Das Schema der Zuschlagskalkulation
Die Zuschlagskalkulation ist das gängigste Verfahren, um in Industrie und Handwerk einen Angebotspreis zu ermitteln. Ausgangspunkt sind die Einzelkosten, die einem Auftrag direkt zugeordnet werden können: Material und Fertigungslöhne. Die übrigen Kosten des Betriebs, die Gemeinkosten, werden über prozentuale Zuschläge verteilt, die aus dem Betriebsabrechnungsbogen stammen.
Zuerst ergeben Materialeinzelkosten plus Materialgemeinkosten die Materialkosten. Fertigungslöhne plus Fertigungsgemeinkosten plus Sondereinzelkosten der Fertigung ergeben die Fertigungskosten. Beide zusammen sind die Herstellkosten. Darauf werden Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten aufgeschlagen, das Ergebnis sind die Selbstkosten.
Mit dem Gewinnzuschlag entsteht der Barverkaufspreis, also der Betrag, der nach Abzug von Skonto und Rabatt beim Unternehmen ankommen soll. Weil Skonto und Rabatt vom höheren Preis abgezogen werden, rechnet der Rechner sie im Hundert auf: Barverkaufspreis geteilt durch (1 − Skontosatz) ergibt den Zielverkaufspreis, dieser geteilt durch (1 − Rabattsatz) den Listenverkaufspreis.
Zuschlagssätze ermitteln und prüfen
Die Zuschlagssätze ergeben sich aus der Kostenstellenrechnung: Materialgemeinkosten im Verhältnis zu den Materialeinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten im Verhältnis zu den Fertigungslöhnen, Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten im Verhältnis zu den Herstellkosten. Prüfen Sie die Sätze mindestens einmal im Jahr, denn steigende Energie-, Miet- oder Personalkosten verändern sie.
Hohe Fertigungsgemeinkostenzuschläge von mehreren hundert Prozent sind in maschinenintensiven Betrieben normal. Dort ist eine Maschinenstundensatzrechnung oft genauer, weil sie die Kosten der Maschinen nach ihrer tatsächlichen Nutzung verteilt. Im Handwerk ist ein Stundenverrechnungssatz üblich, den der Stundenverrechnungssatz-Rechner ermittelt.
Der Kalkulationsfaktor zeigt, mit welchem Faktor die Einzelkosten multipliziert werden, um den Listenpreis zu erhalten. Er eignet sich für schnelle Überschlagsrechnungen bei ähnlichen Aufträgen. Für Handelswaren mit Einkaufspreis, Handlungskosten und Gewinn ist der Kalkulations-Rechner besser geeignet.
Die Zuschlagskalkulation liefert einen kostenbasierten Preis. Ob er am Markt durchsetzbar ist, entscheidet die Nachfrage. Liegt der Marktpreis darunter, zeigt der Preisuntergrenze-Rechner, wie weit Sie kurzfristig heruntergehen können. Alle Beträge sind netto, die Umsatzsteuer kommt gegebenenfalls hinzu.
Tipps und typische Fehler
Richtig kalkulieren.
- Zuschläge: Jährlich prüfen.
- Einzelkosten: Vollständig.
- Im Hundert: Skonto und Rabatt.
- Nachkalkulation: Vergleichen.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Herstellkosten und Selbstkosten?
Selbstkosten sind Herstellkosten plus Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten.
Warum werden Skonto und Rabatt im Hundert gerechnet?
Weil sie später vom höheren Preis abgezogen werden; nur so bleibt nach Abzug der geplante Betrag übrig.
Woher kommen die Zuschlagssätze?
Aus dem Betriebsabrechnungsbogen, also der Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen.
Was ist der Unterschied zur Divisionskalkulation?
Die Divisionskalkulation teilt alle Kosten durch die Menge und passt nur für ein einheitliches Produkt.
Wie berechne ich die Handelsspanne?
Bei Handelswaren über Einkaufspreis, Handlungskostenzuschlag und Gewinn; dafür eignet sich die Handelskalkulation.
- Zuschlagskalkulation berechnen
- Angebotspreis kalkulieren
- Selbstkosten berechnen
- Herstellkosten berechnen
- Kalkulationsschema
- Listenverkaufspreis berechnen
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