Was ist der Lichtwert?
Der Lichtwert, englisch Exposure Value oder kurz EV, fasst Blende und Belichtungszeit in einer einzigen Zahl zusammen. Alle Kombinationen mit demselben Lichtwert lassen gleich viel Licht auf den Sensor. Blende 8 bei 1/125 Sekunde ergibt denselben Wert wie Blende 5,6 bei 1/250 Sekunde. Steigt der Lichtwert um eins, halbiert sich die Lichtmenge; man spricht von einer Blendenstufe.
Der Rechner bestimmt zuerst den Wert der eingestellten Kombination als log2(Blende² ÷ Zeit). Damit der Wert die Helligkeit der Szene beschreibt, wird er auf ISO 100 bezogen: Eine doppelte ISO-Zahl bedeutet, dass eine Stufe weniger Licht genügt. Der so normierte Lichtwert EV100 lässt sich mit Tabellen für typische Lichtsituationen vergleichen.
Zusätzlich zeigt der Rechner eine ungefähre Beleuchtungsstärke in Lux und die Belichtungszeit, die Sie bei einer anderen Blende für die gleiche Belichtung brauchen. Das hilft, wenn Sie für mehr Schärfentiefe abblenden oder für kurze Zeiten die Blende öffnen wollen.
Lichtwerte in der Praxis
Ein Anhaltspunkt ist die Sonnige-16-Regel: Bei heller Sonne ergibt Blende 16 mit einer Belichtungszeit von 1 geteilt durch die ISO-Zahl eine richtige Belichtung. Bei ISO 100 sind das Blende 16 und 1/100 Sekunde, also etwa EV 15. Leicht bewölkter Himmel liegt bei EV 13 bis 14, bedecktes Wetter bei 11 bis 12, helle Innenräume bei 7 bis 9 und beleuchtete Straßen bei Nacht bei etwa 4 bis 6.
Belichtungsmesser in Kameras und Handbelichtungsmesser arbeiten intern mit Lichtwerten. Das Datenblatt eines Objektivs oder einer Kamera nennt oft einen Messbereich wie EV −3 bis EV 20. Auch Blitzgeräte, ND-Filter und Langzeitbelichtungen lassen sich in Stufen rechnen: Ein ND-Filter mit 10 Stufen verlängert die Belichtungszeit um den Faktor 2 hoch 10, also rund 1.000.
Die Belichtungszeit geben Sie als Bruch oder in Sekunden ein. Kameras runden Zeiten auf eine Reihe in Drittel- oder halben Stufen, zum Beispiel 1/250, 1/320 oder 1/400 Sekunde. Die gleichwertige Zeit im Ergebnis ist der genaue rechnerische Wert; wählen Sie an der Kamera die nächstgelegene Einstellung. Eine Abweichung von einer Drittelstufe ist in der Praxis kaum sichtbar.
Der Lichtwert sagt nichts darüber, ob eine Aufnahme gelungen ist. Helle oder dunkle Motive, Gegenlicht und kreative Absichten verlangen Korrekturen. Wie viel Schärfe vor und hinter dem Motiv bei einer Blende entsteht, berechnet der Schärfentiefe-Rechner, die Wirkung des Sensorformats auf Brennweite und Blende der Crop-Faktor-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Belichtung sicher.
- Stufen: 1 EV = Faktor 2.
- ISO: Auf 100 beziehen.
- Sonnige 16: Als Startwert.
- Histogramm: Ergebnis prüfen.
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Häufige Fragen
Was bedeutet EV 0?
Blende 1 bei 1 Sekunde und ISO 100, eine sehr dunkle Szene wie eine nur schwach beleuchtete Straße.
Wie viel ist eine Blendenstufe?
Eine Verdopplung oder Halbierung der Lichtmenge, also genau ein Lichtwert.
Gilt die Sonnige-16-Regel immer?
Nur als Ausgangswert bei klarer Sonne und normalem Motiv; Schnee, Strand oder Gegenlicht brauchen Korrekturen.
Was ist der Unterschied zwischen EV und LW?
Keiner; LW ist die deutsche Abkürzung für Lichtwert, EV die englische für Exposure Value.
Wie viele Stufen hat ein ND1000-Filter?
Rund 10 Stufen, die Belichtungszeit verlängert sich etwa um den Faktor 1.000.
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