Wie viel Blut pumpt das Herz?
Das Herzzeitvolumen, auch Herzminutenvolumen genannt, gibt an, wie viel Blut die linke Herzkammer pro Minute in den Körperkreislauf auswirft. Es ist das Produkt aus Schlagvolumen, also der Blutmenge je Herzschlag, und Herzfrequenz. Bei einem gesunden Erwachsenen in Ruhe liegt es meist zwischen etwa vier und acht Litern pro Minute.
Weil ein großer Mensch mehr Blut braucht als ein kleiner, wird das Herzzeitvolumen in der Medizin oft auf die Körperoberfläche bezogen. Das Ergebnis heißt Herzindex. Ein Ruhewert von etwa 2,5 bis 4 Litern pro Minute und Quadratmeter gilt als üblich. Der Rechner bestimmt die Körperoberfläche nach der Formel von Mosteller aus Größe und Gewicht.
Kennen Sie zusätzlich das enddiastolische Volumen, also die Füllung der Kammer vor dem Schlag, berechnet der Rechner die Ejektionsfraktion. Sie beschreibt, welcher Anteil der Füllung ausgeworfen wird, und ist eine der wichtigsten Kenngrößen in Herzultraschall-Befunden.
Werte einordnen
Bei Belastung steigt das Herzzeitvolumen stark an, bei trainierten Ausdauersportlern auf über 30 Liter pro Minute. Möglich wird das, weil sowohl die Frequenz als auch das Schlagvolumen zunehmen. Trainierte haben in Ruhe oft ein größeres Schlagvolumen und deshalb einen niedrigeren Puls bei gleichem Herzzeitvolumen.
Das Schlagvolumen lässt sich nicht einfach zu Hause messen. Es stammt aus einer Ultraschalluntersuchung, aus einem Herzkatheter oder aus speziellen Messverfahren auf der Intensivstation. Rechnen Sie mit geschätzten Werten, ist auch das Ergebnis nur eine Schätzung. Der Rechner dient dem Verständnis der Zusammenhänge und der Nachrechnung von Befundwerten.
Ein Herzindex außerhalb des üblichen Bereichs ist für sich allein keine Diagnose. Fieber, Schwangerschaft, Blutarmut oder eine Schilddrüsenüberfunktion erhöhen das Herzzeitvolumen, bestimmte Medikamente und Herzerkrankungen senken es. Die Einordnung von Messwerten und Beschwerden gehört deshalb immer in ärztliche Hände; bei Atemnot, Brustschmerz oder Ohnmacht rufen Sie den Notruf 112.
Die Ejektionsfraktion liegt bei gesunden Erwachsenen meist bei etwa 55 Prozent oder darüber. Ihren Ruhepuls und Trainingsbereiche bestimmt der Herzfrequenz-Rechner, die Körperoberfläche mit weiteren Formeln der Körperoberflächen-Rechner und das geschätzte Blutvolumen der Blutvolumen-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Werte verstehen.
- Ruhe: Im Sitzen messen.
- Index: Auf Körperoberfläche beziehen.
- Befund: Ärztlich besprechen.
- Notfall: Bei Brustschmerz 112.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Herzzeitvolumen und Herzminutenvolumen?
Es gibt keinen; beide Begriffe bezeichnen die Blutmenge, die das Herz pro Minute auswirft.
Wie hoch ist ein normales Herzzeitvolumen?
In Ruhe meist etwa 4 bis 8 Liter pro Minute, abhängig von Körpergröße, Alter und Trainingszustand.
Was sagt die Ejektionsfraktion aus?
Sie gibt an, welcher Anteil der Blutfüllung der Herzkammer bei jedem Schlag ausgeworfen wird. Die Bewertung übernimmt die Ärztin oder der Arzt.
Wie wird das Schlagvolumen gemessen?
Meist per Herzultraschall, auf der Intensivstation auch mit speziellen Messverfahren.
Steigt das Herzzeitvolumen beim Sport?
Ja, bei Belastung um das Mehrfache, bei Ausdauersportlern auf über 30 Liter pro Minute.
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