Wie viel Garn brauche ich?
Anleitungen nennen den Garnbedarf meist für ein bestimmtes Garn und eine bestimmte Größe. Wer ein anderes Garn verwendet, die Maße ändert oder ein eigenes Modell entwirft, muss selbst rechnen. Der zuverlässigste Weg führt über die Maschenprobe: Ein Quadrat von 10 mal 10 Zentimetern im späteren Muster zeigt, wie viel Garn auf einer bekannten Fläche verbraucht wird.
Der Rechner multipliziert die Fläche aller Teile mit dem Gewicht der Probe je 100 Quadratzentimeter und schlägt eine Reserve auf. Aus dem Gesamtgewicht ergeben sich die Zahl der Knäuel und die Lauflänge. Zur Orientierung zeigt er außerdem die ungefähre Zahl der Maschen, die sich aus Maschen- und Reihenzahl der Probe ergibt.
Wichtig ist, dass die Probe im gleichen Muster und mit den gleichen Nadeln gestrickt wird wie das fertige Stück. Zopfmuster, Noppen und Patentmuster verbrauchen deutlich mehr Garn als glatt rechts, Lochmuster weniger. Eine Probe aus einem anderen Muster führt deshalb zu falschen Ergebnissen.
Tipps für eine genaue Schätzung
Stricken Sie die Probe etwas größer als 10 mal 10 Zentimeter, etwa 15 mal 15, und messen Sie in der Mitte. Waschen und trocknen Sie sie so, wie Sie später das fertige Stück behandeln. Wiegen Sie dann ein ausgemessenes Stück oder rechnen Sie das Gewicht der großen Probe auf 100 Quadratzentimeter um. Eine Briefwaage mit 0,1 Gramm Genauigkeit liefert bessere Werte als eine grobe Küchenwaage.
Bei Pullovern und Jacken lohnt es sich, die Teile einzeln zu erfassen: Rücken, Vorderteile und Ärmel haben verschiedene Maße. Für Ärmel und schräge Kanten nehmen Sie die mittlere Breite. Bündchen, Kragen und Blenden kommen hinzu, ebenso Garn zum Zusammennähen. Ein Zuschlag von 10 bis 15 Prozent hat sich bewährt, bei aufwendigen Mustern eher mehr.
Kaufen Sie lieber ein Knäuel mehr als zu wenig. Garne werden in Färbepartien produziert, und Knäuel aus einer späteren Partie können sichtbar im Farbton abweichen. Viele Händler nehmen ungeöffnete Knäuel zurück. Notieren Sie die Partienummer von der Banderole, falls Sie doch nachkaufen müssen.
Wenn Sie ein Garn gegen ein anderes tauschen, vergleichen Sie vor allem die Lauflänge je 50 oder 100 Gramm, nicht nur das Gewicht. Ein Garn mit größerer Lauflänge ist dünner und ergibt bei gleicher Maschenprobe nicht automatisch das gleiche Maschenbild. Die passende Maschenzahl für Ihr Zielmaß berechnet der Maschenprobe-Rechner, Stoff für Näharbeiten der Stoffbedarf-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Garn richtig planen.
- Probe: Wiegen statt schätzen.
- Partie: Alle Knäuel gleich.
- Reserve: 10 bis 15 Prozent.
- Muster: Zöpfe brauchen mehr.
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Häufige Fragen
Wie viel Garn brauche ich für einen Pullover?
Für einen Erwachsenenpullover aus mittelstarkem Garn oft 400 bis 700 Gramm; genauer wird es über Fläche und Maschenprobe.
Warum soll ich die Maschenprobe wiegen?
Weil das Gewicht je Fläche Muster, Nadelstärke und Strickfestigkeit bereits enthält und so den Verbrauch direkt zeigt.
Wie viel Reserve sollte ich einplanen?
Meist 10 bis 15 Prozent, bei Zöpfen, Noppen oder Farbwechseln eher mehr.
Wie viel Wolle brauche ich für einen Schal?
Für einen Schal von 25 × 180 Zentimetern aus mittelstarkem Garn oft 200 bis 300 Gramm.
Was bedeutet Lauflänge?
Die Garnlänge je Gewicht, zum Beispiel 125 Meter auf 50 Gramm; sie zeigt die Garnstärke.
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