Beruf & Arbeitszeit

Unfallquote und LTIFR berechnen

Tragen Sie die Zahl der Arbeitsunfälle, die Ausfalltage, die Vollarbeiter und die geleisteten Arbeitsstunden ein. Der Rechner liefert die üblichen Kennzahlen für Arbeitsschutzberichte.

Unfallgeschehen im Zeitraum
Mehr als drei Kalendertage arbeitsunfähig oder tödlich.
Enthält die meldepflichtigen Unfälle.
Ergebnis

Welche Unfallkennzahlen es gibt

Die 1000-Mann-Quote ist die klassische Kennzahl der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland. Sie gibt an, wie viele meldepflichtige Arbeitsunfälle auf 1.000 Vollarbeiter entfallen. Meldepflichtig ist ein Unfall nach § 193 SGB VII, wenn die versicherte Person mehr als drei Kalendertage arbeitsunfähig ist oder stirbt. Wegeunfälle werden üblicherweise getrennt ausgewiesen.

International verbreitet ist die LTIFR, die Lost Time Injury Frequency Rate. Sie bezieht alle Unfälle mit mindestens einem verlorenen Arbeitstag auf eine Million geleisteter Arbeitsstunden. Weil sie Stunden statt Köpfe zählt, eignet sie sich für Betriebe mit viel Teilzeit, Schichtarbeit oder Leiharbeit, deren Stunden mitgezählt werden sollten.

Die Ausfalltage je Unfall und die Schwerequote beschreiben, wie schwer die Unfälle waren. Ein Betrieb mit wenigen, aber schweren Unfällen kann eine niedrige Quote und dennoch hohe Ausfallzeiten haben. Erst beide Blickwinkel zusammen ergeben ein vollständiges Bild.

1000−Mann-Quote=meldepflichtige Unfa¨lle⋅1.000Vollarbeiter; LTIFR=Unfa¨llemit Ausfallzeit⋅1.000.000Arbeitsstunden; Schwerequote=Ausfalltage⋅1.000.000Arbeitsstunden1000 - \text{Mann-Quote} = \frac{\text{meldepflichtige Unfälle} \cdot 1.000}{\text{Vollarbeiter}};\ \text{LTIFR} = \text{Unfälle}\quad \text{mit}\ \frac{\text{Ausfallzeit} \cdot 1.000.000}{\text{Arbeitsstunden}};\ \text{Schwerequote} = \frac{\text{Ausfalltage} \cdot 1.000.000}{\text{Arbeitsstunden}}

Beispiel: 6 meldepflichtige Unfälle bei 250 Vollarbeitern ergeben eine 1000-Mann-Quote von 24,00. 9 Unfälle mit Ausfallzeit bei 400.000 Stunden ergeben eine LTIFR von 22,50. 112 Ausfalltage verteilen sich auf 12,4 Tage je Unfall, die Schwerequote liegt bei 280,0 Tagen je Million Stunden, und auf einen Vollarbeiter kommen 1.600 Stunden.

Kennzahlen richtig vergleichen

Für einen fairen Vergleich müssen Zähler und Nenner gleich abgegrenzt sein. Prüfen Sie, ob Wegeunfälle, Leiharbeitskräfte und Fremdfirmen enthalten sind und ob Stunden tatsächlich geleistet oder nur vertraglich vereinbart sind. Urlaub und Krankheit gehören nicht zu den geleisteten Stunden.

Branchenwerte veröffentlichen die DGUV und die einzelnen Berufsgenossenschaften in ihren Statistiken. Dort werden Vollarbeiter als rechnerische Größe aus den gemeldeten Arbeitsstunden ermittelt. Liegt Ihr Betrieb über dem Branchenschnitt, lohnt sich ein Blick in die Unfallursachen und in die Gefährdungsbeurteilung.

Bei kleinen Betrieben schwanken Quoten stark. Ein einziger Unfall bei 20 Beschäftigten ergibt bereits eine 1000-Mann-Quote von 50. Betrachten Sie deshalb mehrere Jahre gemeinsam oder addieren Sie Unfälle und Stunden über einen längeren Zeitraum, bevor Sie Schlüsse ziehen.

Kennzahlen ersetzen keine Prävention. Beinaheunfälle, Erste-Hilfe-Fälle und Rückmeldungen aus Begehungen zeigen Risiken, bevor etwas passiert. Herstellerangaben und Normen haben Vorrang. Den Betreuungsumfang durch Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft berechnet der DGUV-V2-Rechner, die Fehlzeiten insgesamt der Krankenstand-Rechner.

Tipps und typische Fehler

Unfälle auswerten.

  • Abgrenzung: Gleich halten.
  • Stunden: Geleistet zählen.
  • Jahre: Mehrere vergleichen.
  • Beinaheunfälle: Mit erfassen.

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Häufige Fragen

Wie berechnet man die 1000-Mann-Quote?

Meldepflichtige Arbeitsunfälle durch die Zahl der Vollarbeiter teilen und mit 1.000 multiplizieren.

Was ist die LTIFR?

Die Zahl der Unfälle mit Ausfallzeit je eine Million geleisteter Arbeitsstunden.

Ab wann ist ein Arbeitsunfall meldepflichtig?

Bei mehr als drei Kalendertagen Arbeitsunfähigkeit oder bei Tod.

Zählen Wegeunfälle zur Unfallquote?

Meist werden sie getrennt ausgewiesen; achten Sie beim Vergleich auf gleiche Abgrenzung.

Was ist ein Vollarbeiter?

Eine rechnerische Vollzeitkraft, ermittelt aus den geleisteten Arbeitsstunden.

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