Vom BAB zu den Zuschlagssätzen
Der Betriebsabrechnungsbogen, kurz BAB, ist das Herzstück der Kostenstellenrechnung. In ihm werden die Gemeinkosten, also Kosten wie Hilfslöhne, Abschreibungen, Energie oder Mieten, die sich keinem Produkt direkt zuordnen lassen, auf die Kostenstellen Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb verteilt. Am Ende stehen Summen je Kostenstelle.
Aus diesen Summen ergeben sich die Zuschlagssätze für die Kalkulation. Die Materialgemeinkosten werden auf das Fertigungsmaterial bezogen, die Fertigungsgemeinkosten auf die Fertigungslöhne. Verwaltung und Vertrieb werden in der Regel auf die Herstellkosten des Umsatzes bezogen. Genau diese vier Sätze berechnet der Rechner, dazu die Herstellkosten und die Selbstkosten der Periode.
Wurde mehr produziert als verkauft, steigt der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen. Diese Mehrung wird von den Herstellkosten der Produktion abgezogen, eine Minderung hinzugerechnet. So beziehen sich die Verwaltungs- und Vertriebszuschläge nur auf das, was tatsächlich umgesetzt wurde.
Ist-Zuschläge, Normalzuschläge und Grenzen
Die so ermittelten Werte sind Ist-Zuschlagssätze einer abgeschlossenen Periode. Für die Angebotskalkulation verwenden viele Betriebe Normalzuschlagssätze, also Durchschnitte mehrerer Perioden. Vergleichen Sie beide: Liegen die Ist-Zuschläge über den Normalzuschlägen, hat die Kalkulation Gemeinkosten nicht gedeckt, es entsteht eine Kostenunterdeckung.
Der Rechner setzt voraus, dass die primären Gemeinkosten bereits auf die Kostenstellen verteilt sind. Diese Verteilung geschieht im ausführlichen BAB mit Schlüsseln, etwa Quadratmetern für die Miete, installierter Leistung für Strom oder Köpfen für Sozialräume. Hilfskostenstellen wie Kantine oder Fuhrpark werden vorher auf die Hauptkostenstellen umgelegt.
Ein Fertigungsgemeinkostenzuschlag von mehreren hundert Prozent ist bei kapitalintensiver Fertigung nicht ungewöhnlich. Er zeigt aber, dass die Lohnbasis als Bezugsgröße schwach ist. In solchen Betrieben bildet eine Maschinenstundensatzrechnung die Kosten genauer ab, weil sie Abschreibung, Energie und Instandhaltung je Laufstunde verrechnet.
Mit den Zuschlagssätzen können Sie anschließend in der Zuschlagskalkulation den Preis eines einzelnen Auftrags kalkulieren. Die Ergebnisse sind Rechenhilfen für die interne Kostenrechnung; für Bilanzierung und Bewertung von Beständen gelten die handels- und steuerrechtlichen Vorschriften, hier hilft Ihre Steuerberatung.
Tipps und typische Fehler
Kostenstellen sauber führen.
- Schlüssel: Verursachungsgerecht wählen.
- Hilfsstellen: Vorher umlegen.
- Bestand: Veränderung berücksichtigen.
- Vergleich: Ist gegen Normal.
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Häufige Fragen
Worauf bezieht sich der Verwaltungsgemeinkostenzuschlag?
Üblich ist die Bezugsgröße Herstellkosten des Umsatzes. Manche Betriebe nutzen die Herstellkosten der Produktion; wichtig ist eine einheitliche Wahl.
Was passiert bei einer Bestandsmehrung?
Sie wird von den Herstellkosten der Produktion abgezogen, weil die eingelagerten Erzeugnisse in dieser Periode nicht verkauft wurden.
Was ist der Unterschied zwischen Ist- und Normalzuschlag?
Ist-Zuschläge stammen aus den tatsächlichen Kosten einer Periode, Normalzuschläge sind geplante Durchschnittswerte für die Vorkalkulation.
Was sind Hauptkostenstellen im BAB?
Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb; auf sie werden die Gemeinkosten am Ende verteilt.
Was ist eine Kostenunterdeckung?
Wenn die Ist-Gemeinkosten höher sind als die mit Normalzuschlägen verrechneten Gemeinkosten.
- Betriebsabrechnungsbogen berechnen
- BAB Zuschlagssätze
- Gemeinkostenzuschlagssatz berechnen
- Materialgemeinkostenzuschlag
- Fertigungsgemeinkostenzuschlag
- Herstellkosten des Umsatzes
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