Wann sich Äquivalenzziffern eignen
Die Äquivalenzziffernkalkulation ist eine Variante der Divisionskalkulation für Betriebe, die mehrere ähnliche Sorten aus demselben Material und mit denselben Anlagen herstellen. Typische Beispiele sind Brauereien mit verschiedenen Biersorten, Ziegeleien mit unterschiedlichen Steinformaten, Sägewerke, Molkereien oder Hersteller von Blechen in mehreren Stärken.
Die Sorten verursachen nicht dieselben Kosten, aber die Kosten stehen in einem festen Verhältnis zueinander. Dieses Verhältnis drückt die Äquivalenzziffer aus. Eine Sorte mit der Ziffer 1,5 kostet anderthalbmal so viel wie die Einheitssorte mit der Ziffer 1. Multipliziert man die Menge jeder Sorte mit ihrer Ziffer, erhält man Recheneinheiten, die sich addieren lassen.
Die Gesamtkosten geteilt durch die Summe der Recheneinheiten ergeben die Kosten je Recheneinheit. Die Stückkosten jeder Sorte sind dann ihre Äquivalenzziffer mal diesem Betrag. Der Rechner zeigt zusätzlich, welcher Teil der Gesamtkosten auf jede Sorte entfällt.
Gute Äquivalenzziffern finden
Die Qualität des Ergebnisses steht und fällt mit den Ziffern. Sie sollten aus messbaren Größen abgeleitet sein, die die Kosten wirklich treiben, etwa die Bearbeitungszeit je Stück, der Materialverbrauch, das Gewicht oder die Brenndauer im Ofen. Ziffern aus Bauchgefühl oder aus Verkaufspreisen verzerren die Kalkulation.
Gibt es mehrere Kostentreiber, kann man für Material- und Fertigungskosten getrennte Ziffernreihen bilden und die Rechnung zweimal durchführen. Die Summe beider Teilergebnisse liefert dann genauere Stückkosten. Den Rechner können Sie dafür einfach zweimal mit den jeweiligen Kostenblöcken nutzen.
Wichtig ist auch die Einheitssorte. Welche Sorte die Ziffer 1 erhält, ist rechnerisch gleichgültig, das Ergebnis bleibt dasselbe. Praktisch wählt man meist die Hauptsorte mit der größten Menge, damit die übrigen Ziffern anschaulich bleiben.
Sind die Produkte zu verschieden, etwa durch unterschiedliche Fertigungswege, stößt das Verfahren an Grenzen. Dann ist eine Zuschlagskalkulation mit Kostenstellen oder eine Maschinenstundensatzrechnung besser geeignet. Für Bestandsbewertungen in der Bilanz gelten eigene Regeln; die Rechnung dient der internen Kalkulation.
Tipps und typische Fehler
Sorten richtig kalkulieren.
- Ziffern: Aus Messwerten ableiten.
- Einheitssorte: Hauptsorte nehmen.
- Getrennt: Material und Fertigung.
- Prüfen: Ziffern regelmäßig.
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Häufige Fragen
Was ist eine Äquivalenzziffer?
Eine Verhältniszahl, die angibt, wie viel teurer oder günstiger eine Sorte im Vergleich zur Einheitssorte mit der Ziffer 1 ist.
Welche Sorte bekommt die Ziffer 1?
Meist die Hauptsorte. Rechnerisch ist die Wahl beliebig, die Stückkosten ändern sich dadurch nicht.
Für welche Betriebe passt das Verfahren?
Für Sortenfertigung mit ähnlichen Produkten aus gleichem Material, etwa Brauereien, Ziegeleien oder Sägewerke.
Ist die Äquivalenzziffernkalkulation eine Divisionskalkulation?
Ja, sie ist eine Form der Divisionskalkulation für Sortenfertigung mit festen Kostenverhältnissen.
Kann eine Ziffer kleiner als 1 sein?
Ja, wenn die Sorte günstiger ist als die Einheitssorte.
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