Wie schnell wächst der Umsatz wirklich?
Monatliche Umsätze schwanken. Ein starker Monat nach einem schwachen ergibt eine hohe Wachstumsrate von Monat zu Monat (MoM), die wenig über den Trend aussagt. Die durchschnittliche monatliche Wachstumsrate, im Englischen Compound Monthly Growth Rate (CMGR), glättet diese Ausschläge. Sie gibt an, um wie viel Prozent der Umsatz im Schnitt pro Monat gewachsen ist.
Dafür reichen zwei Werte: der Monatsumsatz am Anfang und am Ende des Zeitraums sowie die Zahl der Monate dazwischen. Der Rechner zieht aus dem Verhältnis die n-te Wurzel. Steigt der Umsatz in sechs Monaten von 10.000 auf 15.000 Euro, entspricht das einem durchschnittlichen Wachstum von knapp 7 Prozent pro Monat.
Zusätzlich rechnet das Werkzeug die Monatsrate auf ein Jahr hoch (YoY-Äquivalent), zeigt den Umsatz in zwölf Monaten bei gleichbleibender Rate und die Verdopplungszeit. Diese Kennzahlen eignen sich für Start-ups, Onlineshops und Abo-Geschäfte, die ihre Entwicklung gegenüber Investoren oder im eigenen Controlling darstellen wollen.
Wachstumsraten richtig lesen
Die CMGR ist ein geometrisches Mittel. Sie ist kleiner als der Durchschnitt der einzelnen Monatsraten, weil sich Wachstum auf Wachstum aufbaut. Wer einfach das Gesamtwachstum von 50 Prozent durch sechs teilt, kommt auf 8,3 Prozent und überschätzt die Dynamik. Für Vergleiche zwischen Zeiträumen oder Unternehmen ist die CMGR deshalb besser geeignet.
Das hochgerechnete Jahreswachstum ist eine Projektion, kein Versprechen. Hohe Monatsraten lassen sich selten lange halten, vor allem nicht bei kleinen Ausgangswerten. Vergleichen Sie für die Jahresbetrachtung zusätzlich den tatsächlichen Umsatz im selben Monat des Vorjahres. Bei Saisongeschäften ist dieser Vorjahresvergleich ohnehin aussagekräftiger als jede Monatsrate.
Wählen Sie Start- und Endmonat bewusst. Ein Sondereffekt wie eine große Einmalbestellung im Endmonat verzerrt das Ergebnis. Bei unruhigen Zahlen hilft es, gleitende Durchschnitte über drei Monate einzutragen. Für Abo-Modelle eignet sich der wiederkehrende Monatsumsatz (MRR) besser als der gesamte Umsatz inklusive Einmalzahlungen.
Für mehrjährige Zeiträume mit Jahreswerten nutzen Sie den CAGR-Rechner, für eine einfache Veränderung zwischen zwei Werten den Rechner für prozentuale Veränderung. Die Ergebnisse sind Rechenwerte und keine Anlage- oder Unternehmensberatung; Prognosen sollten Sie mit Annahmen zu Markt, Kosten und Kapazitäten absichern.
Tipps und typische Fehler
Wachstum ehrlich messen.
- Glätten: CMGR statt Einzelmonat.
- Vorjahr: Bei Saison vergleichen.
- MRR: Für Abos nutzen.
- Sondereffekte: Herausrechnen.
Weitere Rechner: Online-Handel & Geschäft
Häufige Fragen
Was bedeutet CMGR?
Compound Monthly Growth Rate, die durchschnittliche monatliche Wachstumsrate mit Zinseszinseffekt.
Was ist der Unterschied zwischen MoM und YoY?
MoM vergleicht mit dem Vormonat, YoY mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Warum ist die CMGR kleiner als der einfache Durchschnitt?
Weil sich das Wachstum jeden Monat auf den bereits gewachsenen Umsatz bezieht.
Wie rechne ich Monatswachstum aufs Jahr hoch?
Mit (1 + Monatsrate) hoch 12 minus 1.
Kann die CMGR negativ sein?
Ja, wenn der Endumsatz unter dem Startumsatz liegt.
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