omega berücksichtigt es und ist daher realistischer.
Wie verändert sich Omega zum Laufzeitende?
Bei Scheinen aus dem Geld steigt es meist stark an, ebenso das Verlustrisiko.
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Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind Modellrechnungen mit angenommenen Werten und keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Kapitalanlagen und der Handel mit Hebelprodukten sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden; frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Vor Entscheidungen sollten Sie eine unabhängige Beratung einholen.
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