Welche Unfallkennzahlen es gibt
Die 1000-Mann-Quote ist die klassische Kennzahl der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland. Sie gibt an, wie viele meldepflichtige Arbeitsunfälle auf 1.000 Vollarbeiter entfallen. Meldepflichtig ist ein Unfall nach § 193 SGB VII, wenn die versicherte Person mehr als drei Kalendertage arbeitsunfähig ist oder stirbt. Wegeunfälle werden üblicherweise getrennt ausgewiesen.
International verbreitet ist die LTIFR, die Lost Time Injury Frequency Rate. Sie bezieht alle Unfälle mit mindestens einem verlorenen Arbeitstag auf eine Million geleisteter Arbeitsstunden. Weil sie Stunden statt Köpfe zählt, eignet sie sich für Betriebe mit viel Teilzeit, Schichtarbeit oder Leiharbeit, deren Stunden mitgezählt werden sollten.
Die Ausfalltage je Unfall und die Schwerequote beschreiben, wie schwer die Unfälle waren. Ein Betrieb mit wenigen, aber schweren Unfällen kann eine niedrige Quote und dennoch hohe Ausfallzeiten haben. Erst beide Blickwinkel zusammen ergeben ein vollständiges Bild.
Kennzahlen richtig vergleichen
Für einen fairen Vergleich müssen Zähler und Nenner gleich abgegrenzt sein. Prüfen Sie, ob Wegeunfälle, Leiharbeitskräfte und Fremdfirmen enthalten sind und ob Stunden tatsächlich geleistet oder nur vertraglich vereinbart sind. Urlaub und Krankheit gehören nicht zu den geleisteten Stunden.
Branchenwerte veröffentlichen die DGUV und die einzelnen Berufsgenossenschaften in ihren Statistiken. Dort werden Vollarbeiter als rechnerische Größe aus den gemeldeten Arbeitsstunden ermittelt. Liegt Ihr Betrieb über dem Branchenschnitt, lohnt sich ein Blick in die Unfallursachen und in die Gefährdungsbeurteilung.
Bei kleinen Betrieben schwanken Quoten stark. Ein einziger Unfall bei 20 Beschäftigten ergibt bereits eine 1000-Mann-Quote von 50. Betrachten Sie deshalb mehrere Jahre gemeinsam oder addieren Sie Unfälle und Stunden über einen längeren Zeitraum, bevor Sie Schlüsse ziehen.
Kennzahlen ersetzen keine Prävention. Beinaheunfälle, Erste-Hilfe-Fälle und Rückmeldungen aus Begehungen zeigen Risiken, bevor etwas passiert. Herstellerangaben und Normen haben Vorrang. Den Betreuungsumfang durch Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft berechnet der DGUV-V2-Rechner, die Fehlzeiten insgesamt der Krankenstand-Rechner.
Tipps und typische Fehler
Unfälle auswerten.
- Abgrenzung: Gleich halten.
- Stunden: Geleistet zählen.
- Jahre: Mehrere vergleichen.
- Beinaheunfälle: Mit erfassen.
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Häufige Fragen
Wie berechnet man die 1000-Mann-Quote?
Meldepflichtige Arbeitsunfälle durch die Zahl der Vollarbeiter teilen und mit 1.000 multiplizieren.
Was ist die LTIFR?
Die Zahl der Unfälle mit Ausfallzeit je eine Million geleisteter Arbeitsstunden.
Ab wann ist ein Arbeitsunfall meldepflichtig?
Bei mehr als drei Kalendertagen Arbeitsunfähigkeit oder bei Tod.
Zählen Wegeunfälle zur Unfallquote?
Meist werden sie getrennt ausgewiesen; achten Sie beim Vergleich auf gleiche Abgrenzung.
Was ist ein Vollarbeiter?
Eine rechnerische Vollzeitkraft, ermittelt aus den geleisteten Arbeitsstunden.
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- Unfallhäufigkeit je Million Stunden
- Ausfalltage je Unfall
Rechtlicher Hinweis: Die Berechnungen sind keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Ihr Arbeits- oder Tarifvertrag, die Gesetze und die Auskunft der zuständigen Stelle (zum Beispiel Arbeitsagentur, Krankenkasse oder Rentenversicherung).
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