Warum heiße Tage die Startstrecke verlängern
Ein Flugzeug spürt nicht die Höhe über dem Meer, sondern die Dichte der Luft. Tragflächen erzeugen weniger Auftrieb, Propeller weniger Schub und Kolbenmotoren weniger Leistung, wenn die Luft dünner ist. Die Dichtehöhe beschreibt diese Dichte als die Höhe, in der dieselbe Dichte in der Standardatmosphäre herrschen würde.
Zwei Dinge machen die Luft dünner als der Standard: niedriger Luftdruck und hohe Temperatur. Den Druckeinfluss erfasst die Druckhöhe, die sich aus Platzhöhe und QNH ergibt. Liegt die Temperatur zusätzlich über dem ISA-Wert für diese Höhe, steigt die Dichtehöhe weiter. An einem heißen Sommertag kann ein Platz auf 1.500 Fuß sich verhalten wie einer auf über 3.500 Fuß.
Der Rechner bestimmt zunächst den Luftdruck am Platz aus dem QNH, dann die Druckhöhe nach der ICAO-Standardatmosphäre. Aus Druck und Temperatur berechnet er die Luftdichte nach der Gasgleichung für trockene Luft. Diese Dichte wird schließlich in die Höhe der Standardatmosphäre zurückgerechnet. Zum Vergleich zeigt er das Ergebnis der verbreiteten Faustformel.
PA aus p_Platz = QNH × (1 − 0,0065 × h ÷ 288,15)^5,2559; ρ = p ÷ (287,05 × T); DA = 145.442 × (1 − (ρ ÷ 1,225)^0,235) ft
Dichtehöhe in der Flugvorbereitung
Die Leistungstabellen im Flughandbuch arbeiten meist mit Druckhöhe und Temperatur, nicht direkt mit der Dichtehöhe. Die Dichtehöhe ist dennoch ein guter Warnwert: Liegt sie deutlich über der Platzhöhe, verlängern sich Startrollstrecke und Strecke bis 50 Fuß spürbar, und die Steigrate sinkt. Faustregeln sprechen von rund zehn Prozent mehr Startstrecke je 1.000 Fuß Dichtehöhe bei kleinen Kolbenflugzeugen.
Besonders kritisch sind kurze Graspisten, Plätze in den Bergen, hohe Abflugmasse und Hindernisse im Abflug. Planen Sie an heißen Tagen frühe Starts, wenn die Luft noch kühl ist, und rechnen Sie Sicherheitszuschläge auf die Werte des Handbuchs. Ein Startabbruchpunkt auf der Piste hilft, rechtzeitig zu erkennen, dass die Leistung nicht reicht.
Die Luftfeuchte bleibt hier unberücksichtigt. Feuchte Luft ist etwas leichter als trockene, weil Wasserdampf eine geringere molare Masse hat. Bei schwülem Wetter liegt die Dichtehöhe deshalb einige Dutzend bis etwa hundert Fuß höher als berechnet. Die Faustformel mit 120 Fuß je Kelvin ist eine Näherung; die exakte Rechnung weicht bei großen Abweichungen etwas ab.
Dieser Rechner ersetzt weder das Flughandbuch noch eine ordnungsgemäße Flugvorbereitung. Verbindlich sind die Leistungsangaben des Herstellers und die aktuellen Wetterdaten. Wie sich der Luftdruck mit der Höhe ändert, zeigt der Höhe-Luftdruck-Rechner, die Dichte bei beliebigen Bedingungen der Luftdichte-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Leistung realistisch planen.
- Morgens: Kühle Luft nutzen.
- Handbuch: Tabellen prüfen.
- Zuschlag: Sicherheitsreserve.
- Abbruchpunkt: Vorher festlegen.
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Häufige Fragen
Was ist die Dichtehöhe?
Die Höhe in der Standardatmosphäre, in der die Luft dieselbe Dichte hat wie am Platz. Sie bestimmt die Flugleistung.
Was ist der Unterschied zwischen Druckhöhe und Dichtehöhe?
Die Druckhöhe berücksichtigt nur den Luftdruck, die Dichtehöhe zusätzlich die Temperatur.
Wie lautet die Faustformel für die Dichtehöhe?
Druckhöhe plus 120 Fuß je Kelvin Abweichung von der ISA-Temperatur.
Warum fliegt ein Flugzeug im Sommer schlechter?
Warme Luft ist dünner, dadurch sinken Auftrieb, Propellerschub und Motorleistung.
Wie berechne ich die Druckhöhe schnell?
Näherungsweise Platzhöhe plus 27 bis 30 Fuß je Hektopascal unter 1013,25.
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