Wie viel Alkohol hat mein Bier?
Beim Brauen wird der Zucker der Würze von der Hefe zu Alkohol und Kohlendioxid vergoren. Wie viel Alkohol entsteht, lässt sich aus zwei Messwerten berechnen: dem Extraktgehalt vor der Gärung, der Stammwürze, und dem Wert nach der Gärung, dem Restextrakt. Beide werden meist in Grad Plato angegeben. Ein Grad Plato entspricht einem Gramm Extrakt in 100 Gramm Würze.
Die Spindel misst nach der Gärung nur einen scheinbaren Restextrakt, weil der entstandene Alkohol leichter ist als Wasser und die Dichte zusätzlich senkt. Der Rechner bestimmt deshalb zuerst den wirklichen Restextrakt nach der Formel von Balling. Aus der Differenz zur Stammwürze ergibt sich der Alkohol in Gewichtsprozent, der über die Dichte in Volumenprozent umgerechnet wird.
Dazu gibt der Rechner den scheinbaren und den wirklichen Vergärungsgrad aus. Der scheinbare Vergärungsgrad zeigt, wie weit die Spindel gesunken ist, und dient Brauern als Kennzahl für die Arbeit der Hefe. Typisch sind bei vielen Bieren 70 bis 85 Prozent.
Messen und Brauen in der Praxis
Messen Sie die Stammwürze nach dem Kochen und Abkühlen, kurz bevor die Hefe zugegeben wird. Bei der Spindel ist die Temperatur wichtig: Die meisten Spindeln sind auf 20 Grad geeicht, und abweichende Temperaturen verfälschen das Ergebnis um einige Zehntel Grad Plato. Eine Korrekturtabelle liegt der Spindel oft bei. Kohlensäurebläschen am Jungbier sollten vorher entfernt werden, etwa durch Schütteln oder Umgießen.
Refraktometer sind praktisch, weil sie nur wenige Tropfen brauchen. Vor der Gärung zeigen sie mit einem Korrekturfaktor recht genaue Werte. Nach der Gärung verfälscht der Alkohol die Lichtbrechung jedoch stark. Für den Restextrakt brauchen Sie dann eine spezielle Umrechnungsformel oder eine Spindel. Tragen Sie in diesen Rechner nur Spindelwerte oder bereits korrigierte Werte ein.
Als Faustregel ergibt ein Grad Plato Stammwürze bei üblicher Vergärung etwa 0,4 Volumenprozent Alkohol. Ein Vollbier mit 11 bis 14 Grad Plato landet so meist bei 4,5 bis 5,5 Prozent. Starkbiere mit mehr als 16 Grad Plato erreichen 6,5 Prozent und mehr. Wie weit vergoren wird, hängt von Hefestamm, Maischverfahren und Gärtemperatur ab.
In Deutschland ist das Brauen für den eigenen Bedarf vor Beginn beim zuständigen Hauptzollamt anzumelden. Bis zu 2 Hektoliter Bier im Kalenderjahr bleiben für Haus- und Hobbybrauer steuerfrei. Den Blutalkohol nach dem Trinken schätzt der Promille-Rechner; das Mostgewicht bei Wein und Obstwein der Öchsle-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Sauber messen.
- 20 Grad: Spindel eichen.
- CO₂: Bläschen entfernen.
- Refraktometer: Nach Gärung korrigieren.
- Notieren: Jeden Sud.
Weitere Rechner: Garten & Hobby
Häufige Fragen
Was ist Stammwürze?
Der Extraktgehalt der Würze vor der Gärung, angegeben in Grad Plato oder Prozent.
Warum zeigt die Spindel nur einen scheinbaren Restextrakt?
Weil Alkohol leichter als Wasser ist und die Dichte zusätzlich senkt.
Wie viel Alkohol hat ein Bier mit 12 Grad Plato?
Bei üblicher Vergärung auf etwa 3 Grad Plato rund 4,8 Volumenprozent.
Was ist der Unterschied zwischen Plato und spezifischem Gewicht?
Plato gibt den Extrakt in Gewichtsprozent an, das spezifische Gewicht die Dichte, etwa 1,048 bei 12 Grad Plato.
Muss ich Hobbybrauen anmelden?
Ja, beim zuständigen Hauptzollamt; bis 2 Hektoliter im Jahr bleibt es steuerfrei.
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