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Anlagendeckungsgrad-Rechner

Tragen Sie Anlagevermögen, Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital aus der Bilanz ein. Der Rechner zeigt die drei Deckungsgrade und ob das langfristig gebundene Vermögen auch langfristig finanziert ist.

Bilanzwerte
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sach- und Finanzanlagen.
Darlehen mit mehr als einem Jahr Restlaufzeit, Pensionsrückstellungen.
Eiserner Bestand an Vorräten, nur für Grad III.
Ergebnis

Was der Anlagendeckungsgrad aussagt

Maschinen, Gebäude und Beteiligungen bleiben viele Jahre im Unternehmen. Die Kennzahl Anlagendeckungsgrad prüft, ob dieses Vermögen auch mit Kapital finanziert ist, das dem Unternehmen ähnlich lange zur Verfügung steht. Dahinter steht der Grundsatz der Fristenkongruenz, oft als goldene Bilanzregel bezeichnet.

Der Anlagendeckungsgrad I setzt nur das Eigenkapital ins Verhältnis zum Anlagevermögen. Ein Wert von 100 Prozent bedeutet, dass das gesamte Anlagevermögen aus eigenen Mitteln stammt. Das erreichen vor allem kapitalstarke Unternehmen. Der Anlagendeckungsgrad II nimmt das langfristige Fremdkapital hinzu und ist die in der Praxis wichtigere Größe.

Der Anlagendeckungsgrad III erweitert die Betrachtung um den Teil des Umlaufvermögens, der dauerhaft gebunden ist, etwa einen Mindestbestand an Vorräten. Er ist strenger, weil auch dieser eiserne Bestand langfristig finanziert sein sollte.

Grad I=Eigenkapital⋅100Anlagevermo¨gen; Grad II=(Eigenkapital+langfristiges Fremdkapital)⋅100Anlagevermo¨gen; Grad III=(Eigenkapital+langfr . FK)⋅100Anlagevermo¨gen+langfr . Umlaufvermo¨gen\text{Grad I} = \frac{\text{Eigenkapital} \cdot 100}{\text{Anlagevermögen}};\ \text{Grad II} = \frac{\left(\text{Eigenkapital} + \text{langfristiges Fremdkapital}\right) \cdot 100}{\text{Anlagevermögen}};\ \text{Grad III} = \frac{\left(\text{Eigenkapital} + \text{langfr}\,.\,\text{FK}\right) \cdot 100}{\text{Anlagevermögen} + \text{langfr}\,.\,\text{Umlaufvermögen}}

Beispiel: Ein Unternehmen hat 500.000 Euro Anlagevermögen, 300.000 Euro Eigenkapital und 250.000 Euro langfristiges Fremdkapital. Der Anlagendeckungsgrad I beträgt 60 Prozent, der Anlagendeckungsgrad II 110 Prozent mit einer Überdeckung von 50.000 Euro. Mit 50.000 Euro eisernem Bestand liegt der Grad III bei genau 100 Prozent.

Ergebnis einordnen

Liegt der Anlagendeckungsgrad II unter 100 Prozent, wird ein Teil des Anlagevermögens mit kurzfristigen Mitteln finanziert, etwa mit dem Kontokorrentkredit oder Lieferantenverbindlichkeiten. Das ist riskant, weil diese Mittel kurzfristig fällig werden können, während die Maschine oder das Gebäude nicht schnell zu Geld zu machen ist. Banken achten bei Kreditentscheidungen deshalb auf diese Kennzahl.

Feste Sollwerte gibt es nicht. Branchen mit hohem Anlagevermögen wie Industrie oder Energieversorgung haben andere Strukturen als Handel oder Dienstleistung. Aussagekräftiger als eine einzelne Zahl ist der Vergleich mit Vorjahren und mit Unternehmen derselben Branche. Auch Leasing verzerrt den Wert, weil geleaste Anlagen oft nicht in der Bilanz stehen.

Für die Eingabe nehmen Sie die Werte aus derselben Bilanz. Als langfristig gilt Fremdkapital üblicherweise ab einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, viele Analysten setzen fünf Jahre an. Im Anhang des Jahresabschlusses finden Sie meist einen Verbindlichkeitenspiegel mit den Restlaufzeiten. Ein negatives Eigenkapital kann eingegeben werden.

Der Rechner ersetzt keine Bilanzanalyse durch Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung. Ergänzend sinnvoll sind die Eigenkapitalquote, das Working Capital und die Kreditorenlaufzeit, die zeigen, wie das kurzfristige Geschäft finanziert ist.

Tipps und typische Fehler

Fristen beachten.

  • Grad II: Über 100 %.
  • Branche: Vergleichen.
  • Leasing: Berücksichtigen.
  • Verlauf: Mehrjährig prüfen.

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Häufige Fragen

Was ist ein guter Anlagendeckungsgrad?

Der Grad II sollte mindestens 100 Prozent erreichen. Höhere Werte zeigen eine solide langfristige Finanzierung.

Was ist der Unterschied zwischen Grad I und II?

Grad I berücksichtigt nur das Eigenkapital, Grad II zusätzlich das langfristige Fremdkapital.

Was ist die goldene Bilanzregel?

Langfristig gebundenes Vermögen soll mit langfristigem Kapital finanziert werden. Der Anlagendeckungsgrad II prüft genau das.

Was gehört zum Anlagevermögen?

Alles, was dauerhaft dem Betrieb dient, etwa Grundstücke, Maschinen, Software und Beteiligungen.

Ab wann ist Fremdkapital langfristig?

Üblich ist eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, manche Analysen setzen fünf Jahre an.

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