Wenn beide Preise vorgegeben sind
Die klassische Kalkulation geht vom Einkaufspreis aus und schlägt Kosten und Gewinn auf, bis ein Verkaufspreis entsteht. Im Handel ist das oft nicht möglich: Der Lieferant nennt seinen Preis, und der Markt bestimmt, was Kunden zahlen. Dann bleibt nur die Frage, was dazwischen übrig bleibt. Genau diese Rechnung heißt Differenzkalkulation.
Sie rechnet von oben und von unten zur Mitte. Vom Listeneinkaufspreis werden Rabatt und Skonto abgezogen und die Bezugskosten addiert; mit dem Handlungskostenzuschlag entsteht der Selbstkostenpreis. Vom Listenverkaufspreis werden Kundenrabatt und Kundenskonto abgezogen; es bleibt der Barverkaufspreis. Die Differenz ist der Gewinn.
Im Beispiel kostet ein Artikel 228,50 Euro in der Selbstkostenrechnung und bringt 279,36 Euro Barverkaufspreis. Der Gewinn beträgt 50,86 Euro, das sind 22,26 Prozent auf die Selbstkosten.
Ergebnis richtig einordnen
Der Gewinnzuschlag bezieht sich auf die Selbstkosten, nicht auf den Verkaufspreis. Wer wissen will, wie viel Prozent vom Umsatz als Gewinn bleiben, teilt den Gewinn durch den Barverkaufspreis. Im Beispiel wären das gut 18 Prozent. Beide Werte sind richtig, beschreiben aber verschiedene Dinge; im Gespräch sollte klar sein, welcher gemeint ist.
Der Handlungskostenzuschlag verteilt Miete, Personal, Energie und Verwaltung pauschal auf die Ware. Er stammt meist aus der Kostenrechnung des Vorjahres. Ist er zu niedrig angesetzt, sieht jeder Artikel profitabler aus, als er ist. Überprüfen Sie den Zuschlag deshalb regelmäßig mit aktuellen Zahlen.
Ergibt sich ein Verlust, zeigt der Rechner ihn rot an. Das heißt nicht zwingend, dass der Artikel aus dem Sortiment muss. Solange der Barverkaufspreis über dem Bezugspreis liegt, trägt er zu den Fixkosten bei. Für diese Sicht nutzen Sie den Deckungsbeitrag oder rechnen mit einem niedrigeren Handlungskostenzuschlag.
Alle Beträge sind netto ohne Umsatzsteuer, wie in der kaufmännischen Kalkulation üblich. Für die Vorwärtsrechnung vom Einkauf zum Verkaufspreis nutzen Sie den Kalkulation-Rechner oder den Zuschlagskalkulation-Rechner, für Aufschlag und Marge im Vergleich den Aufschlag-Marge-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Kalkulation prüfen.
- Netto: Ohne Umsatzsteuer.
- HKZ: Aktuell halten.
- Skonto: Nutzen.
- Verlust: DB prüfen.
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Häufige Fragen
Was ist eine Differenzkalkulation?
Die Berechnung des Gewinns, wenn Einkaufs- und Verkaufspreis feststehen.
Worauf bezieht sich der Gewinnzuschlag?
Auf die Selbstkosten des Artikels.
Rechne ich mit Brutto- oder Nettopreisen?
Mit Nettopreisen ohne Umsatzsteuer.
Was ist der Unterschied zur Vorwärtskalkulation?
Die Vorwärtskalkulation sucht den Verkaufspreis, die Differenzkalkulation den Gewinn.
Was gehört zu den Bezugskosten?
Fracht, Verpackung, Zoll, Transportversicherung und ähnliche Kosten der Beschaffung.
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