Von der Maschenprobe zur Maschenzahl
Jede Strickerin und jeder Stricker strickt etwas fester oder lockerer, und jedes Garn verhält sich anders. Deshalb geben Anleitungen eine Maschenprobe an, etwa 22 Maschen und 30 Reihen auf 10 mal 10 Zentimeter. Stimmt Ihre Probe nicht mit der Anleitung überein, wird das Stück zu groß oder zu klein. Mit dem Rechner passen Sie die Maschenzahl an Ihre eigene Probe an.
Der Rechner teilt die Maschen der Probe durch deren Breite und erhält so die Maschen pro Zentimeter. Multipliziert mit der gewünschten Breite ergibt sich die rechnerische Maschenzahl. Diese wird auf eine ganze Zahl gerundet, bei Mustern auf ein Vielfaches des Mustersatzes. Die Randmaschen werden zusätzlich angeschlagen, weil sie in Nähten oder Kanten verschwinden.
Für die Höhe gilt dasselbe mit den Reihen. Zusätzlich zeigt der Rechner, wie breit das Teil nach der Rundung tatsächlich wird. So erkennen Sie, ob ein Mustersatz die Breite merklich verändert und ob Sie besser einen Rapport mehr oder weniger nehmen.
Maschenprobe richtig stricken und messen
Stricken Sie die Probe mit dem Garn, den Nadeln und im Muster des späteren Stücks. Schlagen Sie dafür etwas mehr Maschen an, als die Anleitung für 10 Zentimeter angibt, und stricken Sie mindestens 12 bis 15 Zentimeter hoch. Am Rand ziehen sich die Maschen zusammen, deshalb wird nur im inneren Bereich gemessen. Legen Sie die Probe flach und ohne Zug auf eine glatte Unterlage.
Waschen oder dämpfen Sie die Probe, bevor Sie messen, und zwar so, wie Sie später das fertige Teil behandeln. Viele Garne, besonders Baumwolle, Leinen und Superwash-Wolle, verändern sich beim Waschen deutlich. Eine ungewaschene Probe kann um mehrere Prozent von der gewaschenen abweichen, was bei einem Pullover einige Zentimeter Weite ausmacht.
Weicht Ihre Probe von der Anleitung ab, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie wechseln die Nadelstärke, bis die Probe stimmt, oder Sie rechnen die Maschenzahlen um. Mehr Maschen als in der Anleitung bedeuten feinere Maschen; dann helfen dickere Nadeln. Das Umrechnen ist praktisch bei einfachen Formen, bei Raglan, Abnahmen und Mustern muss jede Zahl der Anleitung umgerechnet werden.
Für Abnahmen und Zunahmen rechnen Sie ebenso: Die Differenz in Zentimetern mal Maschen pro Zentimeter ergibt die Zahl der ab- oder zuzunehmenden Maschen, die Höhe mal Reihen pro Zentimeter die verfügbaren Reihen dafür. Den Garnbedarf für das ganze Stück berechnet der Garnbedarf-Rechner, einfache Verhältnisrechnungen der Dreisatz-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Genau stricken.
- Waschen: Probe vorher behandeln.
- Mitte: Nicht am Rand messen.
- Nadeln: Gleiche wie später.
- Rapport: Maschenzahl anpassen.
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Häufige Fragen
Wie messe ich eine Maschenprobe?
Flach liegend, ohne Zug und in der Mitte der Probe, am besten nach dem Waschen und Trocknen.
Was mache ich, wenn meine Maschenprobe nicht stimmt?
Nadelstärke wechseln, bis sie passt, oder die Maschen- und Reihenzahlen der Anleitung mit dem Rechner umrechnen.
Zählen Randmaschen zur Breite?
Meist nicht, weil sie in der Naht verschwinden. Der Rechner schlägt sie deshalb zusätzlich auf.
Wie groß sollte eine Maschenprobe sein?
Mindestens 12 × 12 Zentimeter, damit sich in der Mitte 10 × 10 Zentimeter sauber messen lassen.
Gilt die Maschenprobe auch fürs Häkeln?
Ja, beim Häkeln werden Stäbchen oder feste Maschen und Reihen ebenso gezählt.
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