Entscheidungen mit mehreren Kriterien treffen
Ob neue Software, Standort, Maschine oder Dienstleister: Bei vielen Entscheidungen zählen mehrere Gesichtspunkte, die sich nicht einfach in Euro ausdrücken lassen. Die Nutzwertanalyse macht solche Entscheidungen strukturiert und nachvollziehbar. Sie zerlegt die Frage in einzelne Kriterien, gewichtet sie nach Bedeutung und bewertet jede Option auf einer gemeinsamen Punkteskala.
In diesem Rechner legen Sie bis zu vier Kriterien fest, zum Beispiel Kosten, Funktionsumfang, Bedienbarkeit und Support. Notieren Sie für sich, welches Kriterium hinter welcher Nummer steht. Jede Option erhält je Kriterium 0 bis 10 Punkte. Der Nutzwert ist die Summe der Punkte mal Gewicht, geteilt durch die Summe der Gewichte, und liegt damit ebenfalls zwischen 0 und 10.
Neben den Nutzwerten zeigt der Rechner die Rangfolge und den Vorsprung der besten Option vor der zweitbesten. Ist der Abstand klein, sollten Sie die Gewichte kritisch prüfen, denn dann kann schon eine leichte Verschiebung die Reihenfolge ändern. Bei großem Abstand ist das Ergebnis robuster.
Nutzwertanalyse sauber aufbauen
Legen Sie Kriterien und Gewichte fest, bevor Sie die Optionen bewerten. Wer zuerst bewertet und dann gewichtet, neigt dazu, die Gewichte unbewusst zugunsten des Favoriten zu wählen. Die Kriterien sollten sich nicht überschneiden: Wenn Preis und Gesamtkosten getrennt auftauchen, zählt das Geld doppelt.
Für die Punkte hilft eine feste Skala mit Beschreibung, etwa 10 für vollständig erfüllt, 5 für teilweise und 0 für nicht erfüllt. Bei messbaren Größen wie Kosten oder Lieferzeit können Sie die Punkte linear aus dem besten und schlechtesten Wert ableiten. Bewerten mehrere Personen, nehmen Sie den Durchschnitt und sprechen über große Abweichungen.
Machen Sie eine einfache Sensitivitätsprüfung: Verändern Sie die Gewichte um einige Prozentpunkte und beobachten Sie, ob die beste Option wechselt. Bleibt sie vorne, ist die Entscheidung belastbar. Kosten können Sie als Kriterium aufnehmen oder getrennt betrachten und am Ende den Nutzwert je Euro vergleichen. Muss eine Option ein Mindestkriterium erfüllen, sortieren Sie sie vor der Bewertung aus.
Speziell für die Bewertung von Zulieferern mit festen Kriterien eignet sich der Lieferantenbewertung-Rechner. Den gewichteten Durchschnitt beliebiger Werte berechnet der Rechner für gewichtete Mittelwerte, und ob sich eine Investition wirtschaftlich trägt, zeigt der Break-even-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Besser entscheiden.
- Zuerst: Gewichte festlegen.
- Keine Dopplung: Kriterien trennen.
- Skala: Beschreiben.
- Sensitivität: Prüfen.
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Häufige Fragen
Wie viele Kriterien sind sinnvoll?
Meist reichen vier bis sieben. Zu viele Kriterien verwässern die Gewichte der wichtigen.
Müssen die Gewichte 100 ergeben?
Nein, der Rechner rechnet sie anteilig um. Mit einer Summe von 100 sind sie als Prozent lesbar.
Was tun bei Gleichstand?
Das wichtigste Kriterium entscheiden lassen oder ein weiteres, bisher fehlendes Kriterium ergänzen.
Was ist eine Entscheidungsmatrix?
Eine Tabelle mit Optionen und gewichteten Kriterien, wie sie die Nutzwertanalyse verwendet.
Wie prüfe ich, ob das Ergebnis stabil ist?
Gewichte leicht verändern und beobachten, ob die beste Option wechselt.
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