Wie viele Kunden darf eine Preiserhöhung kosten?
Viele Unternehmen scheuen Preiserhöhungen, weil sie Kunden verlieren könnten. Dabei verträgt eine Erhöhung oft mehr Rückgang, als man denkt. Entscheidend ist der Deckungsbeitrag, also der Preis abzüglich der variablen Kosten je Stück. Steigt der Preis, wächst der Deckungsbeitrag je Stück überproportional, weil die Kosten gleich bleiben.
Der Rechner ermittelt, um wie viel Prozent der Absatz höchstens sinken darf, damit der gesamte Deckungsbeitrag gleich bleibt. Bei einem Preis von 50 Euro und 30 Euro variablen Kosten steigt der Deckungsbeitrag durch zehn Prozent Preiserhöhung von 20 auf 25 Euro. Sie dürfen also ein Fünftel des Absatzes verlieren und verdienen trotzdem gleich viel.
Das Ergebnis lässt sich auf Kunden übertragen, wenn die Kunden im Schnitt ähnlich viel kaufen. Es eignet sich für Händler, Handwerker, Dienstleister und Abo-Anbieter, die eine Preisanpassung vorbereiten. Je geringer die Marge, desto empfindlicher reagiert der Gewinn auf Preisänderungen, und desto mehr Rückgang verträgt eine Erhöhung.
Preiserhöhungen klug umsetzen
Ob der Absatz tatsächlich stärker oder schwächer sinkt, hängt von der Preiselastizität ab. Bei Gütern ohne gute Alternativen, bei treuen Stammkunden oder bei geringen Preisanteilen am Gesamtbudget reagieren Kunden wenig. Bei austauschbaren Produkten mit hoher Preistransparenz, etwa im Onlinehandel, wandern Kunden schneller ab.
Der Rechner setzt voraus, dass die Fixkosten unverändert bleiben und die variablen Kosten je Stück gleich sind. Sinkt der Absatz deutlich, können sich die Einkaufskonditionen verschlechtern. Steigt dagegen der Gewinn bei geringerem Absatz, werden Kapazitäten frei, die Sie für andere Aufträge nutzen können.
Kommunizieren Sie Preiserhöhungen frühzeitig und begründen Sie sie, etwa mit gestiegenen Material- oder Personalkosten. Bei laufenden Verträgen müssen Sie die vereinbarten Regeln zur Preisanpassung einhalten. Kleinere, regelmäßige Anpassungen werden häufig besser akzeptiert als seltene große Sprünge.
Die Gegenrichtung, also wie viel mehr Absatz eine Preissenkung braucht, zeigt der Preissenkung-Absatz-Rechner. Die Reaktion der Nachfrage auf Preise misst der Preiselastizität-Rechner, den Deckungsbeitrag insgesamt der Deckungsbeitrag-Rechner. Die Ergebnisse sind Rechenwerte und ersetzen keine betriebswirtschaftliche Beratung.
Tipps und typische Fehler
Preise sicher anheben.
- Marge: Zuerst kennen.
- Begründung: Kosten nennen.
- Verträge: Klauseln prüfen.
- Regelmäßig: Kleine Schritte.
Weitere Rechner: Online-Handel & Geschäft
Häufige Fragen
Wie viel Absatz darf ich bei 10 Prozent Preiserhöhung verlieren?
Das hängt von der Marge ab; bei 40 Prozent Deckungsbeitragsquote sind es 20 Prozent.
Warum spielt die Marge eine so große Rolle?
Weil die Erhöhung voll in den Deckungsbeitrag fließt, der bei geringer Marge relativ stark steigt.
Kann ich statt Stück auch Kunden eintragen?
Ja, wenn alle Kunden im Schnitt ähnlich viel kaufen.
Wie berechne ich den kritischen Absatzrückgang?
Eins minus alter Deckungsbeitrag geteilt durch neuen Deckungsbeitrag.
Wie kündige ich eine Preiserhöhung an?
Frühzeitig, begründet und im Rahmen der vertraglichen Regeln.
- Preiserhöhung berechnen
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- Absatzrückgang Preiserhöhung
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- kritischer Absatzrückgang
- Preisanpassung kalkulieren
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