Was ist die Rumpfgeschwindigkeit?
Ein Boot, das im Wasser verdrängt statt darüber gleitet, erzeugt beim Fahren ein Wellensystem. Die Bugwelle wird mit zunehmender Geschwindigkeit länger. Erreicht ihre Länge die Länge der Wasserlinie, liegt das Heck im Wellental hinter dem Wellenberg am Bug. Das Boot fährt dann gewissermaßen bergauf gegen seine eigene Welle, und der Widerstand steigt steil an.
Diese Geschwindigkeit heißt Rumpfgeschwindigkeit. Sie folgt aus der Physik der Wasserwellen: Eine Welle mit der Länge L läuft mit der Geschwindigkeit Wurzel aus g mal L geteilt durch 2π. In der Praxis wird oft die Faustformel 2,43 mal Wurzel aus der Wasserlinienlänge in Metern verwendet, die das Ergebnis direkt in Knoten liefert. Im englischen Sprachraum lautet sie 1,34 mal Wurzel aus der Länge in Fuß.
Der Rechner gibt die Rumpfgeschwindigkeit in Knoten, Kilometern pro Stunde und Metern pro Sekunde aus. Tragen Sie Ihre aktuelle Fahrt ein, sehen Sie zusätzlich, welchen Anteil der Rumpfgeschwindigkeit Sie erreichen, und das Speed-Length-Ratio, das in der Bootskonstruktion als Kennzahl dient.
Rumpfgeschwindigkeit in der Praxis
Für Fahrtensegler und Verdrängerboote mit Motor ist die Rumpfgeschwindigkeit eine praktische Obergrenze. Bis etwa 80 Prozent davon steigt der Widerstand moderat, darüber nimmt der benötigte Antrieb stark zu. Ein Motor, der das Boot von 90 auf 100 Prozent der Rumpfgeschwindigkeit bringen soll, braucht oft ein Vielfaches an Leistung und Kraftstoff. Sparsam fährt, wer deutlich darunter bleibt.
Die Rumpfgeschwindigkeit ist keine absolute Grenze. Gleitboote heben sich mit genügend Leistung aus dem Wasser und überschreiten sie weit. Leichte Jollen und moderne Regattayachten können bei viel Wind ins Gleiten kommen oder beim Surfen auf Wellen schneller werden. Sehr schlanke Rümpfe wie bei Katamaranen, Ruderbooten und Kanus erzeugen kleinere Wellen und überwinden die Grenze leichter.
Die tatsächliche Wasserlinie ist nicht konstant. Bei Krängung eines Segelboots und mit der eigenen Bugwelle verlängert sie sich oft, weshalb Boote mit langen Überhängen etwas schneller sind, als die Wasserlinie im Stillstand vermuten lässt. Auch die Beladung verändert die Länge. Für einen Vergleich verschiedener Boote genügt die Wasserlinie aus dem Datenblatt.
Ein Knoten ist eine Seemeile pro Stunde, also 1,852 Kilometer pro Stunde. Weitere Geschwindigkeitseinheiten rechnet der Geschwindigkeits-Umrechner um, Längen in Fuß und Meter der Längen-Umrechner. Für Planungen auf See gelten zusätzlich Strömung, Wind, Seegang und die Vorgaben der Seemannschaft.
Tipps und typische Fehler
Effizient fahren.
- LWL: Nicht LüA nutzen.
- 80 Prozent: Sparsamer Bereich.
- Gleiten: Braucht Leistung.
- Knoten: 1,852 km/h.
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Häufige Fragen
Wie schnell ist ein 10-Meter-Segelboot?
Bei 10 Metern Wasserlinie liegt die Rumpfgeschwindigkeit bei rund 7,7 Knoten.
Kann ein Boot schneller als die Rumpfgeschwindigkeit fahren?
Ja, Gleitboote, Katamarane und leichte Jollen können sie überschreiten; schwere Verdränger kaum.
Was ist der Unterschied zwischen LWL und LüA?
LWL ist die Länge der Wasserlinie, LüA die Länge über alles einschließlich Überhängen.
Was ist ein Verdrängerboot?
Ein Boot, das sein Gewicht durch verdrängtes Wasser trägt und nicht ins Gleiten kommt.
Was bedeutet Gleitfahrt?
Das Boot hebt sich durch dynamischen Auftrieb teilweise aus dem Wasser und überwindet die Bugwelle.
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