Stand: Gesetzeslage 2026. Vereinfachte Berechnung. Im Einzelfall sind Abweichungen möglich, zum Beispiel durch Freibeträge, Kirchensteuer, Sonderausgaben oder besondere Lebenslagen. Verbindlich beantworten das Finanzamt, ein Steuerberater oder die Rentenversicherung.
Unterschiedliche Steuersätze in der EU
Die Mehrwertsteuersystemrichtlinie der EU schreibt nur einen Mindestnormalsatz von 15 Prozent vor. Innerhalb dieses Rahmens setzt jedes Land seine eigenen Sätze fest. Deshalb reicht die Spanne beim Normalsatz von 17 Prozent in Luxemburg bis 27 Prozent in Ungarn. Dazu kommen ein oder zwei ermäßigte Sätze für Lebensmittel, Bücher, Hotels oder Arzneimittel.
Für Unternehmen spielt das eine Rolle, sobald sie an Privatkunden in anderen EU-Ländern verkaufen. Überschreiten die Fernverkäufe in die EU insgesamt 10.000 Euro im Jahr, gilt grundsätzlich der Steuersatz des Bestimmungslandes. Die Steuer wird dann über das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) beim Bundeszentralamt für Steuern gemeldet und abgeführt.
Der Rechner enthält eine Tabelle mit dem Normalsatz und dem wichtigsten ermäßigten Satz aller 27 Mitgliedstaaten, Stand 2026. Wählen Sie das Land, den Satz und ob Sie netto oder brutto eingeben. Weicht der Satz für Ihr Produkt ab, tragen Sie ihn im Feld für den abweichenden Satz ein.
Welcher Satz für welches Produkt gilt
Die Zuordnung zum ermäßigten Satz ist in jedem Land anders. Bücher sind fast überall ermäßigt, Kinderkleidung nur in einzelnen Ländern, Restaurantleistungen mal ermäßigt und mal nicht. Manche Länder haben einen besonders niedrigen Satz unter 5 Prozent oder einen Nullsatz für Grundnahrungsmittel. Die Tabelle zeigt nur den gängigsten ermäßigten Satz; für Ihr konkretes Produkt sollten Sie die Einordnung im Bestimmungsland nachschlagen.
Die Europäische Kommission veröffentlicht alle Sätze in der Datenbank Taxes in Europe (TEDB). Dort sind auch die Warengruppen den Sätzen zugeordnet. Prüfen Sie die Werte vor jeder OSS-Meldung, denn mehrere Länder haben 2025 und 2026 Sätze geändert, etwa Finnland, Estland, die Slowakei, Rumänien und Litauen.
Bei Verkäufen an Unternehmen mit gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gilt meist das Reverse-Charge-Verfahren: Die Rechnung wird netto gestellt, und der Kunde führt die Steuer in seinem Land ab. Dann brauchen Sie den ausländischen Satz nicht. Kleinunternehmer in Deutschland weisen grundsätzlich keine Umsatzsteuer aus.
Der Rechner ist eine Rechenhilfe und keine Steuerberatung. Die deutsche Umrechnung erledigt der Mehrwertsteuer-Rechner, die Grenzen der Kleinunternehmerregelung der Kleinunternehmer-Rechner. Für Preise im Ausland lohnt es sich, Bruttopreise je Land festzulegen, damit Kunden runde Endpreise sehen.
Tipps und typische Fehler
Auslandsverkäufe prüfen.
- TEDB: Sätze nachschlagen.
- Schwelle: 10.000 € EU-weit.
- B2B: Reverse Charge.
- Preise: Je Land runden.
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Häufige Fragen
Welches EU-Land hat den höchsten Mehrwertsteuersatz?
Ungarn mit 27 Prozent Normalsatz.
Wann muss ich ausländische Mehrwertsteuer berechnen?
Bei Fernverkäufen an Privatkunden ab 10.000 Euro EU-weit im Jahr, gemeldet über das OSS-Verfahren.
Wo finde ich die offiziellen Sätze?
In der Datenbank Taxes in Europe (TEDB) der Europäischen Kommission.
Was ist der niedrigste Normalsatz in der EU?
Luxemburg mit 17 Prozent.
Gilt bei OSS der deutsche oder der ausländische Satz?
Über der Lieferschwelle von 10.000 Euro der Satz des Bestimmungslandes.
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