Online-Handel & Geschäft

Lernkurve nach Wright berechnen

Geben Sie die Zeit für das erste Stück, die Lernrate, die geplante Stückzahl und Ihren Kostensatz ein. Der Rechner zeigt, wie stark Zeit und Kosten mit jeder Wiederholung sinken.

Ihre Fertigung
80 % heißt: Bei Verdopplung der Stückzahl sinkt die Stückzeit auf 80 %.
Lohn- oder Maschinenstundensatz für die Kostenrechnung.
Ergebnis

Warum das hundertste Stück schneller geht als das erste

Wer eine Tätigkeit wiederholt, wird schneller. Der Flugzeugingenieur Theodore P. Wright hat diesen Effekt 1936 im Aufsatz über die Kosten im Flugzeugbau erstmals quantitativ beschrieben: Jedes Mal, wenn sich die produzierte Menge verdoppelt, sinkt der Aufwand für ein Stück auf einen festen Prozentsatz. Diesen Prozentsatz nennt man Lernrate. Bei einer Lernrate von 80 Prozent braucht das zweite Stück nur noch 80 Prozent der Zeit des ersten, das vierte 64 Prozent und das achte 51,2 Prozent.

Der Rechner verwendet das Einzelstückmodell, das heute in der Kalkulation von Kleinserien, im Anlagenbau und in der Montage verbreitet ist. Er ermittelt die Zeit des letzten Stücks, addiert alle Einzelzeiten zur Gesamtzeit und teilt diese durch die Stückzahl. Mit dem Kostensatz werden daraus Lohnkosten, und der Vergleich mit einer Fertigung ohne Lerneffekt zeigt, wie viel Kapazität die Erfahrung freisetzt.

Typische Lernraten liegen in der manuellen Montage bei 70 bis 85 Prozent, in stark maschinengebundenen Prozessen eher bei 90 bis 95 Prozent. Eine Lernrate von 100 Prozent bedeutet, dass kein Lerneffekt eintritt; jede Einheit dauert dann gleich lang.

t (n)=t (1)×nbmit b=log (Lernrate)log (2); Gesamtzeit=Summe aller t (i)fu¨r i=1 bis nt\,\left(n\right) = t\,\left(1\right) \times n^{b}\quad \text{mit}\ b = \frac{\text{log}\,\left(\text{Lernrate}\right)}{\text{log}\,\left(2\right)};\ \text{Gesamtzeit} = \text{Summe aller t}\,\left(i\right)\quad \text{für}\ i = 1\,\text{bis n}

Beispiel: Erstes Stück 60 Minuten, Lernrate 80 Prozent, 16 Stück, 45 Euro je Stunde: Der Exponent b beträgt −0,3219. Das 16. Stück dauert 60 × 0,8⁴ = 24,58 Minuten und kostet 18,43 Euro. Alle 16 Stück zusammen brauchen 8,92 Stunden, im Schnitt 33,45 Minuten je Stück. Die Lohnkosten betragen 401,41 Euro statt 720 Euro ohne Lerneffekt, die Ersparnis liegt bei 318,59 Euro.

Lernrate bestimmen und richtig einsetzen

Die Lernrate lässt sich aus eigenen Daten schätzen: Notieren Sie die Zeiten für das erste und das achte oder sechzehnte Stück. Das Verhältnis der beiden Zeiten, hoch ein Drittel bei drei Verdopplungen oder hoch ein Viertel bei vier, ergibt die Lernrate. Benötigt das achte Stück zum Beispiel 30 statt 60 Minuten, liegt die Lernrate bei 0,5 hoch ein Drittel, also rund 79 Prozent.

In Angeboten für Serien mit Anlaufphase hilft die Lernkurve, realistische Preise zu bilden. Wer alle Stücke mit der Zeit des ersten Prototyps kalkuliert, ist zu teuer; wer mit der Endzeit rechnet, verliert in der Anlaufphase Geld. Die Durchschnittszeit aus dem Rechner ist die faire Grundlage für einen Einheitspreis über die gesamte Losgröße.

Grenzen hat das Modell, wenn Taktzeiten von Maschinen den Ablauf bestimmen, wenn das Personal wechselt oder wenn zwischen zwei Losen lange Pausen liegen. Dann vergessen Mitarbeitende einen Teil des Gelernten, und die Zeiten steigen wieder an. Auch technische Mindestzeiten etwa für Aushärten oder Prüfen sinken nicht; diese sollten Sie getrennt von der lernbaren Arbeitszeit ansetzen.

Für die Weiterverarbeitung eignen sich der Stückkosten-Rechner und der Maschinenstundensatz-Rechner. Die Lernkurve liefert eine Planungsgröße, keine Garantie; vergleichen Sie die Prognose nach den ersten Stücken mit gemessenen Zeiten und passen Sie die Lernrate an.

Tipps und typische Fehler

Serien kalkulieren.

  • Messen: Erste Stücke erfassen.
  • Durchschnitt: Für den Preis.
  • Mindestzeiten: Getrennt.
  • Pausen: Vergessen einplanen.

Mehr zum Thema Produktion und Qualitätskennzahlen

Häufige Fragen

Was bedeutet eine Lernrate von 80 Prozent?

Bei jeder Verdopplung der Stückzahl sinkt die Stückzeit auf 80 Prozent des vorherigen Werts.

Woher stammt das Lernkurvenmodell?

Von T. P. Wright, der 1936 die Kostenentwicklung im Flugzeugbau beschrieb.

Gilt die Lernkurve unbegrenzt?

Nein, technische Mindestzeiten und Vergessen begrenzen den Effekt.

Was ist der Unterschied zwischen Lernkurve und Erfahrungskurve?

Die Lernkurve betrifft Arbeitszeit, die Erfahrungskurve alle Stückkosten eines Produkts.

Wie schätze ich die Lernrate aus Messwerten?

Zeit des achten durch Zeit des ersten Stücks, hoch ein Drittel.

Auch gesucht als:
  • Lernkurve berechnen
  • Lernkurve Wright
  • Lernrate berechnen
  • Erfahrungskurve Stückzeit
  • Lernkurveneffekt Kosten
  • Lernkurve 80 Prozent
Diesen Rechner auf Ihrer Website einbinden

Kostenlos für Blogs, Vereine, Schulen und Unternehmen. Fügen Sie den Code in Ihre Seite ein, zum Beispiel als HTML-Block in WordPress.

Der Rechner läuft in einem Rahmen, setzt keine Cookies und speichert keine Eingaben. Bitte lassen Sie den Quellenlink unter dem Rahmen stehen. Höhe bei Bedarf anpassen.

Alle Berechnungen erfolgen direkt in Ihrem Browser, Ihre Eingaben werden nicht übertragen oder gespeichert. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte ohne Gewähr und ersetzen keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung. Die Erklärtexte auf dieser Seite wurden mit KI erstellt. Letzte inhaltliche Änderung dieser Seite: . Mehr dazu: So entstehen und prüfen wir die Rechner.