Von der Stückliste zur Bestellung
Die Stückliste beschreibt, aus welchen Teilen und Materialien ein Erzeugnis besteht und in welcher Menge. Für die Fertigungsplanung wird sie mit der geplanten Produktionsmenge multipliziert. So entsteht der Bruttobedarf, also die gesamte Menge, die für den Auftrag oder die Periode gebraucht wird.
Weil in der Fertigung immer ein Teil verloren geht, etwa durch Verschnitt, Fehlteile oder Prüfmuster, rechnet man einen Ausschusszuschlag auf. Der Rechner rundet das Ergebnis auf ganze Einheiten auf, denn halbe Schrauben lassen sich nicht bestellen.
Vom Bruttobedarf wird der verfügbare Lagerbestand abgezogen. Was übrig bleibt, ist der Nettobedarf, der beschafft oder selbst hergestellt werden muss. Reicht der Lagerbestand, zeigt der Rechner den Restbestand nach der Fertigung an.
Was in der Praxis dazukommt
Der verfügbare Lagerbestand ist nicht dasselbe wie der Buchbestand. Ziehen Sie Mengen ab, die bereits für andere Aufträge reserviert sind, sowie den Sicherheitsbestand, der für Lieferverzögerungen vorgehalten wird. Bereits bestellte, aber noch nicht gelieferte Mengen dürfen Sie dagegen hinzurechnen, wenn sie rechtzeitig eintreffen.
Der Rechner bildet eine einstufige Stückliste ab. Bei mehrstufigen Erzeugnissen besteht eine Baugruppe ihrerseits aus Einzelteilen. Dann rechnen Sie zuerst den Nettobedarf der Baugruppe aus und setzen diesen als Produktionsmenge für die nächste Stufe ein. Auf diese Weise erhalten Sie die Mengen bis hinunter zum Rohmaterial.
Der Ausschusszuschlag sollte aus den eigenen Erfahrungswerten stammen, etwa aus der Ausschussquote vergangener Aufträge. Unterschiedliche Teile haben oft unterschiedlich hohe Verluste. Wenn ein Teil deutlich anfälliger ist, rechnen Sie es mit einem eigenen Zuschlag in einem zweiten Durchgang.
Für die Bestellung selbst spielen Mindestmengen, Verpackungseinheiten und Mengenrabatte eine Rolle. Der Nettobedarf ist die Untergrenze; die wirtschaftlich sinnvolle Bestellmenge kann darüber liegen. Die Summe aller Einheiten ist nur dann aussagekräftig, wenn alle Teile in derselben Einheit gezählt werden.
Tipps und typische Fehler
Material sicher planen.
- Verfügbar: Reservierungen abziehen.
- Ausschuss: Aus Erfahrung.
- Stufen: Nacheinander rechnen.
- Bestellung: Mindestmengen beachten.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobedarf?
Der Bruttobedarf ist die gesamte benötigte Menge, der Nettobedarf die Menge, die nach Abzug des verfügbaren Lagerbestands noch beschafft werden muss.
Wie berechne ich den Ausschuss im Materialbedarf?
Als Zuschlag auf den Bruttobedarf: Menge × (1 + Ausschusszuschlag). Das Ergebnis wird auf ganze Einheiten aufgerundet.
Wie gehe ich bei mehrstufigen Stücklisten vor?
Stufe für Stufe: Den Nettobedarf einer Baugruppe als Produktionsmenge für deren Einzelteile verwenden.
Was ist ein Sicherheitsbestand?
Eine Reservemenge im Lager für Lieferverzögerungen und Mehrverbrauch; sie gilt nicht als verfügbar.
Was ist eine Mengenübersichtsstückliste?
Eine Liste aller Teile eines Erzeugnisses mit Gesamtmengen, ohne Angabe der Fertigungsstufen.
- Materialbedarf berechnen
- Stückliste Bedarf berechnen
- Bruttobedarf Nettobedarf
- Nettobedarfsermittlung
- Materialbedarfsplanung
- Bedarf aus Stückliste
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