Gesundheit & Sport

Tages-Lärmexpositionspegel am Arbeitsplatz berechnen

Geben Sie für bis zu drei Tätigkeiten den Schallpegel in dB(A) und die Dauer pro Tag ein. Der Rechner fasst alles zum Tages-Lärmexpositionspegel zusammen und vergleicht ihn mit den Auslösewerten der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung.

Tätigkeiten und Gehörschutz
0 = ohne Gehörschutz. Praxiswert nach Herstellerangabe und Abschlägen.
Ergebnis

Stand: Gesetzeslage 2026. Gesetzliche Werte ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle.

Wie der Tages-Lärmexpositionspegel berechnet wird

Der Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h beschreibt die gesamte Lärmbelastung eines Arbeitstags so, als wäre sie gleichmäßig über acht Stunden verteilt. Er ist der zentrale Wert der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Weil Dezibel ein logarithmisches Maß ist, dürfen Pegel nicht einfach gemittelt werden; gerechnet wird mit der Schallenergie.

Jede Tätigkeit trägt mit ihrem Pegel und ihrer Dauer bei. Der Rechner wandelt jeden Pegel in einen Energiewert um, gewichtet ihn mit dem Anteil an acht Stunden und summiert alles. Das Ergebnis wird wieder in Dezibel umgerechnet. Daraus folgt eine wichtige Faustregel: Drei Dezibel mehr bedeuten doppelte Energie, eine halbierte Dauer gleicht also nur drei Dezibel aus.

Deshalb dominieren kurze, sehr laute Arbeiten oft den ganzen Tag. Eine Stunde Trennschleifen mit 95 dB(A) belastet das Gehör stärker als vier Stunden Maschinenbedienung mit 82 dB(A). Der Rechner zeigt zusätzlich, wie lange die lauteste Tätigkeit allein dauern dürfte, bis der obere Auslösewert erreicht ist.

LEX , 8 h=10×log 10 (∑ (Ti / 8 h)×10LAeq , i / 10)\text{LEX}\,{,}\ 8\,h = 10 \times \text{log}\,10\,\left(\sum\,\left(\text{Ti}\,/\,8\,h\right) \times 10^{\text{LAeq}\,{,}\ i\,/\,10}\right)

Beispiel: Eine Stunde mit 95 dB(A), vier Stunden mit 82 dB(A) und drei Stunden mit 70 dB(A) ergeben zusammen 86,8 dB(A). Das liegt über dem oberen Auslösewert von 85 dB(A). Die Tätigkeit mit 95 dB(A) allein erreicht 85 dB(A) bereits nach 0,8 Stunden, also 48 Minuten.

Auslösewerte, Pflichten und Gehörschutz

Die Verordnung nennt zwei Auslösewerte. Ab 80 dB(A) muss der Arbeitgeber geeigneten Gehörschutz zur Verfügung stellen, die Beschäftigten unterweisen und arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. Ab 85 dB(A) müssen Lärmbereiche gekennzeichnet werden, Gehörschutz ist zu tragen, die Vorsorge ist Pflicht und ein Lärmminderungsprogramm wird erforderlich. Daneben gelten Grenzen für den Spitzenschalldruckpegel, der hier nicht berechnet wird.

Mit Gehörschutz darf am Ohr ein Pegel von 85 dB(A) nicht überschritten werden. Die auf der Verpackung angegebene Dämmung (SNR) wird im Alltag selten voll erreicht, weil Stöpsel nicht richtig sitzen oder Kapseln durch Brillenbügel undicht werden. Tragen Sie deshalb einen vorsichtig geschätzten Praxiswert ein. Zu starke Dämmung ist ebenfalls ungünstig, weil Warnsignale und Sprache schlechter verstanden werden.

Die Pegel einzelner Tätigkeiten stammen aus Messungen mit einem Schallpegelmesser, aus Herstellerangaben oder aus Tabellen der Berufsgenossenschaften. Für die Gefährdungsbeurteilung ist eine fachkundige Person zuständig, etwa die Fachkraft für Arbeitssicherheit. Der Rechner hilft, Größenordnungen einzuschätzen und Varianten zu vergleichen, er ersetzt keine Messung. Wie man Dezibelwerte addiert und umrechnet, zeigt der Dezibel-Rechner.

Lärmschwerhörigkeit entsteht schleichend und ist nicht heilbar. Ohrgeräusche, ein dumpfes Gefühl nach der Schicht oder Probleme, Gespräche zu verstehen, sind Warnzeichen. Lassen Sie solche Beschwerden ärztlich abklären und nehmen Sie die angebotene arbeitsmedizinische Vorsorge wahr.

Tipps und typische Fehler

Gehör schützen.

  • Messen: Pegel je Tätigkeit.
  • 3 dB: Doppelte Energie.
  • Sitz: Stöpsel richtig einsetzen.
  • Vorsorge: Angebot nutzen.

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Häufige Fragen

Darf ich Dezibelwerte einfach mitteln?

Nein, Pegel werden energetisch addiert; der Mittelwert der Zahlen unterschätzt die Belastung.

Was passiert bei einer Schicht von zehn Stunden?

Die Dauern werden trotzdem auf acht Stunden bezogen, längere Schichten erhöhen den LEX,8h entsprechend.

Muss ich ab 80 dB(A) Gehörschutz tragen?

Der Arbeitgeber muss ihn ab 80 dB(A) bereitstellen, die Tragepflicht beginnt ab 85 dB(A).

Wie viel Dämmung bringen Ohrstöpsel?

Laut Verpackung oft 25 bis 35 dB, in der Praxis wegen schlechten Sitzes deutlich weniger.

Was ist der Spitzenschalldruckpegel?

Der höchste Momentanwert, etwa bei Hammerschlägen; er hat eigene Auslösewerte von 135 und 137 dB(C).

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