Bewertungskennzahlen im Überblick
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, ist die bekannteste Kennzahl zur Bewertung einer Aktie. Es zeigt, das Wievielfache des Jahresgewinns Anleger für die Aktie bezahlen. Ein KGV von 15 bedeutet: Der Kurs entspricht 15 Jahresgewinnen. Der Kehrwert ist die Gewinnrendite, hier 6,7 Prozent, also der Gewinn, den das Unternehmen pro investiertem Euro erwirtschaftet.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das KBV, setzt den Kurs ins Verhältnis zum Eigenkapital je Aktie. Ein KBV unter 1 deutet auf einen Kurs unter dem Buchwert hin, was auf Chancen oder auf Probleme hinweisen kann. Besonders bei Banken, Versicherern und Immobiliengesellschaften ist das KBV aussagekräftig, bei Software- und Dienstleistungsunternehmen weniger.
Die Dividendenrendite zeigt die Ausschüttung im Verhältnis zum Kurs, die Ausschüttungsquote den Anteil des Gewinns, der als Dividende fließt. Eine hohe Quote über 80 Prozent lässt wenig Spielraum für Wachstum und Krisen. Die Kennzahlen ersetzen keine Analyse, helfen aber beim ersten Filtern.
Wie Sie die Kennzahlen einordnen
Ein niedriges KGV bedeutet nicht automatisch, dass die Aktie günstig ist. Oft erwartet der Markt sinkende Gewinne oder höhere Risiken. Ein hohes KGV kann dagegen gerechtfertigt sein, wenn das Unternehmen stark wächst. Vergleichen Sie das KGV deshalb mit Konkurrenten der gleichen Branche und mit dem eigenen Verlauf der letzten Jahre.
Wichtig ist, welcher Gewinn verwendet wird. Das KGV auf Basis des letzten Geschäftsjahres blickt zurück, das erwartete KGV auf Basis von Analystenschätzungen nach vorn. Einmalige Gewinne oder Verluste verzerren den Wert. Bei negativen Gewinnen ist das KGV nicht definiert, der Rechner verlangt deshalb einen positiven Wert.
Langfristig orientieren sich viele Anleger am Zyklus-bereinigten KGV, das den Durchschnittsgewinn mehrerer Jahre nutzt. Alle Kennzahlen sind Momentaufnahmen und keine Kaufempfehlung. Prüfen Sie zusätzlich Bilanz, Geschäftsmodell und Schulden, bevor Sie investieren.
Als Ergänzung bietet sich die PEG-Ratio an, die das KGV durch die erwartete Gewinnwachstumsrate teilt und so Wachstum einpreist. Werte um 1 gelten als fair, deutlich darüber als teuer. Auch der Vergleich mit dem Zins ist hilfreich: Eine Gewinnrendite von 6,7 Prozent muss sich an der Rendite sicherer Anleihen messen lassen, wobei Aktien mehr Risiko tragen und im Gegenzug Wachstumschancen bieten.
Tipps und typische Fehler
Kennzahlen vorsichtig lesen.
- Branchenvergleich: Nur ähnliche Firmen gegenüberstellen.
- Gewinnbasis: Einmaleffekte bereinigen.
- Wachstum: Hohes KGV kann gerechtfertigt sein.
- Mehr prüfen: Bilanz und Geschäftsmodell ansehen.
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Dieser Rechner hilft bei diesen und ähnlichen Fragen:
- KGV berechnen
- Kurs-Gewinn-Verhältnis
- KBV berechnen
- Aktie bewerten
- Gewinnrendite
- Dividendenrendite berechnen
Häufige Fragen
Was ist ein gutes KGV?
Das hängt von Branche und Wachstum ab. Als grober Rahmen gelten 10 bis 20 als durchschnittlich.
Was bedeutet das KBV?
Kurs-Buchwert-Verhältnis: Der Kurs geteilt durch das Eigenkapital je Aktie.
Warum ist das KGV bei Verlusten nicht aussagekräftig?
Bei negativem Gewinn ergäbe sich ein negatives KGV, das keine sinnvolle Bewertung liefert.
Wie berechnet man das KGV?
Aktienkurs geteilt durch Gewinn je Aktie.
Was sagt ein niedriges KGV?
Die Aktie ist im Verhältnis zum Gewinn günstig bewertet, oft aber aus gutem Grund, etwa wegen schlechter Aussichten.
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