Wie lange zahlt ein Unternehmen seine Lieferanten?
Die Kreditorenlaufzeit, im Englischen Days Payables Outstanding oder kurz DPO, gibt an, wie viele Tage im Durchschnitt zwischen dem Bezug einer Lieferung und ihrer Bezahlung vergehen. Sie ist das Gegenstück zur Debitorenlaufzeit, die misst, wie lange Kunden für ihre Zahlung brauchen.
Berechnet wird sie aus dem durchschnittlichen Bestand an Lieferantenverbindlichkeiten und dem Material- oder Wareneinsatz eines Jahres. Weil die Verbindlichkeiten in der Bilanz einschließlich Umsatzsteuer ausgewiesen werden, der Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung aber netto, rechnet der Rechner die Umsatzsteuer heraus. So vergleichen Sie Gleiches mit Gleichem.
Neben der Laufzeit in Tagen zeigt der Rechner den Kreditorenumschlag, also wie oft sich der Bestand an Verbindlichkeiten im Jahr erneuert, und die Abweichung vom vereinbarten Zahlungsziel. Eine deutlich höhere Laufzeit als das Zahlungsziel deutet auf verspätete Zahlungen hin.
Kennzahl richtig deuten
Eine lange Kreditorenlaufzeit schont die Liquidität, weil das Geld länger im Unternehmen bleibt. Lieferanten finanzieren so einen Teil des Umlaufvermögens. Wird das Zahlungsziel aber regelmäßig überschritten, leidet die Beziehung zu den Lieferanten, Mahngebühren und Verzugszinsen können anfallen, und Kreditversicherer stufen das Unternehmen schlechter ein.
Eine sehr kurze Laufzeit kann bedeuten, dass Skonto genutzt wird. Das ist meist sinnvoll, denn ein Skontoabzug von wenigen Prozent für eine um einige Wochen frühere Zahlung entspricht auf das Jahr gerechnet einem hohen Zinssatz. Ein Vergleich der Laufzeit mit der Skontofrist zeigt, ob diese Chance genutzt wird.
Im Zusammenspiel mit Debitorenlaufzeit und Lagerdauer ergibt sich der Cash Conversion Cycle: die Zeit zwischen der Bezahlung der Lieferanten und dem Geldeingang vom Kunden. Je kürzer dieser Kreislauf, desto weniger Kapital ist im laufenden Geschäft gebunden.
Bilanzwerte sind Stichtagswerte. Bei saisonalem Geschäft können Monatsdurchschnitte ein genaueres Bild geben. Der Rechner ersetzt keine Bilanzanalyse durch Fachleute. Die Laufzeit der Kundenforderungen berechnet der DSO-Rechner, das gebundene Kapital der Working-Capital-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Liquidität steuern.
- Skonto: Nutzen.
- Ziel: Einhalten.
- Netto: Vergleichen.
- Saison: Monatswerte.
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Häufige Fragen
Was ist die Kreditorenlaufzeit?
Die durchschnittliche Zahl der Tage, nach denen ein Unternehmen seine Lieferantenrechnungen bezahlt.
Ist eine hohe DPO gut oder schlecht?
Sie schont die Liquidität, kann aber auf Zahlungsverzug hindeuten, wenn sie das Zahlungsziel deutlich übersteigt.
Warum wird die Umsatzsteuer herausgerechnet?
Die Verbindlichkeiten enthalten Umsatzsteuer, der Materialaufwand nicht. Ohne Korrektur fällt die Laufzeit zu hoch aus.
Was ist der Unterschied zwischen DPO und DSO?
DPO misst, wie lange Sie Lieferanten bezahlen, DSO wie lange Kunden Sie bezahlen.
Welcher Aufwand gehört in die Rechnung?
Material- und Wareneinsatz, bei Dienstleistern auch bezogene Leistungen.
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