Wie Tageszinsen berechnet werden
Tageszinsen fallen an, wenn Geld für einen Zeitraum angelegt oder geliehen wird, der kein volles Jahr umfasst, zum Beispiel bei Verzugszinsen, Vorfälligkeitsentschädigung, Festgeld oder Rechnungskorrekturen. Man rechnet den Jahreszins auf die Zahl der Zinstage um, indem man ihn mit den Tagen multipliziert und durch die Tage des Zinsjahres teilt.
Die Zählweise der Tage ist dabei vertraglich festgelegt. Bei der deutschen Methode 30/360 hat jeder Monat 30 Tage und das Jahr 360 Tage. Das vereinfacht die Rechnung, weil ein Monat immer gleich viele Zinstage hat. Bei actual/360 zählen die tatsächlichen Kalendertage, geteilt durch 360, bei actual/365 geteilt durch 365.
Der Rechner zählt den Starttag nicht mit und den Endtag mit, wie es bei Zinsen üblich ist. Er zeigt neben den Zinstagen auch die Kalendertage, die Zinsen je Tag und den Betrag inklusive Zinsen. Prüfen Sie so Abrechnungen von Banken, Gläubigern oder Mietkautionen.
Hinweise und Grenzen
Bei 30/360 gilt: Der 31. eines Monats wird als 30. gezählt, wenn der Starttag auf den 30. oder 31. fällt. Dadurch ergeben sich bei Monatsenden teils andere Werte als im Kalender. Der Februar wird in dieser vereinfachten Fassung nicht gesondert behandelt, daher können einzelne Banken ihr Ergebnis um einen Tag abweichend ausweisen.
Im Bürgerlichen Recht werden Zinsen für ganze Monate nach der 30-Tage-Methode gerechnet. Verzugszinsen im Zivilrecht richten sich nach dem Basiszinssatz plus Aufschlag. Wie genau abgerechnet wird, steht im Vertrag oder in den Bedingungen. Der Rechner ist ein Hilfsmittel zur Prüfung.
Zinseszins entsteht nur, wenn Zinsen gutgeschrieben und weiterverzinst werden. Der Rechner berechnet einfache Zinsen für einen Zeitraum und kapitalisiert nicht. Für mehrjährige Anlagen nutzen Sie den Zinsrechner oder Festgeld-Rechner.
Typische Anwendungen sind die Prüfung einer Vorfälligkeitsentschädigung, die Berechnung von Verzugszinsen auf eine offene Rechnung, Zinsen auf Steuernachzahlungen oder die Abrechnung eines Privatdarlehens zwischen Familienmitgliedern. Dokumentieren Sie Zinssatz, Zeitraum und Methode schriftlich, damit beide Seiten dieselbe Grundlage haben. Bei Verbraucherverträgen schreibt das Gesetz oft bestimmte Berechnungsarten vor. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Abrechnung der Bank und fragen Sie bei Abweichungen nach der verwendeten Methode.
Tipps und typische Fehler
Zinsen sauber zählen.
- Methode: Im Vertrag nachsehen.
- Tage: Start nicht, Ende mitzählen.
- Monatsende: Bei 30/360 den 31. beachten.
- Einfach oder Zinseszins: Der Rechner zeigt einfache Zinsen.
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Häufige Fragen
Wie berechne ich Tageszinsen?
Kapital mal Zinssatz mal Zinstage, geteilt durch 360 oder 365.
Was bedeutet 30/360?
Jeder Monat zählt 30 Tage und das Jahr 360 Tage. Das ist die in Deutschland verbreitete Zinsmethode.
Zählt der Starttag mit?
Üblicherweise nicht. Der Endtag zählt mit.
Wie viele Tage hat ein Zinsjahr?
Bei 30/360 und actual/360 sind es 360 Tage, bei actual/365 sind es 365 Tage.
Welche Methode gilt für mich?
Die im Vertrag vereinbarte. Banken nutzen oft 30/360.
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