Garten & Hobby

Schärfentiefe und hyperfokale Distanz berechnen

Wählen Sie das Sensorformat und tragen Sie Brennweite, Blende und Entfernung zum Motiv ein. Der Rechner zeigt, von wo bis wo Ihr Bild scharf wirkt.

Kamera und Motiv
Die echte Brennweite des Objektivs, nicht die Kleinbild-Entsprechung.
Ergebnis

Was bestimmt die Schärfentiefe?

Ein Objektiv bildet genau genommen nur eine Ebene scharf ab, die eingestellte Entfernung. Davor und dahinter werden Punkte zu kleinen Scheibchen, den Zerstreuungskreisen. Solange diese kleiner sind als ein bestimmter Wert, nimmt das Auge sie als scharf wahr. Den Bereich, in dem das gilt, nennt man Schärfentiefe oder umgangssprachlich Tiefenschärfe.

Drei Größen bestimmen die Schärfentiefe: die Blende, die Brennweite und die Entfernung zum Motiv. Je weiter abgeblendet, also je größer die f-Zahl, desto größer ist die Schärfentiefe. Längere Brennweiten und kürzere Entfernungen verringern sie. Das Sensorformat wirkt über den zulässigen Zerstreuungskreis: Kleinere Sensoren werden stärker vergrößert und brauchen einen kleineren Wert.

Der Rechner berechnet zuerst die hyperfokale Distanz. Stellen Sie auf diese Entfernung scharf, reicht die Schärfe von ihrer Hälfte bis unendlich. Daraus ergeben sich für Ihre Entfernung die Nah- und die Ferngrenze. Liegt das Motiv weiter weg als die hyperfokale Distanz, reicht die Schärfe bis unendlich.

H=f2N×c+f; Nahgrenze=s⋅(H−f)H+s−2 f; Ferngrenze=s⋅(H−f)H−s; Scha¨rfentiefe=Ferngrenze−NahgrenzeH = \frac{f^{2}}{N \times c} + f;\ \text{Nahgrenze} = \frac{s \cdot \left(H - f\right)}{H + s - 2\,f};\ \text{Ferngrenze} = \frac{s \cdot \left(H - f\right)}{H - s};\ \text{Schärfentiefe} = \text{Ferngrenze} - \text{Nahgrenze}

Beispiel: Vollformat, 50 Millimeter, Blende 8, Entfernung 5 Meter: Die hyperfokale Distanz beträgt 50² ÷ (8 × 0,03) + 50 = 10.467 Millimeter, also 10,47 Meter. Die Schärfe reicht von 3,39 Meter bis 9,53 Meter, die Schärfentiefe beträgt 6,14 Meter. Davon liegen 1,61 Meter vor und 4,53 Meter hinter dem Motiv. Bei Fokus auf 10,47 Meter wäre alles von 5,23 Meter bis unendlich scharf.

Schärfentiefe gezielt einsetzen

In der Porträtfotografie ist eine geringe Schärfentiefe oft erwünscht: Das Gesicht ist scharf, der Hintergrund verschwimmt. Dafür eignen sich offene Blenden wie 1,8 oder 2,8 und Brennweiten ab etwa 85 Millimetern. Bei sehr geringer Schärfentiefe kann schon die Nasenspitze unscharf sein, wenn auf die Augen fokussiert wird. Fokussieren Sie bei Porträts deshalb auf das nähere Auge.

In der Landschaftsfotografie soll meist alles vom Vordergrund bis zum Horizont scharf sein. Hier hilft die hyperfokale Distanz: Wer auf sie fokussiert, nutzt die größtmögliche Schärfentiefe. Mit einem Weitwinkel von 24 Millimetern bei Blende 11 an einer Vollformatkamera liegt die hyperfokale Distanz bei knapp 1,8 Metern, und alles ab etwa 0,9 Metern wird scharf.

Zu weit abblenden sollten Sie trotzdem nicht. Ab etwa Blende 11 bis 16 an Vollformat und früher an kleineren Sensoren mindert die Beugung die Gesamtschärfe des Bildes. Bei Makroaufnahmen ist die Schärfentiefe selbst bei Blende 16 oft nur wenige Millimeter groß. Dann helfen Techniken wie Focus Stacking, bei dem mehrere Aufnahmen mit verschobenem Fokus kombiniert werden.

Der Zerstreuungskreis ist eine Konvention für einen Abzug in üblicher Größe, betrachtet aus normalem Abstand. Wer Bilder groß druckt oder am Monitor stark vergrößert, sieht Unschärfe früher und sollte mit einem kleineren Wert rechnen. Die Belichtung zur gewählten Blende berechnet der Belichtungswert-Rechner, die Kleinbild-Entsprechung der Brennweite der Crop-Faktor-Rechner.

Tipps und typische Fehler

Schärfe planen.

  • Blende: Nicht über 16.
  • Hyperfokal: Für Landschaft.
  • Porträt: Auf das Auge.
  • Makro: Focus Stacking.

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Häufige Fragen

Was ist die hyperfokale Distanz?

Die Entfernung, bei deren Einstellung die Schärfe von ihrer halben Distanz bis unendlich reicht.

Warum haben Smartphones so viel Schärfentiefe?

Weil ihre sehr kurzen Brennweiten und kleinen Sensoren bei gleichem Bildausschnitt eine große Schärfentiefe ergeben.

Ist Schärfentiefe dasselbe wie Tiefenschärfe?

Ja, umgangssprachlich werden beide Begriffe gleich verwendet; fachlich korrekt ist Schärfentiefe.

Wo fokussiere ich bei Landschaften?

Auf die hyperfokale Distanz oder etwa ein Drittel in die Szene hinein.

Hat ein Crop-Sensor mehr Schärfentiefe?

Bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blende ja, weil eine kürzere Brennweite nötig ist.

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