Warum Wasser in den Bergen früher kocht
Wasser siedet, wenn sein Dampfdruck dem Druck der Umgebung entspricht. Auf Meereshöhe liegt der Luftdruck im Mittel bei 1013,25 Hektopascal, und dort beträgt der Siedepunkt 100 °C. Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab, und das Wasser erreicht den nötigen Dampfdruck schon bei niedrigerer Temperatur. Als grobe Faustregel sinkt der Siedepunkt um etwa ein Grad pro 300 Meter.
Der Rechner bestimmt zuerst den Luftdruck in der angegebenen Höhe mit der barometrischen Höhenformel der internationalen Normatmosphäre. Daraus berechnet er mit der Antoine-Gleichung, bei welcher Temperatur der Dampfdruck von Wasser diesen Luftdruck erreicht. Diese empirische Gleichung beschreibt den Dampfdruck zwischen 1 und etwa 130 °C sehr genau.
Zusätzlich zeigt der Rechner, wie hoch die Temperatur im Schnellkochtopf steigt. Der Topf erhöht den Druck um den eingestellten Überdruck, und das Wasser siedet entsprechend heißer. Das gleicht den Effekt der Höhe mehr als aus.
p = p₀ · (1 − 0,0065 · h ÷ 288,15)^5,255; T_s = 1730,63 ÷ (8,07131 − log₁₀(p in mmHg)) − 233,426
Folgen für Küche, Labor und Bergtouren
Auf der Zugspitze in 2.962 m Höhe kocht Wasser bei etwa 90,2 °C, auf dem Gipfel des Mount Everest nur noch bei rund 70 °C. Für Tee und Kaffee reicht das meist noch, aber Nudeln, Reis, Kartoffeln und Hülsenfrüchte garen deutlich langsamer. Eier brauchen in großer Höhe einige Minuten länger; der Eier-Kochzeit-Rechner berücksichtigt die Höhe ebenfalls.
Beim Abkochen von Trinkwasser auf Reisen und Bergtouren ist sprudelndes Kochen trotz niedrigerer Temperatur weiterhin das Mittel der Wahl. In großen Höhen empfehlen Fachstellen eine etwas längere Kochdauer. Ob Wasser sicher trinkbar ist, hängt von der Quelle ab; im Zweifel helfen die Hinweise von Gesundheitsbehörden oder ärztlicher Rat vor Reisen.
Der Luftdruck schwankt mit dem Wetter um etwa 30 Hektopascal nach oben und unten. Bei einem kräftigen Tief kann der Siedepunkt auch im Flachland um ein knappes Grad sinken. Tragen Sie für genauere Werte den aktuellen, auf Meereshöhe reduzierten Luftdruck aus dem Wetterbericht ein. Den Luftdruck für jede Höhe allein liefert der Höhe-Luftdruck-Rechner.
Gelöste Stoffe wie Salz erhöhen den Siedepunkt nur geringfügig. Ein Teelöffel Salz im Nudelwasser macht wenige Hundertstel Grad aus und ist eine Frage des Geschmacks, nicht der Garzeit. Deutlich größer ist der Einfluss des Drucks, wie der Schnellkochtopf zeigt.
Tipps und typische Fehler
Kochen in der Höhe.
- Faustregel: 1 °C je 300 m.
- Garzeit: Länger planen.
- Deckel: Spart Energie.
- Wetter: Druck eintragen.
Weitere Rechner: Mathe & Formeln
Häufige Fragen
Bei wie viel Grad kocht Wasser auf 2.000 m Höhe?
Bei Normwetter bei etwa 93,4 °C.
Warum garen Speisen in den Bergen langsamer?
Weil das kochende Wasser dort kühler ist als 100 °C.
Wie heiß wird Wasser im Schnellkochtopf?
Bei 0,8 bar Überdruck auf Meereshöhe etwa 117 °C.
Bei wie viel Grad kocht Wasser auf der Zugspitze?
Bei Normwetter bei etwa 90 °C.
Kocht Salzwasser heißer?
Nur um Hundertstel Grad bei üblichen Salzmengen.
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