Wie viel Stoff brauche ich?
Beim Stoffkauf zählt nicht die Fläche allein, sondern wie sich die Zuschnitte auf der Stoffbahn anordnen lassen. Stoff wird als Bahn mit fester Breite verkauft und nach Länge berechnet. Passen zwei oder drei Zuschnitte nebeneinander, reicht eine kürzere Länge; ist ein Teil breiter als der Stoff, müssen Bahnen aneinandergenäht werden.
Der Rechner ermittelt zuerst das Zuschnittmaß: die fertige Breite mal Faltenfaktor plus Nahtzugabe an beiden Kanten, die Höhe plus Nahtzugaben und eine eventuelle Saumzugabe. Ein Kissenbezug besteht aus zwei Teilen, Vorder- und Rückseite. Dann prüft er, wie viele Zuschnitte nebeneinander passen, und legt sie in Reihen untereinander. Zum Schluss kommt ein Zuschlag für das Einlaufen beim Waschen und für Verschnitt hinzu.
Das Ergebnis zeigt den Stoffbedarf in Metern und eine auf 10 Zentimeter aufgerundete Einkaufsmenge, wie sie im Stoffladen üblich ist. Dazu nennt der Rechner das Zuschnittmaß, die Zahl der Zuschnitte und die Fläche des Stoffs.
Zugaben, Muster und Stoffwahl
Die Nahtzugabe hängt von der Verarbeitung ab. Für einfache Steppnähte genügen 1 bis 1,5 Zentimeter, für Kappnähte oder ausfransende Stoffe eher 2 Zentimeter. Säume werden meist doppelt eingeschlagen; für einen 2 Zentimeter breiten Doppelsaum brauchen Sie also 4 Zentimeter Zugabe. Bei Vorhängen ist der untere Saum oft 5 bis 10 Zentimeter breit und doppelt gelegt, oben kommt ein Tunnel oder ein Faltenband hinzu.
Gemusterte Stoffe erfordern zusätzliche Länge, damit das Muster an Nähten und bei mehreren gleichen Teilen zusammenpasst. Planen Sie je Bahn oder Zuschnittreihe etwa einen Rapport zusätzlich ein. Bei Stoffen mit Motivrichtung, Flor wie Samt oder Cord und bei Karos können Zuschnitte nicht beliebig gedreht werden. Der Rechner legt alle Zuschnitte in derselben Richtung.
Baumwolle und Leinen laufen beim ersten Waschen oft um 3 bis 5 Prozent ein, manchmal mehr. Waschen Sie solche Stoffe vor dem Zuschneiden und rechnen Sie den Schwund beim Kauf ein. Mischgewebe mit Polyester sind formstabiler. Für Kissenbezüge mit Hotelverschluss oder Reißverschluss brauchen Sie für die Rückseite mehr Stoff; tragen Sie dafür die Höhe um die Überlappung größer ein.
Für Vorhänge mit Kräuselband oder Falten nutzen Sie den Faltenfaktor: Ein Faktor von 2 bedeutet, dass die Stoffbreite doppelt so groß ist wie die fertige Breite. Speziell für Gardinen mit Bahnen und Fensterbreite eignet sich der Gardinen-Rechner. Den Garnbedarf für Strickstücke berechnet der Garnbedarf-Rechner, Flächen beliebiger Formen der Flächenrechner.
Tipps und typische Fehler
Stoff sparen.
- Breite: Stoffbreite nutzen.
- Vorwaschen: Einlaufen einplanen.
- Muster: Rapport zugeben.
- Zuschnitt: Vorher skizzieren.
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Häufige Fragen
Wie viel Nahtzugabe ist üblich?
Meist 1 bis 1,5 Zentimeter je Kante, bei ausfransenden Stoffen oder Kappnähten etwa 2 Zentimeter.
Wie viel Stoff brauche ich für ein Kissen 40 × 40?
Mit 1,5 Zentimetern Nahtzugabe zwei Zuschnitte von 43 × 43 Zentimetern, also etwa 45 Zentimeter Länge bei 140 Zentimetern Stoffbreite.
Muss ich Stoff vor dem Nähen waschen?
Bei Baumwolle und Leinen ja, weil sie beim ersten Waschen meist einlaufen.
Wie viel Stoff brauche ich für eine Tischdecke?
Tischmaß plus doppelter Überhang plus Saum- und Nahtzugaben; der Rechner legt das Maß auf die Stoffbreite.
Was ist ein Rapport?
Die Länge, nach der sich ein Stoffmuster wiederholt; sie bestimmt den Mehrbedarf beim Musteranschluss.
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