Physik & Technik

Abkühlung nach Newton berechnen

Messen Sie einmal die Temperatur nach einer bekannten Zeit. Aus diesem Messpunkt bestimmt der Rechner die Abkühlkonstante und sagt voraus, wie warm der Körper später ist oder wann er eine Zieltemperatur erreicht.

Messung und Frage
Ergebnis

Das Gesetz hinter der kalten Tasse

Isaac Newton beschrieb 1701, dass ein Körper umso schneller abkühlt, je größer der Unterschied zu seiner Umgebung ist. Mathematisch heißt das: Die Temperaturdifferenz nimmt exponentiell ab. Eine heiße Tasse Tee verliert in den ersten Minuten viele Grad, kurz vor Raumtemperatur dagegen nur noch sehr wenige. Die Umgebungstemperatur selbst wird rechnerisch nie ganz erreicht.

Wie schnell das geschieht, beschreibt die Abkühlkonstante k. Sie hängt von Material, Masse, Oberfläche, Verpackung und Luftbewegung ab und lässt sich kaum vorab berechnen. Viel einfacher ist es, sie zu messen. Dafür genügt eine einzige Messung: Anfangstemperatur, Umgebungstemperatur und die Temperatur nach einer bekannten Zeit.

Mit dieser Konstante beantwortet der Rechner zwei Fragen. Im ersten Modus sagt er die Temperatur zu einem späteren Zeitpunkt voraus. Im zweiten Modus berechnet er, wie lange es dauert, bis eine Zieltemperatur erreicht ist. Das Gesetz gilt auch für das Aufwärmen, etwa für ein kaltes Getränk in einem warmen Raum.

T(t) = T_U + (T_0 − T_U) × e^(−k × t); k = −ln((T_M − T_U) ÷ (T_0 − T_U)) ÷ t_M; t = ln((T_0 − T_U) ÷ (T_Z − T_U)) ÷ k

Beispiel: Kaffee mit 90 Grad in einem Raum mit 20 Grad, nach 10 Minuten gemessen 70 Grad: Die Abkühlkonstante beträgt 0,03365 pro Minute, die Temperaturdifferenz halbiert sich alle 20,6 Minuten. Nach 30 Minuten hat der Kaffee noch 45,5 Grad. Bis er auf 40 Grad abgekühlt ist, dauert es 37,2 Minuten. Zu 90 Prozent an die Raumtemperatur angeglichen ist er nach 68,4 Minuten.

Anwendungen und Grenzen

Das Abkühlungsgesetz hilft im Alltag und in der Werkstatt. Sie können abschätzen, wann gekochte Speisen kühl genug für den Kühlschrank sind, wann ein Werkstück angefasst werden kann oder wie lange ein Getränk im Kühlschrank braucht. Für Lebensmittel gilt die Empfehlung, gegarte Speisen zügig abzukühlen; große Töpfe teilen Sie dafür am besten auf flache Behälter auf.

Die Zeitkonstante τ ist die Zeit, nach der noch 37 Prozent der anfänglichen Temperaturdifferenz übrig sind. Nach drei Zeitkonstanten sind es fünf Prozent, nach fünf weniger als ein Prozent. Die Halbwertszeit der Differenz ist rund 69 Prozent von τ. Diese Kennwerte machen verschiedene Gegenstände vergleichbar, unabhängig von ihren Temperaturen.

Das einfache Modell setzt voraus, dass die Temperatur im Körper überall gleich ist und die Umgebung konstant bleibt. Große, schlecht leitende Körper wie ein Braten kühlen innen langsamer ab als außen. Bei sehr großen Temperaturunterschieden spielt Wärmestrahlung eine größere Rolle, beim Verdunsten von Flüssigkeit kühlt es schneller. Phasenwechsel wie Gefrieren oder Erstarren lassen sich so nicht berechnen.

Für genauere Vorhersagen messen Sie die Zwischentemperatur nicht zu früh und nicht zu nah an der Umgebungstemperatur, etwa wenn die Differenz auf die Hälfte bis ein Drittel gesunken ist. In der Rechtsmedizin wird ein ähnliches Prinzip zur Schätzung der Todeszeit genutzt, dort aber mit deutlich aufwendigeren Modellen. Die nötige Wärmemenge selbst berechnet der Wärmemenge-Rechner.

Tipps und typische Fehler

Abkühlzeiten schätzen.

  • Messen: Einmal nach Minuten.
  • Umgebung: Konstant halten.
  • Flach: Kühlt schneller.
  • Deckel: Bremst Abkühlung.

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Häufige Fragen

Was besagt das newtonsche Abkühlungsgesetz?

Die Temperaturdifferenz zur Umgebung nimmt exponentiell ab, die Abkühlrate ist proportional zu dieser Differenz.

Wie bestimme ich die Abkühlkonstante?

Mit einer Messung: Temperatur nach bekannter Zeit, dazu Anfangs- und Umgebungstemperatur.

Erreicht ein Körper jemals die Raumtemperatur?

Rechnerisch nie ganz, praktisch aber nach etwa fünf Zeitkonstanten bis auf weniger als ein Prozent.

Kühlt Kaffee mit Milch schneller ab?

Die Milch senkt die Temperatur sofort; danach ist der Unterschied zur Umgebung kleiner und die Abkühlung langsamer.

Wie wirkt ein Deckel auf die Abkühlung?

Ein Deckel bremst Verdunstung und Konvektion, die Abkühlkonstante wird kleiner.

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